UNZUCHT – Schweigen/Seelenblind EP

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7 Bewertung

7

(VÖ: 21.08.2015)

Ein knappes Dreivierteljahr nach der Veröffentlichung des dritten Albums Venus Luzifer bringen Unzucht eine neue 8-Track-EP auf den Markt. Die beiden Titelsongs, welche sich bei Band und AnhĂ€ngern anscheinend großer Beliebtheit erfreuen, kennt man bereits von der dritten LP, der Mehrwert der knapp 37-minĂŒtigen Scheibe besteht vor allen Dingen in den beiden noch unveröffentlichten StĂŒcken Die Dialektik des Schreckens und Ein letzter Gedanke, welche aus den Aufnahme-Sessions zum Album stammen. „FĂŒr zu gut, um sie nicht zu veröffentlichen“, hĂ€lt SĂ€nger Daniel Schulz das Song-Duo, welches es nicht auf Venus Luzifer schaffte. Und da mag man ihm als geneigter Zuhörer unumwunden zustimmen. Ersterer erinnert mit seinem treibenden, tanzbaren SoundgerĂŒst an alte „Klassiker“ wie Schwarzes Blut oder TodsĂŒnde 8, Ein letzter Gedanke bedient dann eher wieder die Midtempo-Fraktion, sollte aber mit seinem Ohrwurm-Refrain bei BerĂŒcksichtigung in den kommenden Live-Sets fĂŒr Freude beim Publikum sorgen.

Die zweite HĂ€lfte der EP bilden dann insgesamt vier Remixe unterschiedlichster KĂŒnstler. Death Valley High, der von den Fans eher zwiegespalten aufgenommene Support-Act beim ersten Teil der Venus Luzifer-Tour, nerven bei ihrer 80er-Goth inspirierten Version von Seelenblind leider mit einem anstrengenden Gitarrensound-Loop im eigentlich tollen Refrain. Wenig verwunderlich, dass dann auch Erdling, baldiger Unzucht-Support bei der im Herbst startenden zweiten Tour zur Venus Luzifer-LP zu einer Neubearbeitung eingeladen wurden. Und die aus dem Ruhrgebiet stammende Band mit zwei ehemaligen Mitgliedern von Stahlmann verwandelt das im Original eher balladeske Neugeboren in einen Uptempo-NDH-Song, der beim einen oder anderen auf Rammstein-Partys auflegenden Szene-DJ durchaus den Weg in die Playlist finden könnte.

Nichts an der Geschwindigkeit des Originals verĂ€ndert im Anschluss das Allstar-Projekt Bells Into Machines um Paul Barker (Ex-Ministry) und Chris Connelly (Ex-Revolting Cocks). Sie fĂŒgen bei Schweigen lediglich einige Oldschool-Electro-Industrial-Elemente hinzu. Kann man hören und gut finden, muss man aber nicht. Den Abschluss liefert dann eine Disco-Electro-Dubstep-Version des Projekts Roboz vom StĂŒck Das Denkmal fĂ€llt, die nicht nur kaum mit Schulz‘ Stimme harmoniert, sondern auch musikalisch so gar nicht mit dem Text zusammenfindet. Und da fragt man sich dann schon, welcher Unzucht-Fan damit etwas anfangen kann…

Auf der Habenseite stehen somit ĂŒberwiegend die eigenen StĂŒcke der Hannoveraner, die einmal mehr unter Beweis stellen, warum sich ihr deutschsprachiger Synthrock immer grĂ¶ĂŸerer Beliebtheit erfreut. Fans dĂŒrfen alleine wegen der beiden unveröffentlichten Songs bedenkenlos zugreifen und sich auf die am 22. Oktober in Aschaffenburg startende Tour freuen.

Tracklist UNZUCHT – Schweigen/Seelenblind:
1. Schweigen
2. Seelenblind
3. Die Dialektik des Schreckens
4. Ein letzter Gedanke
5. Seelenblind (Death Valley High Remix)
6. Neugeboren (Erdling Remix)
7. Schweigen (Bells Into Machines Remix)
8. Das Denkmal fÀllt (Roboz Remix)

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Geschrieben von
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