TURBOWOLF & PUPPY – Köln, MTC (27.03.2018)

Turbowolf © André Techert
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Nach dem Release des starken dritten Albums The Free Life begannen Turbowolf ihre vier Termine umfassende Deutschland-Tour an einem völlig verregneten Dienstagabend im kleinen Keller-Club MTC. Der war erfreulicherweise ziemlich gut gefüllt, ordentlich warm in den vorderen Reihen wurde es bereits bei der Supportband.

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Puppy kommen aus London, sehen aus, als kämen sie mit der Zeitmaschine direkt aus den 90ern und klingen so wie alternative Rockmusik in den 90ern. Nur, dass Frontmann Jock Norton mit seiner nölig-quietschigen Stimme der Band zumindest so etwas wie ein Alleinstellungsmerkmal verleiht. Musikalisch irgendwas zwischen alten Smashing Pumpkins, Weezer, Wheatus und den üblichen Grunge-Verdächtigen der Zeit, garniert mit dem ein oder anderen Heavy Metal-Gitarrensoli – ein solider Opening Act, der allerdings nicht allzu sehr in Erinnerungen haften bleiben dürfte.

Aber dann: Vollgas! Denn die wenigen ruhigen Songs, die Turbowolf auf ihren drei bislang veröffentlichten Platten drauf haben, schafften es allesamt nicht ins Set. Es wurde heiß und schweißtreibend – bei der Deckentiefe und Raumfülle sicherlich kein Wunder – und das Quartett aus Brighton haute im gewohnt fetten Soundgewand (dieser Bass!) Hit nach Hit nach Hit raus. Gut, dass sich Frontmann Chris Georgiadis zwischen den Stücken immer wieder Zeit nahm, mit den Fans rumzuschäkern – so blieb zwischen all den großartigen American Mirrors, Ancient Snakes und Dominos, die sich auf den drei Alben finden lassen, zumindest ein wenig Zeit zum Durchatmen.

Alte wie neue Songs wurden lautstark bejubelt und mitgesungen, wobei scheinbar insbesondere die drei Stücke vom selbstbetitelten Debüt Anklang fanden. Georgiadis verlegte seine Performance auch mal direkt in den Pit und zeigte Publikumsnähe par excellence. Der einzige Wermutstropfen: Nach einer Stunde war der Spaß leider schon vorbei. Die Engländer verweigern sich traditionell, Zugaben zu spielen, dabei hätten ein, zwei weitere Kracher den Abend perfekt abgerundet. Hits haben Turbowolf, mit deren Energie und Punch heutzutage nicht mehr so viele Rockband ausgestattet sind, mittlerweile ja genug. Jetzt müssten diese nur noch irgendwie einem größeren Publikum bekannt werden. Bis dahin ergötzt man sich als Fan eben an den drei veröffentlichten Longplayern und dem direkt nach dem Konzert möglichen Merch-Plausch mit der herrlich zerstreuten Bassistin Lianna Lee Davies, die mit ihrem Instrument dann doch deutlich sicherer umgeht als mit Kasse und T-Shirts („Fuck! Wo ist das Wechselgeld?“).

Setlist TURBOWOLF @ Köln, MTC (27.03.2018)

01. Capital X
02. American Mirrors
03. Cheap Magic
04. Solid Gold
05. Blackhole
06. Ancient Snake
07. The Big Cut
08. Domino
09. Good Hand
10. Very Bad
11. A Rose For The Crows
12. Rabbit’s Foot
13. The Free Life

Galeriebilder: André Techert

Weblinks TURBOWOLF:

Website: www.turbowolf.co.uk
Facebook: www.facebook.com/turbowolf

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