Interview: ALLEN B. KONSTANZ – OUL

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Am 13. April wird das DebĂŒt von Allen B. Konstanz ungewöhnlichen Solo-Projekts OUL erscheinen. Das Album trĂ€gt den Titel antipode. Was es damit auf sich hat, warum es den KĂŒnstler in SphĂ€ren den Sythie-Pops verschlagen hat, ĂŒber musikalische Heimat, und dass Freitag der 13. ein GlĂŒckstag sein kann, wenn man das ganz antipodisch sieht – darum geht es in diesem kleinen Interview.

Lass Dir den Beitrag vorlesen:

Hallo Tobias, zuerst einmal vielen Dank, dass Du Dir die Zeit genommen hast, unseren Lesern von monkeypress.de und mir ein paar Fragen zu Deinem neuen Projekt OUL und dem neuen Album antipode zu beantworten.

Zu allererst meine dringlichste Frage: Wie kommt’s? Man kennt Dich vor allem von The Vision Bleak und Ewigheim. Vor allem die Live-Auftritte beider Bands sind mir sehr prĂ€sent. Du bist da immer so extrovertiert und mitreißend. Und auch die Musik schlĂ€gt ja sehr harte, ruppige Töne an. Tja, ist ja halt auch Metal. 🙂 FĂŒr Dein neues Projekt OUL hast eher den introvertierten, nĂŒchternen und nachdenklichen Sound des Synthie-Pop gewĂ€hlt. Hast Du die Abwechslung gebraucht oder was waren Deine BeweggrĂŒnde OUL ins Leben zu rufen?

Die Idee zu OUL schwirrt seit langer Zeit in meinem Kopf herum. Was mir immer wieder fehlte, war die Zeit es endlich anzupacken. Und vor gut einem Jahr war es dann soweit, die Dinge in die Hand zu nehmen. Zwei Tracks waren fertig, den Rest schrieb ich innerhalb weniger Wochen, machte einen Studiotermin um eine Frist zu haben. Nur so kann ich gut arbeiten. Druck ist ein gutes Mittel um Kreative zum Ziel zu fĂŒhren, haha! Was die Frage zum extrovertierten Typen angeht – der bin ich gerne und auf BĂŒhnen ganz besonders, aber es gibt immer zwei Seiten. Ich habe natĂŒrlich auch eine nachdenkliche und ruhige Seite, ansonsten wĂ€re das ja fĂŒr niemanden zu ertragen. Heavy Metal ist aber nun mal laut und heftig, da will man mitmischen und laut sein. TVB hat sehr ruhige Momente. Bei Ewigheim umso mehr! Da kommt dann der andere Typ zum tragen. Kein Licht ohne Schatten!

In einem anderen Interview habe ich gelesen, dass Du schon vor acht Jahren die Idee hattest OUL umzusetzen. Warum hören wir erst jetzt davon?
Wie eben schon gesagt, die Zeit war das Problem. Wir sind viel beschĂ€ftigt, was natĂŒrlich gut ist, aber die ganz eigenen Ideen oft in den Hintergrund rĂŒcken lĂ€sst. Das Schicksal ist nicht zufĂ€llig und sicher gibt es einen guten Grund das OUL erst jetzt das Licht der Welt erblickt!

Eine Frage, die man in Interviews eigentlich niemals stellen sollte. Aber in Anbetracht der Jugend des Projektes und weil ich mir selbst bisher keinen Reim darauf machen konnte, frage ich trotzdem. WofĂŒr steht OUL?
OUL steht fĂŒr die altirische Schreibform von „alt“. Auch könnte man es als die alte Schreibform fĂŒr „Owl“ (Eule) deuten und es gibt einen Helferengel im dritten Himmel dessen Name Oul lautet. Da gibt es eine Menge Varianten OUL zu interpretieren. Ich fand den Klang des Wortes einfach fantastisch und ungewöhnlich. Außerdem wollte ich etwas kurzes prĂ€gnantes und auch merkwĂŒrdiges haben!

Ohne jetzt zu viel vom Album vorweg zu nehmen, vieles auf antipode hört sich fĂŒr mich so an, als seiest Du angekommen. Da ist so eine Konzentration auf das Wesentliche, die Texte klingen sehr geerdet. Sicherlich trĂ€gt auch die Art der Musik, die klaren Strukturen dazu bei. Trotzdem, aber das ist auch wieder nur meine subjektive Sicht, ist das nicht unbedingt nĂŒchtern und distanziert, wie man das sehr oft im Synthie-Pop, der auf mich manchmal schon etwas anĂ€misch wirkt, findet. Hier bist du viel direkter und die Songs haben mehr Tiefe und Substanz. Was bedeutet Dir OUL?
OUL hat mir gezeigt wie ich klinge, ich ganz allein. Deswegen bedeutet OUL mir viel. Um ehrlich zu sein, gibt mir der reine Synthie-Pop nicht viel. Egal welche Musikrichtung, blutleer und leicht verdaulich sind keine guten Attribute fĂŒr Musik. Klar sind bei OUL Songs dabei, die erstmal recht fix ins Ohr gehen, aber Tiefgang und Sinn sollte jeder Song haben. Ansonsten ist es wie bei Fastfood – es tĂ€uscht Geschmack vor, ist am Ende aber vollkommen wertlos!

Wenn ich mir die Songs so anhöre, fĂ€llt mir auf: Da steckt streckenweise schon viel Wolfsheim oder And One drin. Einige StĂŒcke, wie The Apocalypse oder The Antipode klingen doch deutlich dĂŒsterer. Hier macht, meiner Meinung nach, Deine Stimme sehr viel. Und ich höre auch zerbrechliche AmbientflĂ€chen in Void And Dark zum Beispiel. Wer sind Deine Inspirationsquellen gewesen?
Inspirationsquellen sind Anfangs unbekannter Natur und lassen sich erst im Nachhinein wirklich ausmachen. Bei Wolfsheim wĂŒrde ich zustimmen, von And One hingegen kenne ich nicht eine Sekunde Musik. Alles, was einem tagtĂ€glich begegnet, inspiriert: positiv oder auch negativ. Inspiration bedeutet fĂŒr mich die Dinge, fließen zu lassen und dann zu schauen, wo einen die Reise hinfĂŒhrt. So ist die Musik von OUL entstanden.

Das Album wurde in der Klangschmiede Studio E produziert. Haben sich Aufnahmeprozess und Bearbeitung von den anderen Bandprojekten (The Vision Bleak, Ewigheim) unterschieden? Kann man da von den Erfahrungen zehren oder muss man bei einem anderen Genre ganz neu lernen?
Die Klangschmiede war und ist vieles fĂŒr mich: Heimat, Arbeitsplatz, Zufluchtsort, Proberaum und schöpferischer Mittelpunkt. Ich war in meinem Leben in genau drei Studios und bin 1998 im Studio E hĂ€ngengeblieben. Das Arbeiten mit Markus (Markus Stock aka Ulf Theodor Schwadorf, Anm. der Redaktion) ist ein gewachsener Prozess, welchen ich wohl kein zweites Mal finden werde. Somit zehre ich vor allem vom Wissen, Vertrauen und der Leidenschaft, welche Markus fĂŒr die Musik aufbringt! Trotzdem ist jede Albumproduktion anders wie auch jede Geburt anders verlĂ€uft!

Du hast fĂŒr antipode alle Instrumente selbst eingespielt. Wie mĂŒssen wir uns OUL auf der BĂŒhne vorstellen? Kommst Du alleine oder wirst Du dort unterstĂŒtzt?
Es werden zwei Personen das BĂŒhnenbild prĂ€gen. Dabei werde ich Keyboards, E-Drums und Vocals ĂŒbernehmen und ein Drummer vervollstĂ€ndigt OUL live. Also eine komplett neue Art Musik auf die BĂŒhne zu bringen, zumindest in meinem Cosmos!

Ich hab auf Deiner Facebook-Seite vom abgesagten Auftritt in Gotha gelesen. Da gab es wohl Probleme mit dem Veranstaltungsort. Sehr Ă€rgerlich, zumal es die Release-Show fĂŒr antipode sein sollte. Wird es einen kurzfristigen Ersatz geben?
Das war – kurz – sehr Ă€rgerlich! Aber ich hatte kurze Zeit spĂ€ter eine noch bessere und besondere Idee fĂŒr das Release Wochenende! Ich werde ein Art digitales Kammerkonzert spielen. In welcher Form das stattfindet, bleibt noch ein  Geheimnis. Ihr dĂŒrft also gespannt sein!

Ich muss zugeben, so halb habe ich gehofft, Dich mit OUL auf dem diesjÀhrigen Wave-Gotik Treffen zu sehen. Gibt es da noch Hoffnung? Wie sieht es sonst mit einer Tour aus?
Das WGT wird sicher ein Thema werden. Dieses Jahr aber sicher noch nicht. Wir werden auf jeden Fall das geplante Release Konzert nachholen. Ich stehe im Kontakt mit Veranstaltern und werde sicher bald ein Datum und Ort verkĂŒnden können.

Meine letzte Frage: War Dir bewusst, dass der Release-Termin fĂŒr antipode ein Freitag der 13. sein wird?
Weil das Datum recht einprĂ€gsam erscheint und ich ganz antipotisch das Gegenteil beweisen möchte. Dieser Tag wird OULs GlĂŒckstag werden!

Vielen Dank fĂŒr Deine Zeit, viele GrĂŒĂŸe und ganz viel Erfolg beim Release!

 

Wenn Ihr  Allen B. Konstanz und OUL direkt unterstĂŒtzen möchtet, könnt Ihr antipode direkt hier bestellen.

OUL – The Apocalypse (Official Video)

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Weblinks OUL:

Official: http://oul666.bigcartel.com/
Facebook: https://www.facebook.com/oulofficial/

The Apocalypse

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Bilder: offizielles Promo-Material, zur VerfĂŒgung gestellt von OUL.

Geschrieben von
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