MONSTER MAGNET ‚Äď Hamburg, Gruenspan (10.06.2017)

Monster Magnet © Thomas Papenbreer
Monster Magnet © Thomas Papenbreer
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Der international bekannte Musikclub auf der Gro√üen Freiheit ist schon von weitem sichtbar, als wir an diesem hei√üen Sommerabend dort aufschlagen. Zum einen liegt das an der auff√§lligen wie ber√ľhmten Fassade des Gruenspan, zum anderen ballt sich eine riesige Traube aus schwarz gekleideten Menschen vor den T√ľren des Clubs. Gewartet wird auf Monster Magnet, die erkl√§rten Stoner-Rock Legenden. Entsprechend ist das Durchschnittsalter des aus gestandenen Rockern bestehenden Publikum eher gehoben. Die sind naturgem√§√ü dem Gerstensaft nicht abgeneigt und so herrscht schon vor dem Gruenspan eine kernige, l√§rmende Ausgelassenheit.

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Endlich drinnen angekommen, f√ľhlt man sich in dem proppenvollen, mit Mann und Maus ausverkauften Club schnell wie die sprichw√∂rtliche Sardine in der Dose. Besuche der Theke und des stillen √Ėrtchens werden zu Geduldsprobe und fordern das gesamte Repertoire an Crowd-Skills, die man sich so im Laufe der Jahre in zahlreichen √ľberf√ľllten Locations angeeignet hat. Hinzu kommt eine unbeschreibliche Hitze, wie wir sie bisher bei Konzerten nur sehr selten erlebt haben. Die gut 800 Fans scheint‚Äôs nicht zu st√∂ren und geduldig harrt man der Dinge, die sich demn√§chst ereignen m√∂gen.

Powder For Pigeons
Aber bevor die alten Haudegen von Monster Magnet ihren staubtrockenen und testosteron-geschw√§ngerten Blues-Rock unter ihre fanatische Fanbase bringen k√∂nnen, warten als Support Powder For Pigeons mit Kl√§ngen auf, die frappierend an die 90er erinnern. Das uns bis dahin v√∂llig unbekannte, australisch-deutsche Duo bestehend aus Rhys (Gitarre und Gesang) und Meike (Schlagzeug) machen eigenen Angaben zufolge „2 piece rock-fuzz-metal-punk-grunge‚Äú. Tats√§chlich l√§sst sich der Sound von Powder For Pigeons irgendwo zwischen Kyuss, Stone Temple Pilots und Soundgarden verorten und das in der besten m√∂glichen Art und Weise.

Auch die Anwesenden wissen die Fläche des musikalischen Venn-Diagramms zwischen Powder For Pigeons und dem vergötterten Hauptact zu schätzen und so weicht anfängliche Skepsis ausgelassenem Jubel. Die Band spielt vor allem Songs von ihrem aktuellen, 2016 erschienen Album Circus Kinda Times, aber es darf auch das viel-geklickte Said & Done nicht fehlen. Als krönenden Abschluss des sehr gelungenen Auftritts versuchte sich Rhys an einem Stage-Dive und wurde von der Menge dabei nicht enttäuscht.

Weblinks POWDER FOR PIGEONS:

Official: https://www.powderforpigeons.com
Facebook: https://www.facebook.com/PowderForPigeons

Circus Kinda Times

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Monster Magnet
Der Umbau der B√ľhne dehnt sich in der qu√§lenden Hitze im Gruenspan ins schier unendliche, schon jetzt scheint aller Sauerstoff aufgebraucht zu sein. Und dann endlich – der Fairness halber muss man sagen, dass die Rowdies alles gegeben haben, um die Wartezeit in dieser Sauna von Konzertsaal auf ein ertr√§gliches Ma√ü abzuk√ľrzen – KOMMEN SIE! Und das ist die Hauptsache, denn Monster Magnet sind wirklich eine Macht, f√ľr die man gerne einige Unbill auf sich nimmt.

Mit einiger Berechtigung kann man die f√ľnf M√§nner aus New Jersey bzw. Dave Wyndorf, denn mehr von der Gr√ľndungsriege haben die 30-j√§hrige Bandgeschichte nicht √ľberlebt, als Urv√§ter (Urvater?) des Stoner Rocks bezeichnen. Dass die in den letzten drei Dekaden aber auch √ľberhaupt nichts verlernt hat, stellen sie auch Abend wieder unter Beweis. Seine Spacelordschaft macht ordentlich Dampf und ist auch optisch in hervorragender Form. Auch der Rest der Band, was soll ich sagen? Vollblut-Rocker! Die aufgekratzte Fan-Schar badet inzwischen im kollektiven Schwei√ü und beweist au√üerordentliche konditionelle Leistungen im Bangen, Gr√∂hlen und Tanzen. Offenbar trifft die Zusammenstellung der Setlist nicht nur den Nerv der Anwesenden, vielmehr werden auch anr√ľhrende Erinnerungen an l√§ngst vergessen geglaubte Zeiten geweckt. Gespielt werden vor allem √§ltere St√ľcke von Dopes to Infinity und Spine of God.

Kurz nach Sylvester hatten Monster Magnet via Twitter f√ľr dieses Jahr neues Material angek√ľndigt. Das letzte Album Cobras ans Fire (The Mastermind Redux)¬†liegt nun auch schon ein paar J√§hrchen zur√ľck und war bei einigen Fans doch, da es im Grunde nicht einen neuen Song enth√§lt, hinter den Erwartungen zur√ľckgeblieben. Mit diesen Gedanken im Kopf sind wir vor der B√ľhne nat√ľrlich gespannt, ob wir m√∂glicherweise auch etwas Neues zu h√∂ren bekommen. Tats√§chlich sollen wir nicht entt√§uscht werden. Mindfucker ist purer Rock‚Äėn Roll, der die Welt des Stoner-Rocks nun nicht grad revolutionieren oder neu erfinden wird, das aber auch nicht als seinen erkl√§rten Auftrag bezeichnen w√ľrde. Denn, was uns an diesem Abend wieder einmal gezeigt wird: manche Dinge sind einfach gut, weil sie so bleiben, wie sie immer schon waren.

Setlist MONSTER MAGNET @ Hamburg, Gruenspan (10.06.2017):

01. Dopes To Infinity
02. Radiation Day
03. Powertrip
04. Mindfucker
05. Look To Your Orb For The Warning
06. Twin Earth
07. I Want More
08. Dinosaur Vaccum
09. Spine of God
10. Negasonic Teenage Warhead (Z)
11. Tractor (Z)
12. Space Lord (Z)

Weblinks MONSTER MAGNET:

Official: http://www.zodiaclung.com
Facebook: https://www.facebook.com/monstermagnet

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