DEAD GUITARS – Mönchengladbach, Messajero (09.12.2017)

Fotos: DEAD GUITARS
Dead Guitars, © Michael Gamon
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Die Musik von Carlo van Putten begleitet mich schon viele Jahre, ja sogar Jahrzehnte. Angefangen von den großartigen The Convent, über die wundervollen White Rose Transmission, bis hin zum „neuesten“ Projekt, den ebenso fantastischen Dead Guitars, die auch schon im Jahre 2002 gegründet wurden. Vor allem in den Gründungsmitgliedern Pete Brough und Ralf Aussem fand der Niederländer Freunde und Mitstreiter, die seiner gefühlvollen Stimme einen würdigen, wavigen Rahmen bieten. Die Band hat bis heute 4 Alben veröffentlicht und spielt traditionell im Dezember eine (Weihnachts-) Show in der Heimat der Band: Mönchengladbach. In diesem Jahr stand der Abend des 09. Dezembers aber zugleich unter einem etwas wehmütigen Vorzeichen, denn es wird wohl das letzte Konzert in dieser Besetzung für eine ganze Weile bleiben, da Carlo sich musikalisch zunächst einmal aus dem Projekt zurückziehen wird. Zum Glück werden die verbleibenden Bandmitglieder aber wohl weitermachen und man darf schon jetzt gespannt sein wie es weitergeht, an einem neuen Album wir bereits gearbeitet und ist dem Vernehmen nach schon recht weit fortgeschritten. Doch natürlich wollen wir erst einmal dieses vorerst letzte Konzert in der angestammten Konstellation angemessen würdigen, denn wie nicht anders zu erwarten, wurde es ein denkwürdiger Abend, der den Besuchern sicher noch lange in Erinnerung bleiben wird.

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Los geht es gegen 21:15 Uhr und natürlich benötigt eine Band wie die Dead Guitars keinen Support um das Publikum schnell in die entsprechende Stimmung zu bringen. Das schaffen bereits die ersten Klänge von The Name Of The Sea sehr eindrucksvoll, die die Fans in einen wavigen Rauschzustand versetzen. Die Zuschauer schließen die Augen und lassen das Ganze auf sich wirken, während die sechs Musiker sie immer weiter in ihr Sounduniversum entführen. Dank Crumble Zone werden auch die Beine des Publikums beschäftigt und immer wieder singen die Fans begeistert mit oder hauchen die Texte vor sich hin, während sie die Augen verträumt geschlossen halten. Es folgt eine über zweistündige Reise durch all das, was Musik ausmacht, was den Hörer an echter handgemachter Musik so bewegt. Es ist schön zu sehen, wie Band und Fans eine Symbiose eingehen, wie beide Lager miteinander im gemeinsamen Ganzen verschmelzen und ein jeder sich hier dem Moment ergeben kann. Und vor allem bei den melancholischen Tracks des Debütalbums Airplanes fährt die Emotionalität Achterbahn und die eine oder andere Träne findet ihren Weg in die Augen einiger Anwesenden. Und auch die Musiker selbst sind spürbar gerührt über den Zuspruch und besonders Sänger Carlo ringt das ein oder andere Mal um Fassung und überlässt immer wieder seinen Mitmusikern das Feld, bietet ihnen Räume zu freien Entfaltung, was die hypnotische Wirkung der Musik noch weiter verstärkt.

Das Mainset wird mit Pristine bereits großartig vollendet, doch natürlich will hier niemand nach Hause, keiner will die Lokalmatadoren und ihren Fronter aus dem Nachbarland schon gehen lassen und so zeigen die Zugaben Airplanes, This Was A Year und Along The Great Divide noch einmal all jene Stärken auf, die die Band all die Jahre schon auszeichnet. Für das große Finale hat man sich aber dann auch noch mal etwas ganz Besonderes ausgedacht und präsentiert einen Song von Carlos anderem Projekt White Rose Transmission: Dead Guitars. So nahm es wohl damals seinen Anfang und so wird dieser Abend und somit der Abgang von Carlo auf (hoffentlich) Zeit standesgemäß beendet und jetzt rufen alle Anwesenden noch einmal immer wieder den Bandnamen und bieten diesem Sechser einen de facto Ausstand, der sich gewaschen hat. Tief bewegt verlassen danach einige Zuschauer den Saal, während andere noch für lange Zeit verweilen, sich unterhalten oder den Musikern noch persönlich ein paar nette Worte mit auf den Weg geben. Pete Brough hat uns versprochen, dass Carlo wiederkommen wird und wir werden ihn beim Wort nehmen. Bis dahin freuen wir uns aber erst einmal auf das, was in neuer, reduzierter Konstellation nun bei den Dead Guitars passieren wird und vielleicht wird uns auch Carlo ja auch wieder mit einem Projekt auf positive Art und Weise heimsuchen. Wir können beide Entwicklungen kaum erwarten!

Setlist DEAD GUITARS @ Mönchengladbach, Messajero (09.12.2017):

01. Name Of The Sea
02. Crumble Zone
03. Love Goddess & The Love Ghost
04. Happy Sad
05. I Surrender
06. Mona Lisa
07. Wooden Head
08. Silver Cross River
09. Heaven Seven
10. Pristine
11. Airplanes
12. This Was A Year
13. Along The Great Divide
14. Dead Guitars

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