HALESTORM & WILSON – Bochum, Zeche (10.02.2016)

Halestorm, (c) Michael Gamon
Halestorm, (c) Michael Gamon
GeschÀtzte Lesezeit: 3 Minute(n)

Halestorm, das klingt, vor allem in Verbindung mit dem draußen herrschenden nasskalten Wetter inklusive heftiger Sturmböen, erst einmal recht bedrohlich. Doch anders als bei einem echten Hagelsturm (Hailstorm), gibt es bei der Band um die Geschwister Hale neben harten Gitarren auch viel Erhellendes und Freundliches zu sehen, insbesondere natĂŒrlich die auffĂ€llige Frontfrau Lzzy selbst.

Support Wilson erweist sich als wahrer GlĂŒcksgriff

Doch bevor Halestorm im Rahmen ihrer Into The Wild Life Tour die BĂŒhne der komplett ausverkauften Zeche in Bochum betreten, gibt es pĂŒnktlich um 19:30 Uhr und nach Kiss‘ Rock And Roll All Nite mit Wilson einen Support zu sehen, der es von der ersten Sekunde an krachen lĂ€sst! SĂ€nger Chad Nicefield fegt ĂŒber die BĂŒhne und unterstĂŒtzt von der fetten Base seiner Mitstreiter haut er den Fans ein fettes Rock’n’roll-Brett um die Ohren, das sich gewaschen hat. Der Begriff Fans ist auch durchaus treffend gewĂ€hlt, denn diese ertragen nicht nur den Support um endlich den Mainact zu sehen, sondern feiern die Amerikaner ordentlich ab, klatschen und sind auch vielfach erstaunlich textsicher.

Der begeisterte Applaus nach jedem Song, das lautstarke Mitmachen wann immer Fronter Chad seine Faust gen Himmel streckt und seine Aussage „So we are friends now, right Bochum?“ sprechen da wahrlich BĂ€nde – heute sind wir schon jetzt Freunde geworden, und viele zudem Fans von Wilson, die die BĂŒhne nach 40 Minuten und mit weit mehr als nur Höflichkeitsapplaus verlassen. (https://www.facebook.com/wilsonparties/)

Adrenaline is one hell of a drug

Bei einer so gut angeheizten Crowd können natĂŒrlich auch Halestorm auf einen lautstarken Empfang bauen. „Halestorm, Halestorm“ hallt es um 20:45 Uhr aus den Kehlen der 800 Fans und mit I like it heavy bekommen sie gleich das heutige Motto verpasst. Lzzy steht mit ihrem kurzen Rock in der BĂŒhnenmitte zwar voll im Fokus, doch auch ihre Mitstreiter verstecken sich nicht,

Fanbegeisterung bei Wilson und Halestorm

Fanbegeisterung bei Wilson und Halestorm

setzen sich immer wieder gekonnt in Szene und vor allem Drummer Arejay, Lzzys Bruder, avanciert mal wieder mit vielen Spielereien zum heimlichen Star der Show. Auch die Band aus Pennsylvania hĂ€lt das Tempo zumeist hoch und insbesondere I am the fire ist ein echtes Brett, dem Love Bites mit lautem Zuschauerchor in nichts nachsteht, bevor die Ballade Familiar Taste Of Poison fĂŒr eine kleine, aber intensive Verschnaufpause sorgt. Danach wird aber wieder Energie zugelegt und Lzzy bemerkt treffend: „Adrenaline is one hell of a drug„, bedankt sich fĂŒr den Applaus mit einem kurzen „Danke“ und erzĂ€hlt, dass sie und ihr Bruder Halb-Deutsche sind. Sie sei dankbar, dass die Fans ihre Kraft gegenĂŒber Bands nutzen indem sie sie mit Ticket- und AlbumkĂ€ufen unterstĂŒtzen. Das ruhige Dear Daughter folgt und unterstreicht ideal Lzzys raue Stimme. Mit Mz. Hyde wird das Tempo dann aber wieder merklich angezogen bevor der Groove von Amen die Beine der Zuschauer im Takt tanzen lĂ€sst. Zeit das Feld Bruder Arejay zu ĂŒberlassen, der beim langen, aber abwechslungsreichen Drum Solo wirklich alles gibt und auch das Publikum animieren kann einzusteigen. Die Medley-Covereinlagen von Rock And Roll All Nite, Highway To Hell und Seven Nation Army oder den Gebrauch riesiger Sticks hĂ€tte es da eigentlich gar nicht gebraucht, lĂ€ngst haben Arejay und Halestorm ihr Publikum voll im Griff und auch Arejay beschwört den Freundschaftsgeist des heutigen Abends, bevor der Rest der Band zu Mayhem wieder auf die BĂŒhne kommt und die Zeche im Sturm erobert. FĂŒnf weitere Kracher folgen, von denen schlußendlich I Miss The Misery das Set nach knapp 90 Minuten vollendet und ein vom kompletten Abend schwer begeistertes Publikum zurĂŒcklĂ€sst. (https://www.facebook.com/halestormrocks/)

Setlist HALESTORM @ Bochum, Zeche (10.02.2016)
  1. I Like It Heavy
  2. It’s Not You
  3. Sick Individual
  4. Scream
  5. I Am the Fire
  6. Love Bites (So Do I)
  7. Familiar Taste of Poison
  8. Unapologetic
  9. Dear Daughter
  10. New Modern Love
  11. Mz. Hyde
  12. Amen
  13. Drum Solo
  14. Mayhem
  15. Apocalyptic
  16. I Get Off
  17. Freak Like Me
  18. Here’s to Us
  19. I Miss the Misery

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