PETER HEPPNER – Leipzig, Gewandhaus (28.09.2015)

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Ein obligatorisches Glas Rotwein, NotenstĂ€nder, Keyboard, Schlagzeug und Gitarre, ein unvergesslicher Ohrenschmaus geht in die zweite Ausgabe. PĂŒnktlich um 19:30 Uhr öffneten sich die Toren zum Mendelsohn-Saal im Gewandhaus Leipzig. Bereits vorher hatte sich eine beachtliche Schlange Fans vor den TĂŒren gebildet, denn bei freier Platzwahl ermöglicht ein zeitiges Erscheinen auch die besten PlĂ€tze in den vorderen Reihen. Nach dem Öffnen der TĂŒren strömten ca. 500 gut gelaunte Fans in den Mendelsohn-Saal und nahmen artig auf ihren PlĂ€tzen Platz. Somit ist fĂŒr heute eindeutig klar, dass es vor der BĂŒhne keine großartigen Bewegungen seitens der Fans geben wird, jeder wird auf seinem Stuhl kleben bleiben. Das Publikum ist ziemlich gemischt und mir fĂ€llt auf, dass viele Paare anwesend sind. Denn etwas kann man nicht bestreiten: Peters Musik bzw. die der Wolfsheim-Ära, hat ja einen gewissen Kuschelfaktor und lĂ€dt zum gemeinsamen TrĂ€umen ein.

Als es dann 20 Uhr war, nahmen Dirk Riegner am Keyboard und Achim FĂ€rber am Schlagzeug Platz. Gitarrist Carsten Klatte griff beherzt in seine Saiten. Leise begannen sie den akustischen Abend einzulĂ€uten und spielten ruhige Melodien. Nun nahm auch SĂ€nger Peter Heppner hinter seinem NotenstĂ€nder Platz. Zwischen den einzelnen Liedern sprĂŒhte Peter nur so vor Humor und kleine witzige Einlagen lockerten das doch etwas melancholische, aber dennoch wunderschöne Konzert auf.
FĂŒr diesen Abend wurden nicht nur StĂŒcke seiner Soloalben umgekrempelt, auch Lieder der Wolfsheim-Ära wurden akustisch neu gestaltet. Am Anfang erklang das allzeit bekannte And I und mit Care For You wurden weitere Erinnerungen an das Duo aus Hamburg wach. Mit einer vom Piano begleiteten Melodie und Peters melancholischer Stimme malt er Meine Welt und bereits jetzt war das Publikum verzaubert und allen wurde klar, dass heute ein besonderer Abend ist. Mit Being me und Noch nicht soweit folgten dann weitere Solo-Songs.
Als Peter Heppner wieder in seine musikalische Vergangenheit reist, bekommt man bei Annie und KĂŒnstliche Welten GĂ€nsehautfeeling pur geboten. Die Fans sind restlos begeistert und verzaubert. Durch die akustische Version, und nur begleitet durch das Piano, bekommt Peters melancholische Stimme einen besonderen Klang und seine Stimme steht so dominant im Vordergrund, dass es einem kalt und zu gleich heiß den RĂŒcken herunter lĂ€uft und man gepackt ist in eine rosarote Wolke aus lieblichen KlĂ€ngen und Melodien. Ein Ohrenschmaus der besonderen Klasse.
Der Höhepunkt dieses besonderen Abends wurde nun angekĂŒndigt. Verpackt in eine Portion Humor verkĂŒndet Peter stolz, dass er heute in dieser zweiten Ausgabe der akustischen Konzertreihe, die Ehre hat, ein Medley aus zwei neuen Songs aus dem kommenden Album prĂ€sentieren zu können. Dies sind Gib mir doch nen Grund und Good things break und alle Fans lauschten verzĂŒckt diesen neuen und doch so typischen Melodien. Man darf auf das neue Album gespannt sein, denn diese beiden Songs machen neugierig und zumindest die Fans in Leipzig waren schon einmal begeistert. Leider hat uns Peter nicht verraten, wann das Album erscheinen soll und wie es heißen wird. Also heißt es wieder abwarten und Rotwein trinken.
Mit Kein zurĂŒck verabschiedeten sich der SĂ€nger und seine Band und die Fans forderten lautstark eine Zugabe. Peter ließ sich nicht lange bitten und kam mit seinen Kollegen wieder auf die BĂŒhne. Die Stimmung im Mendelsohn-Saal war einfach nur groß- und einzigartig. Alle waren begeistert und feierten die Band. Mit dem allseits beliebten Dauerbrenner The Sparrows And The Nightingales, der laut Peter auch bis jetzt auf keinem Konzert gefehlt hatte, folgte ein weiteres Highlight an diesem besonderen Abend. So hatte man diesen Song noch nie gehört und das GĂ€nsehautfeeling stellte sich sofort wieder ein. Niemand hatte etwas gegen diese akustische Version, was auch durch den frenetischen Applaus seitens der Fans bestĂ€tigt wurde. Als sich im Zuge dessen alle vier KĂŒnstler vom Publikum verabschiedeten, wurde das HĂ€ndeklatschen etwas stĂ€rker und niemand saß mehr auf seinen StĂŒhlen. Lautstark wurde noch eine weitere Zugabe gefordert und natĂŒrlich gingen die Herrschaften nicht ohne eine weitere Zugabe von der BĂŒhne. Als Abschiedslied gab es eine Coverversion von Anna Stens Ich weiß nicht, zu wem ich gehöre, das natĂŒrlich aus der Sicht Peters umgetextet wurde – Ein Musikgenuss der besonderen Klasse. Dieses Lied schloss den Abend nicht melancholisch oder schwermĂŒtig, sondern mit einem LĂ€cheln in den Gesichtern der Fans und der Band. Ich habe euch einmal den Songtext mit angefĂŒgt, so wie ihn Peter vorgetragen hat. Lest, genießt und schmunzelt. Danke Peter fĂŒr diesen traumhaften Abend.

ICH WEIß NICHT, ZU WEM ICH GEHÖRE

Ich weiß nicht zu wem ich gehöre
Ich bin doch zu schade fĂŒr eine allein.
Wenn ich jetzt grad hier Treue schwöre
Wird wieder eine andere ganz unglĂŒcklich sein.

Ja soll denn etwas so schönes nur einer gefallen
Die Sonne, die Sterne gehören doch auch allen.
Ich weiß nicht zu wem ich gehöre
Ich glaub ich gehöre nur mir ganz allein.

Ich weiß nicht zu wem ich gehöre
Ich bin doch zu schade fĂŒr eine allein.
Wenn ich jetzt grad hier Treue schwöre
Wird wieder eine andere ganz unglĂŒcklich sein.

Ja soll denn etwas so schönes nur einer gefallen
Die Sonne, die Sterne gehören doch auch allen.
Ich weiß nicht zu wem ich gehöre
Ich glaub ich gehöre nur mir ganz allein.

Fazit: Trotz Peters ErkĂ€ltung war dieses Konzert fĂŒr mich ein besonderer Genuss. Ein GĂ€nsehautfeeling folgte dem nĂ€chsten. Der Einzigartigkeit dieser markanten und ausdruckstarken Stimme kann sich kein Fan entziehen. In meinen Augen und Ohren ein mehr als nur gelungener Abend, der vielleicht mit einer Akustik-CD gekrönt werden könnte. Es kam trotz der Melancholie keine trĂŒbe Stimmung auf und mit Vorfreude auf das kommende Album, kann man dank dieses Konzertes in Erinnerungen schwelgen. Die akustische Ummantelung passt super zu Peters Stimme und macht das Liedgut auch in diesem Gewand einzigartig.

Setlist PETER HEPPNER @ Leipzig, Gewandhaus (28.09.2015):
01. And I (Wolfsheim)
02. Care for you (Wolfsheim)

03. God smoked
04. Meine Welt
05. Being me
06. Noch nicht soweit
07. Heroin she said (Wolfsheim)
08. Wherever
09. Annie (Wolfsheim)
10. Twelve
11. KĂŒnstliche Welten (Wolfsheim)
12. Easy
13. Deserve to be alone
14. This time (Wolfsheim)
15. Die Flut
16. Cry tonight
17. Gib mir doch nen Grund / Good Things break (Medley von zwei neuen Songs aus dem kommenden Album)
18. Wir sind wir
19. Kein ZurĂŒck (Wolfsheim)
20. Leben
 I feel you (Schiller) (Z)
21. The sparrows and the nightingales (Wolfsheim) (Z)
22. Ich weiß nicht zu wem ich gehöre (Anna Sten Cover) (ZZ)

 

Fotos: Danny Sotzny

Geschrieben von
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