WELLE:ERDBALL – Oberhausen, Kulttempel (29.03.2014)

WELLE:ERDBALL - Oberhausen, Kulttempel (29.03.2014)
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Seit über 20 Jahren blubbert bei Welle: Erdball vornehmlich C64-Sound aus dem Äther. Live-Konzerte der Minimal-Electro Formation haben mittlerweile Kultstatus erreicht. So ist es nicht verwunderlich, dass sich vor dem Eingang des Oberhausener Kulttempels bereits eine lange Schlange gebildet hat. Der Einlass verzögert sich allerdings um fast eine Stunde bis der wartenden Menschenmenge endlich Einlass gewährt wird.

Kaum haben sich die Besucher in der Halle eingefunden, eröffnen NachtAnalyse den Partyabend. Die Augsburger orientieren sich an der Musik der frühen 80er und auch optisch erinnern Daniel Düsentrieb (Synthie, Stimme, Drumcomputer, Programmierung), WELLE:ERDBALL - Oberhausen, Kulttempel (29.03.2014)Babsi per Du (Synthie, Stimme, Text) und Fantasti Wagner (Synthie, Drumcomputer, Stimme) an diese Zeit. Hochtoupierte Haare, Schulterpolster und jede Menge analoge Technik bestimmen das Bühnenbild. Am Ende ihres halbstündigen Auftritts erntet das Trio für ihre engagierte Show gehörigen Applaus.

Danach beginnt der Umbau für die Welle: Erdball Sendung. Videoprojektoren werden ausgerichtet, Kabel verlegt und schon beginnt der Countdown. Nach mehrmaligen Runterzählen erklingt das Intro „Hallo, hier spricht Welle: Erdball, Symphonie der Zeit, aus dem Äther schwingt und schwillt sie in die Ewigkeit.“ und Frl. Venus und Lady Lila betreten im hautengen Roboteroutfit die Bühne. Kurz darauf folgen A.L.F und Honey und los geht es mit dem Kraftwerk Klassiker Die Roboter. Es folgen weitere Songs von Tanzmusik für Roboter und auch wenn das Album erst seit gut einem Monat erhältlich ist zeigen sich die Fans enorm textsicher. Songs wie Computerklang und Der Flipperkönig sorgen zudem für ordentlich Bewegung im Publikum. Bei Herzschlag-Alarm hat dann die neue Welle: Erdball Moderatorin Lady Lila ihren großen Auftritt. Ihre Stimme ist zwar etwas gewöhnungsbedürftig, passt aber gut in das Gesamtkonzept der Gruppe. Dass die beiden Damen auch gut zusammen harmonieren zeigt sich wenig später auch bei Ich mach mich schön. Zu Mimikry werden dann noch die MB Senso Gerät (wer kennt sie noch?) ausgepackt bevor Band und Besucher zusammen Die Gedanken sind frei singen. Mit Tanzmusik für Roboter, dem Titelsong des aktuellen Albums soll es dann weitergehen. Eine rausgesprungene Sicherung beendet den Song jedoch bereits nach wenigen Takten. Kurzerhand wird noch mal Die Gedanken sind frei angestimmt und als der Strom nach wenigen Minuten wieder da ist klappt es schließlich doch noch mit der Tanzmusik und damit verabschieden sich Welle: Erdball dann auch in eine kurze Pause.

Setlist Welle:Erdball Part I:
01. Welle: Erdball Intro
02. Die Roboter
03. Das Passwort
04. Computersex
05. Computerklang
06. Herzschlag-Alarm
07. Der Flipperkönig
08. Mensch gegen Maschine
09. Des Wahnsinns fette Beute
10. Die Liebe der 3. Art
11. Gib mir meine Zukunft wieder
12. Vielen Dank für die Information
13. Ich mach mich schön
14. Mimikry
15. Die Gedanken sind frei
16. Tanzmusik für Roboter

WELLE:ERDBALL - Oberhausen, Kulttempel (29.03.2014)Überbrück wird die Unterbrechung mit einem Auftritt von Melted Moon – drei Nerds mit Gameboys, die damit 8-bit Electro Musik machen zu der das Publikum auch ordentlich abfeiert. Zusammen mit Lady Lila wird dann noch Ich bin aus Plastik performt, was bei den Welle: Erdball Fans natürlich besonders gut ankommt. Und auch die drei Jungs auf der Bühne haben bei ihrem Kurzauftritt augenscheinlich mächtig viel Spaß.

Weiter geht es nach gut einer halben Stunde dann mit dem wohl bekannten Welle: Erdball Wunschkonzert. Unter Aufsicht von Honey zieht Frl. Venus die Wunschzettel der Gäste. Neben einigen Klassikern wie Wo kommen all die Geister her, 23, Schweben fliegen und fallen und natürlich Arbeit adelt und Starfighter F-104G werden auch ein paar eher seltener gespielte Stücke gewünscht, beispielsweise Wizard of Wor und Elektrosmog. Fans und Band haben sichtlich Freude an der Songauswahl und die Stimmung im Kulttempel ist schon längst auf dem absoluten Höhepunkt angelangt. Dazu trägt auch maßgeblich die Partie Pong bei, bei der das Publikum den Cursor über die Lautstärke steuert. Zwar werden beide Spiele gegen den Computer haushoch verloren, aber das macht rein gar nichts und so tanzen alle nach dieser willkommenen Verschnaufpause fröhlich weiter. Leider endet aber jedes Konzert irgendwann und mit einem Blick auf die Uhr verabschieden sich Welle: Erdball nach gut 3½ Stunden Spielzeit vom Oberhausener Publikum. Natürlich aber nicht ohne die obligatorische Zugabe, die mit Monoton und Minimal, Elektrosmog und Es geht voran noch mal alles gibt. So ein Welle: Erdball Konzert sollte wirklich jeder einmal mitgemacht haben…

Setlist Welle:Erdball Part II:
17. Wizard of Wor
18. Wo kommen all die Geister her
19. Contergan
20. Tanz mit mir
21. 23
22. Die falsche Front
23. Ich bin nicht von dieser Welt
24. Deine Augen
25. Schweben, fliegen und fallen
26. Nur tote Frauen sind schön
27. Feuerwerk
28. Arbeit adelt
29. Starfighter F-104G
30. Lass uns ein Computer sein
31. Monoton und minimal (Z)
32. Elektrosmog (Z)
33. Es geht voran (Z)

Welle:Erdball:

NachtAnalyse:

Melted Moon:

Fotos: Daniel Beiderwieden

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