STING – 57th & 9th

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GeschÀtzte Lesezeit: 3 Minute(n)

Unsere Bewertung

8 Gesamtnote

Rock stars don’t ever die, they only fade away

Lass Dir den Beitrag vorlesen:

Sting ist zurĂŒck – und nein, nicht der Weltmusiker Sting, sondern der Rocker, der uns damals schon mit seiner Band The Police absolut verzauberte. Erste Songs des neuen Albums 57th & 9th durfte ich bereits im Sommer live hören und konnte danach kaum noch auf das Album warten, dass den Musiker wieder auf die Spur seiner alten Form wie bei Ten Summoner’s Tales bringen sollte.

Und ich wurde nicht enttĂ€uscht: 57th & 9th ist ein Rockalbum geworden: ­Gitarre, Bass, Schlagzeug, Klavier. Und natĂŒrlich Stings unverkennbare Stimme, die endlich wieder rauchig-rockig klingen darf und nicht weichgespĂŒlt ist. Thematisch bleibt es Sting: Es geht, wenn auch dezenter als zuvor, um Weltpolitik. Und den eigenen Tod.

Vielleicht lag es an der neuen Methodik, das Album gemeinsam mit anderen Musikern aus Ideen wachsen zu lassen und kein Konzeptalbum einzuspielen – vielleicht aber auch an der Lust, mal wieder etwas rockiger zu werden: zehn Songs lang beweist Sting, dass er noch weiß, wie Gitarren klingen können. Wer bei I Can’t Stop Thinking About You noch ruhig sitzen bleiben kann und nicht wenigstens mit dem Kopf mitnickt, muss taub sein. Eine Hymne, die sich im Ohr festhĂ€ngt – definitiv Hitpotential. Stark ist auch 50.000, das Sting nach dem Tod von Prince geschrieben hat. „Another one of our com­rades is taken down“, singt der 65-JĂ€hrige. Aber wird dann gleich tröstlicher, in dem er feststellt: „Rock stars don’t ever die, they only fade away“. Und genauso ist es auch – die Seele lebt durch die Musik ewig weiter. Poppiger kommt da One Fine Day daher. Ohne erhobenen Zeigefinger singt Sting ĂŒber den Klimawandel als Auslöser fĂŒr Migration. Dabei bedient er sich wie immer seiner rhetorischen Mittel: er sagt nicht selbst, sondern lĂ€sst Wissenschaftler oder die Geschichte fĂŒr sich sprechen.

Von vielen anderen Kritikern und Islampredigern oft angeprangert wurde der Song Inshalla. Er sei fehlplatziert, zu Islam-freundlich und ĂŒberhaupt – wie könne man solch einen Song im Bataclan zum Eröffnungskonzert singen? WĂ€hrend des ersten Hörens, fiel mir spontan ein Lied ein, das meine Mutter immer fĂŒr mich gesungen hat. Stings Song erinnert mich an dieses und löste direkt eine wohlige WĂ€rme aus –wie gesagt, ohne HintergrĂŒnde oder den Text zu kennen. FĂŒr mich ist Inshalla – wenn Gott will – eine wunderbar friedliche Ballade. Und eine gelungene dazu.

Eine nette Anekdote am Rande, zur Entstehung der Texte: „Ich trickste mich und die eigene Bequemlichkeit bewusst aus, um die Muse anzustacheln. DafĂŒr schloss ich mich aus dem Appartement aus und schrieb auf der eiskalten Terrasse mit einer Tasse Kaffee. ZurĂŒck ins Warme dĂŒrfte ich erst, wenn ein Text fertig war.“ Jeder, der vom Schreiben lebt, kennt solche Tricks. Schön zu sehen, dass auch ein Rockstar wie Sting sie manchmal nötig hat, um die KreativitĂ€t hervorzulocken.

Ein rundum gelungenes Album, das an die goldenen Tage von Sting absolut heranreicht.

Tracklist STING – 57th & 9th:

01. I Can’t Stop Thinking About You
02. 50,000
03. Down, Down, Down
04. One Fine Day
05. Pretty Young Soldier
06. Petrol Head
07. Heading South On The Great North Road
08. If You Can’t Love Me
09. Inshallah
10. The Empty Chair

57th & 9th

Preis: EUR 6,99

3.4 von 5 Sternen (72 Kundenbewertungen)

86 neu & gebraucht ab EUR 3,30

Termine STING Tour 2017:

25.03.2017 Hamburg, Sporthalle,
29.03.2017 Stuttgart, Porsche Arena
04.04.2017 DĂŒsseldorf, Mitsubishi Electric Halle

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