Kommentar zum AMPHI FESTIVAL 2015 im neuen Amphi Eventpark in Köln

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Das erste Amphi Festival 2.0, nein sogar 3.0 wenn man das Amphitheater Gelsenkirchen mitrechnet, ist Geschichte und es wurde bereits schon viel darĂŒber in Social Media geschrieben. Grund genug also, dass ich nun auch noch –zumindest kurz- meinen subjektiven Senf (der nicht zwangslĂ€ufig die Meinung unserer Redaktion widerspiegelt) dazu abgebe
 als hĂ€tte die Welt darauf gewartet
 😉

Der Startschuss mit dem Call The Ship To Port Event am Freitag klappte trotz des Niedrigwassers und der dadurch notwendigen Verlegung des Anlegepunktes perfekt. Das Wetter hielt zunĂ€chst und es konnten oben an Deck ausgiebig die Sonne genutzt und spĂ€ter dann die Konzerte im Innenraum genossen werden. !distain lieferten einen soliden Synthiepop-Gig ab, der ihnen sicher neue Fans beschert hat. Im Anschluss Ezionoga alias Agonoize mit einem „Partyset“, dafĂŒr ohne Blut. Irgendwie anders, aber trotzdem hatten die Fans ihren Spaß und spĂ€testens bei And One kamen wohl alle auf ihre Kosten, denn das Set aus quasi ausschließlich alten Hits hatte es mit Body Nerv, Take Some More und Co. hatte es echt in sich. Da störte es auch keinen, dass es oben irgendwann zu regnen begann, man war ja eh in Feierstimmung im Inneren des Schiffs


Am Samstag kam es dann erst einmal so, wie es zu befĂŒrchten stand: „Dank“ Unwetterwarnung und zum Teil wirklich krassen Sturmböen, war an die Nutzung der AußenbĂŒhnen nicht zu denken und auch alle StĂ€nde mussten leider draußen geschlossen bleiben. Hierbei handelte es sich um ein Verbot von offizieller Seite, der Veranstalter hĂ€tte die AußenflĂ€chen also, selbst wenn er gewollt hĂ€tte, nicht nutzen dĂŒrfen!
Und hier spielte dann die Lanxess Arena ihren ersten Trumpf gegenĂŒber dem Tanzbrunnen aus, auch wenn dies zu diesem Zeitpunkt irgendwie kaum einer so recht wahrnehmen wollte, da die Unzufriedenheit und auch Unsicherheit bei den GĂ€sten ĂŒberwog. Ein Amphi Festival am Tanzbrunnen wĂ€re sicher am Samstag, wie auch andere Großveranstaltungen wie das Juicy Beats oder auch die stattdessen stattfindende Veranstaltung am Tanzbrunnen, komplett ausgefallen! So aber konnte das Amphi als quasi einziges Festival der Region, zumindest mit einem abgespeckten Programm, ĂŒber die BĂŒhne gehen. Die Veranstalter waren bemĂŒht, so viel wie möglich auf die große BĂŒhne in der Lanxess Arena zu legen bzw. PlĂ€ne zu erstellen, wie man einiges dann vielleicht noch am nĂ€chsten Tag unterbringen kann. Da natĂŒrlich ein paar Bands bereits andere PlĂ€ne hatten und daher leider solch interessante neuere Acts wie The Devil And The Universe, Lebanon Hanover, Aeon Sable oder die wiedergekommenen Neuroticfish ausfielen war schade, aber leider angesichts der UmstĂ€nde nicht zu Ă€ndern. FĂŒr das Wetter konnte schließlich keiner!

Etwas problematisch war allerdings die Informationspolitik, aber da merkt man dann eben, dass sich ein Szenefestival nicht den Stab an Mitarbeitern leisten kann wie ein Rock am Ring und Co. es vielleicht können und so doch ein paar Ressourcen fehlten. Alle waren offensichtlich so sehr mit der Umplanung der Acts und –noch wichtiger- mit der Sicherstellung des gefahrlosen Ablaufs beschĂ€ftigt, dass es relativ lange dauerte, bis der jeweils kurzfristig aktualisierte Spielplan auf den Monitoren der Arena erschien, zumal der lĂ€ngst Überholte auch dann noch etwas lĂ€nger weiter mit rotierte. In der Übergangszeit versuchten die Ansager Honey, Dr. Mark Benecke, Oliver Klein oder Der Tod alles, um die Zuschauer zu informieren, allerdings kam davon nicht immer alles bei diesen an, so dass der Unmut groß war und viele ihrem Ärger auch sogleich im Internet Luft machten. Auch ich haderte etwas mit der Informationspolitik, zumal ich eigentlich schon davon ausgegangen bin, dass man einen groben Plan B in der Tasche hat, falls die AußenbĂŒhnen tatsĂ€chlich komplett am Samstag geschlossen bleiben wĂŒrden. Schließlich bestand die Gefahr bereits seit 2 Tagen. Nachdem ich nun aber eine bzw. 2 NĂ€chte drĂŒber geschlafen habe, muss ich das etwas revidieren, denn ich denke, dass das leichter gesagt als getan ist, schließlich waren das extreme UmstĂ€nde! Und das Veranstalterteam war in den Tagen vor dem Festival sicher sowieso genug mit dem komplett neuen Projekt „Amphi Festival im Amphi Eventpark“ beschĂ€ftigt und durfte vermutlich auch nicht allzu frĂŒh beginnen in der Arena zu werkeln usw. Die knapp 48 Stunden seit erster Warnung dĂŒrften also auch so stressig genug gewesen sein um das Festival ĂŒberhaupt durchfĂŒhren zu können. Ergo: Die Informationspolitik wĂ€re vermutlich steigerungsfĂ€hig, aber alles in Allem haben die Veranstalter hier einen guten Job gemacht und die Arena hat mit ihrer InnenbĂŒhne den Festivalsamstag gerettet, der sonst komplett –wie viele andere Events am Samstag- ins Wasser gefallen wĂ€re!!! NatĂŒrlich kam in der –leider extrem dunklen- Halle noch nicht wirklich FestivalgefĂŒhl auf, denn man fand kaum jemanden den man treffen wollte und zu angespannt war einfach die Stimmung. Viele liefen verunsichert durch die GĂ€nge, die dementsprechend zum Teil hoffnungslos ĂŒberfĂŒllt waren und an eine Shopping-Mall in der Vorweihnachtszeit erinnerten. Man muss den Samstag daher wohl als „chaotisch“, aber den UmstĂ€nden entsprechend „gerettet“ ansehen.

Am Sonntag sah das Wetter dann zum GlĂŒck ganz anders aus, die Sonne schien und sofort stellte sich das erhoffte Festivalfeeling ein. Zwar hielt man sich noch immer sehr viel in der Arena auf, da hier –anders als am Tanzbrunnen- die beliebten Acts eben innen statt außen spielen, aber der nun zugĂ€ngliche Außenbereich war gut angelegt und entzerrte das Geschehen in der Halle doch merklich. Zum GlĂŒck konnten nun auch die HĂ€ndler- und GastronomiestĂ€nde draußen öffnen, die einem am Samstag wirklich leidtun konnten. Das Programm startete am Sonntag bereits um 10:30 Uhr mit [:SITD:] und auch die Konzerte von Diorama und The Creepshow konnten nachgeholt werden. Neben den bereits zuvor genannten Bands fielen leider aber auch noch Der Fluch sowie die Lesungen aus. Ansonsten funktionierte nun alles wie am SchnĂŒrchen und man konnte erkennen, wie man sich das Ganze wohl von Anfang an gedacht hatte. Es war wirklich unglaublich, wie viel Pech der Veranstalter mit dem ersten Tag hatte, so etwas wĂŒnscht man keinem, schon gar nicht bei der Premiere: Bisher keinerlei Erfahrungen wie sich der neue Eventpark bei Auslastung verhalten wĂŒrde und dann macht einem das Wetter gleich einen solch groben Schnitt durch die Rechnung. Was fĂŒr ein GlĂŒck, dass der Sonntag dann ganz anders ausfiel und zu einer absolut runden Sache mit tollen Bands wurde. Dass der neue Standort Potential hat, wurde am Sonntag jedenfalls wirklich deutlich und ich denke, die meisten sind schlussendlich doch mit einem zufriedenen GefĂŒhl wieder nach Hause gefahren und freuen sich auf die Neuauflage im kommenden Jahr, die am 23.+24.07.2016 stattfinden wird. Erste Bands werden unmittelbar nach dem M’era Luna am 10.08.2015 bekanntgegeben.

Es bleibt also spannend und am Ende heißt es sowieso: Alles wird Amphi!

Mich wĂŒrde an dieser Stelle dann noch interessieren, wie ihr die Sache empfunden und welche VerbesserungsvorschlĂ€ge ihr habt?!? Teilt es mir in den Kommentaren auf unserer Facebookseite mit (https://www.facebook.com/monkeypress.de). Mir persönlich fĂ€llt da vor allem die Nutzung einer zumindest leichten Deckenbeleuchtung in der Halle ein, wenigstens wĂ€hrend der Spielpausen, denn das war zum Teil schon verdammt gefĂ€hrlich! Gerade wenn man aus der Sonne nach innen kam, sah man in der Halle, selbst wenn keine Band spielte, fĂŒr eine ganze Weile absolut nichts und niemanden!Extrem positiv habe ich hingegen vor allem die Parkplatzsituation empfunden und die sanitĂ€ren Anlagen suchen eh ihresgleichen bei anderen Festivals, Luxus pur!

P.S.: NatĂŒrlich werden wir in KĂŒrze auch ĂŒber das Amphi Festival berichten und euch mit Fotos verwöhnen, schaut also vorbei oder liked am besten direkt unsere Facebookseite um ĂŒber News auf dem Laufenden zu bleiben!

Geschrieben von
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