HURTS – Köln, Palladium (04.12.2017)

Fotos: HURTS
Hurts, © Angela Trabert
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Hurts sind ein britisches Synthie-Pop-Duo, das 2010 mit der Single Wonderful Life quasi über Nacht weltweite Berühmtheit erlangte. Seitdem hält sich der Erfolg durchaus beachtlich und alle Alben erreichen vordere Positionen in den Charts. An diesem Abend stehen die Songs des aktuellen Albums Desire im Mittelpunkt, welches seit September 2017 in den Läden steht.

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Doch bevor es soweit ist, gehört zunächst dem Support Tom Walker die Bühne. Und dieser nutzt seine Chance richtig gut. In bester Singer-/Songwritermanier bringt er seine Songs authentisch rüber, die einen Hauch von Blues und Gitarrenrock inne haben. Nicht einzigartig, aber eben doch fesselnd und unterhaltend, gibt Walker hier eine Visitenkarte ab und empfiehlt sich für seine eigene Headliner-Tour, die ihn von März bis Mai 2018 quer durch Europa und somit auch nach Deutschland führt. Einziger Haken: Dieser Stil ist nicht wirklich passend zu dem von Hurts und somit bleibt offen, ob Tom Walker von diesem Gig stark profitieren kann.

Nach einer recht kurzen Umbaupause treten dann aber Theo Hatchcraft sowie Adam Anderson mitsamt Band als Hurts in Erscheinung und eröffnen mit Desire ihr Set. Was folgt ist 90 Minuten purer Pop. Hatchcrafts hohe Stimme ist klar und der Sound ist kräftig und weiß zu überzeugen. Ansagen, Anekdoten oder sonstiges Entertainment lassen die beiden nahezu gänzlich aus, einzig weiße Rosen werden an Damen in den ersten Reihen verteilt. Und das spiegelt auch ganz gut die musikalische Ausrichtung, aber auch Darbietung von Hurts wider. Sehr brav und höflich bedanken sie sich nach jedem Song, welches das überwiegend weibliche Publikum mit Kreischen beantwortet. Musikalisch sowie handwerklich machen Hurts vieles richtig, nur ihr Hang zum Kitsch ist doch sehr arg. Die Grenze zum Schlager ist bei manchen Stücken echt nicht weit. Die beiden beliebtesten Lieder im Kölner Palladium sind in der Schlussphase selbstverständlich Wonderful Life aber auch Stay, welches ganz am Ende als zweite Zugabe das Konzert beendet.

Solange die Stimme Hatchcrafts funktioniert, wird diese immer, vor allem bei weiblichen Fans, auf offene Ohren stoßen. Gelingt Hurts gar wieder ein Ohrwurm, so dürfte es keine Frage sein, das Palladium künftig auch wieder auszuverkaufen. Seichte, melancholische und vor allem zeitlose Popmusik ist die Spezialität von Hurts. Und diese gehört innerhalb des Genres zur ersten Garde. Was will man mehr erreichen?

Setlist HURTS @ Köln, Palladium (04.12.2017):

01. Desire
02. Ready to Go
03. Some Kind of Heaven
04. Sunday
05. People Like Us
06. Hold on to Me
07. Miracle
08. Rolling Stone
09. Better Than Love
10. Sandman
11. Lights
12. Walk Away
13. Something I Need to Know
14. Wonderful Life
15. Nothing Will Be Bigger Than Us
16. Wings
17. Beautiful Ones (Z)
18. Stay (Z)

Fotos: Angela Trabert

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