DEINE LAKAIEN & GOD’S BOW – Dortmund, FZW (15.02.2015)

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MajestĂ€tisch und mit raumfĂŒllend-tiefer Stimme schreitet Alexander Veljanov ruhig ĂŒber die BĂŒhne des gut besuchten FZW in Dortmund. Nachdem der Termin auf diesen regnerischen und kalten Abend im Februar verschoben werden musste, sind die Fans von Deine Lakaien Ă€ußert froh, ihre besonnenen Herren auf der BĂŒhne endlich feiern zu können.

Wie auch schon auf dem ersten Block der Tour, durfte das polnische Duo God’s Bow den Abend eröffnen. Eine Band, die man sonst eher nicht in Deutschland zu Gesicht bekommt. Mit den ersten gesungenen Tönen von SĂ€ngerin Agnieszka Kornet wird jedoch schnell der Grund hierfĂŒr hörbar und auch fĂŒr das Auge eindeutig erkennbar. Auch wenn die Texte und die Musik recht gut zu Deine Lakaien passen, lĂ€sst die PrĂ€sentation des Gesamtkunstwerks God’s Bow doch zu wĂŒnschen ĂŒbrig. Ein lethargisch drein schauender Keyboarder namens KeyP, die man auch fĂŒr eine steife Marionette halten könnte und eine gesangliche Klangfarbe und Mimik, die zu den gesungen Texten wenig in Einklang zu bringen sind. Das Duo prĂ€sentiert am heutigen Tage in erster Linie StĂŒcke von ihrem neuem Album Tranquilizer, welches durch den monotonen Sound wohl eher weniger oft ĂŒber den Ladentisch hinweg den Besitzer gewechselt haben wird. Lediglich das Publikum mag hier besonders erwĂ€hnt sein, denn diese besitzen den Anstand auch bei God’s Bow zu klatschen. Letzter Song der Polen an diesem Abend: Follow! Na, hier wohl eher nicht.

Mit Bedacht und scheinbar zaghaft schĂŒchtern betritt nun Alexander Veljanov unter großem Beifall die noch recht dunkle BĂŒhne, nachdem er Ernst Horn und seinen Musikern den Vortritt gewĂ€hrt hatte. Sogleich fĂŒllt sich der gesamte Raum mit einer wunderbar tiefen Klangfarbe. Selbst mit dem minimalistischen BĂŒhnenaufbau –oder sagen wir besser mit der Platzierung der einzelnen Musiker– sticht gerade hier die Persönlichkeit von Alexander Veljanov hervor und lĂ€sst die Zuschauer im FZW in Dortmund strahlen. Mit den ersten Tönen von Colour-Ize fangen die ersten Fans an sacht zu wippen und sich von den ruhigen KlĂ€ngen entfĂŒhren zu lassen. Die anderen Zuhörer beginnen mit geschlossenen Augen eine Reise in die Ferne. Gerade der starke Mittelpart mit all den Klassikern wie Into my arms, Over and done oder auch Where you are lĂ€sst nun jeden im FZW dahinschmelzen. Auch wenn die Jubelschreie eher im zaghaften Beifall enden, sind alle am Abend vor Rosenmontag glĂŒckselig. Gerade das verhaltene Klatschen scheint den Frontmann doch gewaltig zu stören, denn immer wieder fordert er zu mehr Ausgelassenheit auf, auch in dem Wissen, dass ein Konzert seiner Band Deine Lakaien eher fĂŒr stille, denn fĂŒr entfesselnde Euphorie sorgt. Eben auch wie an diesem Abend. Die Ehrfurcht des Publikums scheint trotz liebevoller Aufforderung nicht ĂŒberwindbar zu sein. Und auch die ausgeprĂ€gte Redseligkeit eines Alexander Veljanov kann dies nicht aufbrechen. So erzĂ€hlt er beispielsweise, dass Deine Lakaien nun eine Rockband sind, es mit seiner sinnlichen Stimme jetzt vorbei wĂ€re, denn er flog am Vorabend in Mannheim nach Europe von der BĂŒhne. Er habe den ganzen Tag nun schon Angst vor dieser Stelle, davor, wieder in den BĂŒhnengraben zu fallen. Aber dieser Bann scheint zum GlĂŒck durchbrochen. Ohne weitere StĂŒrze oder erkennbare Missgeschicke bewegen sich Deine Lakaien auf das Ende dieses wunderbaren Abends zu. Mit Love Me To The End beenden Ernst Horn und seine ebenso starken Musiker diesen gefĂŒhlvollen Abend.

Deine Lakaien – schnörkellos und stets perfekt! Eine Band, die mit der Laune des SĂ€ngers steht und fĂ€llt. Aber in dieser Nacht haben Deine Lakaien den „Fall-DĂ€mon“ definitiv besiegt!

Setlist DEINE LAKAIEN:
01. Colour-Ize
02. Reincarnation
03. Into my arms
04. Fighting the green
05. Over and done
06. Where you are
07. Nevermore
08. Gone
09. Europe
10. Return
11. Where the winds don’t blow
12. Overpaid
13. The ride
14. Farewell
15. Crystal Palace (Z)
16. Forever and a day (Z)
17. Love me to the end (Z)

Deine Lakaien:

God’s Bow:

Fotos: Daniela Letzner

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