Reingehört Dezember 2016: BABYMETAL, JOHN CALE, MUCH BETTER THANK YOU ;-), KLIMT 1918, PAULINE PARIS, RUMER, ROBBIE WILLIAMS

Reingehört August 2016: ALYZEE / DAMAGE / LITTLE BROTHER ELI
Geschätzte Lesezeit: 5 Minute(n)

Jeden Monat erreichen uns eine Vielzahl von Neuveröffentlichungen und getreu des Mottos „So many records -- so little time“ würden die meisten davon untergehen. In unserer Rubrik >Reingehört< stellen wir Euch daher einige Releases im „Schnelldurchlauf“ vor:

Lass Dir den Beitrag vorlesen:

BABYMETAL – Live At Wembley

Sie sind DAS Phänomen der Metal-Historie der letzten Jahre, vielleicht sogar Jahrzehnte. Irgendwie haben es Babymetal geschafft, sich vom japanischen Kunstprodukt zu einer ernstzunehmenden Hoffnung im harten Genre zu mausern und das sogar nicht einmal zu unrecht. Natürlich mochte zunächst niemand das süße Mädchen-Trio für voll nehmen, das da lieblich und mit Tanzchoreographien zu harten Rhythmen sang. Doch Anime-Optik und schrille Girlgesänge sind eben nicht alles, was Babymetal ausmacht, sondern auch gutes Klanghandwerk und ein vortreffliches Gespür für Rhythmen, das die Grenzen das Metal immer weiter auslotet. Da folgt auf ein düsteres Gitarrensolo auch mal ein Ska-Rhythmus oder der Sound driftet fast ins Chansonmäßige oder typischen Girlie-Sound ab, bevor schneller und druckvoller Rock einen wieder einfängt. Belächelt man das Ganze zunächst noch, so ertappt man sich schnell dabei mit dem Kopf zu nicken und den Beinen zu wippen. Das Potential wurde längst erkannt, sind Babymetal doch aktuell u.a. mit den Red Hot Chili Peppers auf Tour und werden 2017 sogar Metallica auf ihrer Welttournee supporten. Worauf man sich als Zuschauer dann einlässt, lässt sich nun bestens mit diesem bei bester Stimmung in der SSE Arena Wembley aufgenommenen Live-Album ergründen und spätestens bei Gimme Chocolate!! werden die meisten wohl hektisch mit den Beinen abrocken, nachdem der Kopf bei Megitsune und Co ordentlich durchgeschüttelt wurde. Ziert Euch nicht, das IST das Next Big Thing… ob man will oder nicht. (Website: http://www.babymetal.com/home/, Facebook: https://www.facebook.com/BABYMETAL.jp) -- Michael Gamon

BABYMETAL - LIVE AT WEMBLEY Trailer

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JOHN CALE – Fragments Of A Rainy Season

Vor allem bekannt ist John Cale für seine Rock-Klänge -- sowohl als Gründungsmitglied des Velvet Undergrounds als auch vor allem durch seine Solo-Werke. Diese nun wiederveröffentlichte und um acht Stücke ergänzte Live-Aufnahme Fragments Of A Rainy Season aber zeigt ihn von einer anderen Seite: Die Stücke sind dieselben, die Umsetzung hingegen ganz anders. Minimalistisch fällt es aus, wie Cale hier agiert – nur er und das Piano, teilweise wird das Piano gegen die Akustik-Gitarre ausgetauscht. Ein Plan, der aufgeht – Stücke wie Fear Is A Man’s Best Friend zeigen es gut. Cale haut energisch in die Tasten, die Stimme wirkt gewaltig und vielschichtig und man merkt den Gestus der Stücke auch im ruhigen Gewand sehr deutlich. Gerade hier zeigt sich, dass John Cale eben ein wahrer Künstler ist: Er vermag es, die Stücke in ein anderes Gewand zu kleiden, ohne dass der Geist der Original-Kompositionen dabei verloren geht. Und dass man wilde Momente auch in dieser Minimalbesetzung erzeugen kann, wird immer wieder deutlich, wenn er am Klavier kakophone Momente erzeugt oder auch vom Singen ins Schreien übergeht. Diese Ausbrüche stehen dem an sich ruhigen Album dabei sehr gut. Ein Live-Dokument, das überzeugen kann! (Website: www.john-cale.com, Facebook: www.facebook.com/OfficialJohnCale) -- Marius Meyer

John Cale - Hallelujah (Official Video)

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KLIMT 1918 – Sentimentale Jugend

Gut Ding will Weile haben, so sagt man. Auch im Hause Klimt 1918 wird man sich das gedacht haben, denn der Nachfolger Just in case we’ll never meet again ließ sechs Jahre auf sich warten. Dafür jetzt gleich als Doppel-Albm bestehend aus Sentimentale und Jugend mit insgesamt 19 Stücken. War der Vorgänger vor allem im Wave Rock verankert und sorgte mit einer leichten Verhangenheit für Eingängigkeit, so ist der Sound diesmal zwar nach wie vor zu hören, allerdings diesmal garniert mit mehr als nur einem Hauch Shoegazing. Als Repräsentant kann man beispielsweise Nostalghia anführen: zielstrebige Rock-Klänge mit wavigem Unterton treffen auf eine starke Dosis Shoegazing, aber auch große Vorbilder wie The Chameleons grüßen gerne mal aus den Klängen heraus. Bemerkenswert ist neben den eigenen Klängen auch das Berlin-Cover Take My Breath Away, das zu den ruhigeren Momenten gehört. Ein starkes Album, das zeigt, warum man mit seinen Jahrescharts besser den Dezember abwarten sollte. (Website: www.klimt1918.com, Facebook: www.facebook.com/klimt1918) -- Marius Meyer

Klimt 1918 - Nostalghia [taken from "Jugend"]

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MUCH BETTER, THANK YOU 😉 – …Just A Dream

„File Under: Art-Folk Rock”, so die Richtung, in die man Much Better, Thank You 😉 einordnen soll. Etwas, worunter man sich quasi alles und nichts vorstellen kann – und was einen dazu führt, die Scheibe mal einzulegen. Eröffnet wird das Album mit King T, das zunächst leicht folkig beginnt, aber bald schon eine wuchtige Rock-Nummer im mittleren Tempo wird und direkt die Stimmgewalt von Sängerin Heidi aufzeigt. Überhaupt ist die Stimme sehr flexibel und kann weich, filigran, aber eben auch sehr hoch klingen. Auch in den Stücken der Band ist eine ziemliche Dynamik vorzufinden. Schneller, dafür weniger wuchtig ist beispielsweise Fire In The Backyard, steigert sich aber am Ende zu einem furiosen Finale. Ruhiger, aber nicht weniger eingängig hingegen begegnet Lullab, das als Wiegenlied für Flüchtlingskinder und Appell an die Menschlichkeit verstanden werden will und für traurige Schönheit durch Streicher sorgt. Ein vielseitiges Album, wo man gerne mal ein Ohr riskieren sollte. (Website: www.much-better.de, Facebook: www.facebook.com/MuchBetterThankYou) -- Marius Meyer

Much Better, Thank You´s Lullaby - Art-Folk by Much Better, Thank You

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PAULINE PARIS – Carrousel

Wer über den Tellerrand blickt, sieht unter Umständen nicht nur heruntergefallenes Essen, sondern einen weiteren Teller mit neuen Köstlichkeiten. Diese Erfahrung hat auch Max von Die Kammer gemacht und stieß so auf Pauline Paris, deren neues Album Carrousel französischen Chanson bietet. Und auch, wenn man selbst nicht so in diesem Genre unterwegs ist, muss man sagen: Die junge Dame schafft es, einen zu fesseln. Das liegt zum einen an der angenehmen Chanson-Stimme, die gut ins Ohr geht und zum anderen auch an den rhythmischen musikalischen Klängen. Eine wohltuende Lockerheit und Aufgewecktheit liegt in den Klängen, dazu ist auch die Wahl der Instrumente abwechslungsreich. Neben den klassischen Schlagzeug, Gitarre und Bass begegnen oft Bläsersätze und auch schon mal Streicher. All das macht Carrousel zu einem schönen Album. Da kann man Die Kammer gut verstehen, dass sie Pauline Paris mit auf ihre Tour Anfang 2017 nehmen! (Website: www.paulineparis.com, Facebook: web.facebook.com/Pauline-Paris-13089844641/) -- Marius Meyer

PAULINE PARIS "Au Lit" Feat. Die Kammer

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RUMER – This Girl’s In Love

Mit dem Untertitel A Bacharach & David Songbook veröffentlicht Rumer ihr nunmehr viertes Album (B-Sides & Rarities nicht mitgerechnet) und bietet dabei eben genau das, was der Titel vermuten lässt: eine Ehrerbietung and Burt Bacharach und Hal David. Das geschieht in einer ruhigen Art und Weise, wird von einem dezent spielenden Orchester begleitet und glänzt durch die eingängige Stimme der Künstlerin. In den Interpretationen von Rumer merkt man, dass Burt Bacharach sich viel auf dem Gebiet der Filmmusik bewegte, wo er auch eine Menge Preise für bekam. Auch die Stücke auf This Girl‘s In Love haben gerne mal einen sehr cineastischen Charakter. This Girl’s In Love With You zeigt dies beispielsweise ansprechend mit emotionalen Momenten, breitwandigen Passagen und viel Gefühl in der Stimme. Mit all diesen Elementen ist ein schönes Album entstanden, das die lauten Momente gar nicht nötig hat, um überzeugen zu können. (Website: www.rumer.co.uk, Facebook: www.facebook.com/rumerofficial) -- Marius Meyer

Rumer - What The World Needs Now Is Love (Official Music Video)

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ROBBIE WILLIAMS – The Heavy Entertainment Show

Wer Robbie Williams einmal live gesehen hat, wird bestätigen: Das ist ganz starke Unterhaltung. Da scheint es logisch, auch mal ein Album The Heavy Entertainment Show zu nennen. Dabei stellt sich die Frage: Was soll man denn eigentlich noch machen, wenn man auf elf Nummer-Eins-Album in Großbritannien in Folge zurückblicken kann? Die Antwort ist bei Robbie Williams erstaunlich einfach: weiter! Mit dem neuen Album ist ihm erneut ein unterhaltsames Pop-Album gelungen, das sich deutlich von dem, was man sonst so als Pop- und Radiomusik annehmen mag, abhebt. Die aktuelle Single Love My Life beispielsweise ist catchy, der Gesang melodisch und man erwischt sich direkt beim Mitwippen. Wobei dies schon zu den nachdenklicheren Momenten des Albums gehört. Breitwandiger und mit BritPop-Riffs unterlegt hingegen begegnet beispielsweise Motherfucker, Pretty Woman wiederum ist im hohen Tempo zu finden und kann eine gewisse Schmissigkeit nicht abstreiten. Das ist nun nicht alles zwingend immer so neu, aber weit weg von einer Selbstkopie. Wer es gerne mal poppiger mag, kann hier getrost zugreifen. (Website: www.robbiewilliams.com, Facebook: www.facebook.com/robbiewilliams) -- Marius Meyer

Robbie Williams | Love My Life (Official Video)

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