PROPHETS OF RAGE – D√ľsseldorf, Mitsubishi Electric Halle (15.11.2017)

Prophets Of Rage, © Michael Gamon
Geschätzte Lesezeit: 3 Minute(n)

Obwohl es Rage Against The Machine ja wieder gibt, ist seitdem nicht viel Neues zu h√∂ren. Auch eine Wiedervereinigung von Audioslave war immer mal wieder denkbar, hat sich aber durch den Freitod Chris Cornells auf tragische Weise auch er√ľbrigt. Also entstand auf Wirken der √ľbrigen Bandmitglieder Tom Morello (Gitarre), Tim Commerford (Bass), Brad Wilk (Drums) der Kontakt zu Public Enemy sowie Cypress Hill. Diese Bands haben einen hohen Stellenwert in der Vita von Rage Against The Machine, denn ihr Debutkonzert gaben sie damals als Support von Public Enemy. Mit Cypress Hill war das Quartett um Zack de la Rocha 1994 auf US-Tour. Jedenfalls f√ľhrte diese Kontaktaufnahme dazu, dass sich zu Morello, Commerford sowie Wilk Chuck-D, B-Real und DJ Lord anschlossen. Der Name f√ľr die neue Supergroup war auch schnell gefunden, denn der Titel Prophets of Rage ist zugleich auch Songtitel eines St√ľckes von Public Enemy.

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Ihr erstes gleichnamiges Album, welches am 14.09.2017 erschien, gilt es heute Abend live vorzustellen. Und daf√ľr kann sich im Rheinland kein besserer Ort finden als die fr√ľhere Philipshalle. Hier spielten Rage Against The Machine am 04.02.2000 ein sagenhaftes und legend√§res Konzert, das der Rockpalast aufzeichnete. Auch der Autor wohnte ihm bei.

Die Freude dar√ľber, dass die Anreise und Parkplatzsuche sich so angenehm und schnell gestaltet wie seltenst, weicht der Ern√ľchterung beim Betreten der Halle. Fast alle Sitzplatztrib√ľnen sind abgehangen und selbst die Location ist fast zur H√§lfte abgetrennt. Gl√ľcklicherweise ist auch das Rolli-Podest ber√ľcksichtigt worden und wurde ein ganzes St√ľck nach vorne versetzt. Und selbst im abgespeckten Bereich wirkt es leider nicht voll. Ob sich dies als Stimmungst√∂ter erweist, l√§sst sich da noch nicht absehen. Denn bevor Prophets of Rage mit ihrem Gig starten, geh√∂rt zun√§chst der britischen Band Blood Youth die B√ľhne.

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Blood Youth selbst und in dieser Formation sind noch eine recht junge Band und formierten sich erst 2014. Die Wurzeln und Verbindungen reichen jedoch weiter zur√ľck, die Bandmitglieder spielten teils bei Climates und auch zu Nick Deep gibt es Verbindungen. Sie selbst bezeichnen ihren Stil schlicht als heavy. Und irgendwo zwischen Hardcore und Punk liegt er auch tats√§chlich. In neun Songs auf rund 40 Minuten, wei√ü die Band bei einigen Besuchern zu gefallen. Doch so richtig eing√§ngig, wirken die Melodien nicht und so freut sich der Rage-Fan, dass es bald weitergeht.

Setlist BLOOD YOUTH @ D√ľsseldorf, Mitsubishi Electric Halle (15.11.2017):

01. 24/7
02. Making Waves
03. Dead Space
04. Parasite
05. I Remember
06. Savanna
07. Closure
08. Failure
09. Reason to Stay

Als um 21:00 Uhr und nach der Umbaupause das Licht erneut erlischt, bekommt DJ Lord noch die M√∂glichkeit sich allein zu pr√§sentieren. Ganz am√ľsant scratcht und reiht er St√ľcke aneinander und sampelt alles quer durch den Garten von The Imperial March √ľber Rocky bis hin zu Smells like teen Spirit. Ganz nett, aber die Dauer von rund 30 Minuten ist zu lang, um die Stimmung dauerhaft hoch zu halten.

Doch dann ist es soweit. Prophets of Rage rocken die Halle. Der Bass dr√∂hnt, die Gitarre klirrt und von Anfang an ist der Sound gut und die Band voll da. Und obwohl mit Testify sowie Take the Power Back zwei Hits aus der ‚ÄěMachine-√Ąra‚Äú direkt nach dem Opener gespielt werden, warten die Fans eher ab. Der Kopf wird genickt, aber v√∂llige Ekstase sieht anders aus. Stimmung kommt √ľber die vorderen Reihen hinweg nur bei den alten St√ľcken auf, die auch den L√∂wenanteil der Setlist stellen. Einzig f√ľnf St√ľcke des aktuellen Albums werden auf diesem Gig gespielt, der Rest wird eben von den jeweiligen Bands gecovert, wobei man dem verstorbenen Chris Cornell mit Audioslaves Like A Stone gedenkt, indem man den Song folgerichtig nur instrumental spielt und dabei das leere Mikrofon hell erstrahlen l√§sst.

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Handwerklich macht das Sextett nichts verkehrt, jedoch sind die Cover eben nur eine Art Methadon und k√∂nnen offensichtlich das Rad der Zeit nicht zur√ľckdrehen. Au√üer bei der Zugabe und dem letzten Song Killing in the Name. Da ist es wie im Jahr 2000.

Setlist PROPHETS OF RAGE @ D√ľsseldorf, Mitsubishi Electric Halle (15.11.2017):

01. Prophets of Rage (Cover Public Enemy)
02. Testify (Cover Rage Against The Machine)
03. Take the Power Back (Cover Rage Against The Machine)
04. Living on the 110
05. Hail to the Chief
06. Guerrilla Radio (Cover Rage Against The Machine)
07. Legalize Me
08. Fight the Power (Cover Public Enemy)
09. Hand on the Pump / Can’t Truss It / Insane in the Brain / Bring the Noise / I Ain’t Goin‘ Out Like That / Welcome to the Terrordome / Jump Around [Hip Hop Medley with DJ Lord, B-Real and Chuck D] 10. Sleep Now in the Fire (Cover Rage Against The Machine)
11. Like a Stone (Cover Audioslave) instrumental
12. Know Your Enemy (Cover Rage Against The Machine)
13. Bullet in the Head (Cover Rage Against The Machine)
14. Hands Up
15. Unfuck The World
16. How I Could Just Kill a Man (Cover Cypress Hill)
17. Bulls on Parade (Cover Rage Against The Machine)
18. Killing in the Name (Cover Rage Against The Machine)

Fotos: Michael Gamon

Geschrieben von
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