TWO DOOR CINEMA CLUB, ALT-J & KOWALSKI – Köln, E-Werk (19.11.2012)

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YAY! Es ist am 19.11. laut auf den Straßen die zum Kölner E-Werk fĂŒhren, jeder voller Vorfreude auf den anstehenden Auftritt der nordirischen Band Two Door Cinema Club. Das E-Werk ist fĂŒr diesen Abend schon seit mehreren Wochen ausverkauft und das steigerte, jedenfalls bei mir, ein wenig mehr die Erwartungen an diese noch junge Band. Sie touren momentan mit ihrem zweiten Studioalbum Beacon, welches nach dem in der Scene sehr gefeierten DebĂŒtalbum Tourist History erschienen ist. Doch zunĂ€chst sollten noch die zwei Bands Kowalski und Alt-J die Stimmung ein wenig mehr aufheizen und uns von ihrer musikalischen QualitĂ€t ĂŒberzeugen. Aus dem Grund, dass an diesem Abend zwei Supportbands spielen sollten, begann die erste Band Kowalski dann recht zeitig um 19:40 Uhr in der noch nicht ganz gefĂŒllten Halle zu spielen. Das Publikum war ihnen gegenĂŒber geteilter Meinung und so wurde die Zeit von einigen dazu genutzt sich noch mal ein Bier oder andere Erfrischungen zu holen. Das Quartett auf der BĂŒhne ließ sich davon jedoch nicht stören und spielte unbeirrt ihren leicht ĂŒbersteuert klingenden Sound weiter. Die BĂŒhne war grĂ¶ĂŸtenteils verhangen und verhinderte so die Sicht auf das Equipment und BĂŒhnenbild der spĂ€teren Hauptband. Die Stilart von Kowalski erinnert ein wenig an den gut bekannten und sehr eingĂ€ngigen Weststaaten Power-Pop Sound. Dabei zeigten sie jedoch wenig Innovatives und lediglich im letzten der sechs Lieder, die sie prĂ€sentierten, gab es ein wenig mehr Power in Form stĂ€rkerer Gitarren-Riffs. Danach verabschiedeten sie sich vom Kölner Publikum und merkten noch an, dass man sie, ihre Shirts und Platten nach dem Konzert noch am Merch antreffen könne. Dann verließen sie die BĂŒhne und die Umbauarbeiten fĂŒr die nĂ€chste Band Alt-J konnten beginnen.

Nach einer nicht besonders langen Wartezeit zeigten sich dann die Mitglieder der Band Alt-J im E-Werk. Das Quartett bestehend aus einem Drummer, Bassisten, Keyboarder und einem SĂ€nger ließ zunĂ€chst auf eine relativ konventionelle Rockband schließen. Was hingegen nicht so konventionell wirkt ist ihr Soundbild. Sie mischen Indierock mit vielen interessant klingenden Elektropop EinflĂŒssen, die der SĂ€nger, Joe Newman, mit einer gospelartigen Stimme ergĂ€nzt. Die britische, aus Leeds stammende Band bot der Masse eine sehr abwechslungsreiche Tracklist an, welche sehr angenehm zu hören war und stets mit einer gewissen Frische aufwartete. Auch bemerkenswert war es, dass einige aus dem Publikum extra nur fĂŒr diese Band angereist waren und ihre Band mit dem Handgruß eines griechischen großen Deltas verabschiedeten. Dies war nĂ€mlich das eigentliche Logo der Band und so grĂŒĂŸte ein Teil der Band mit selbigem Gruß und einem LĂ€cheln im Gesicht zurĂŒck.

Als der letzte der Band Alt-J die BĂŒhne verlassen hatte, begannen erneut Umbauten auf der BĂŒhne, aber dieses Mal endlich fĂŒr die Band, auf die man an diesem Abend die ganze Zeit gewartet hatte. Dabei zeigte schon der BĂŒhnenaufbau, mit schrĂ€g laufenden LED-LĂ€ufen im BĂŒhnenhintergrund, vielen Strahler-Scheinwerfern und großem Logo Emblem in der Mitte, dass uns eine große Show bevorstand.

Das Licht wurde gedimmt, bis es schließlich erlosch, die Hintergrundmusik verstummte und die Fans kreischten und applaudierten, denn jeder wusste, dass es jetzt losgehen wĂŒrde. Dann sah man sie, mit einer gewissen ZurĂŒckhaltung betraten Frontman Alex Trimbel, Gitarrist Sam Halliday und Bassist Kevin Baird die BĂŒhne. Sie begannen mit dem Opener Sleep Alone, welches besonders zu Beginn sehr basslastig ist und die Menge nach der lĂ€ngeren Pause sofort wieder auf Betriebstemperatur brachte. Gefolgt von Undercover Martyn, eins der gefeiertesten StĂŒcke von ihrem ersten Album. Dabei begeisterten die Lieder an sich, sowie der bloße Fakt, dass sie in einer sehr guten SoundqualitĂ€t und LautstĂ€rke prĂ€sentiert wurden, sodass die Band sich zunĂ€chst davon tragen ließ gut vorbereitet zu sein. Auch die Lichtshow trug dazu einen gewissen Teil bei. Die erwĂ€hnten LED-LĂ€ufe waren bestens auf den Rhythmus und die Emotionen in jedem Song angepasst und wurden optimal durch die Dynamik der motorisierten Strahlenscheinwerfer ergĂ€nzt. Diese Effekte waren besonders beeindruckend bei Sun, bei dem sich Trimble an das Keyboard setzte und die Lichttechnik durch viele einzeln gebĂŒndelte Strahlen eine Art kĂŒnstliche Sonne ĂŒber ihm erstrahlen ließ. Just Awesome! Weiter ging es mit Pyramid, bei dem sich im Zentrum der Halle die ersten ordentlichen Mosh Pits bildeten und die Fans langsam zur Höchstform aufliefen. Beim anschließenden I Can Talk war dann keiner mehr zu halten und die ganze Menge mischte sich ordentlich durch, sodass die Musik fast nebensĂ€chlich und nur noch nach dem ungefĂ€hren Rhythmus des Liedes rumgesprungen wurde. Unterbrochen wurde dies erst vom Frontman selbst, als er zu The World is Watching ankĂŒndigte „We gonna play a slower song now“. Uff. Durchatmen und die Musik genießen bis es zur nĂ€chsten Eskalation kommt, dachte da wohl jeder und damit sollten sie auch Recht behalten. SpĂ€testens zu Something Good Can Work, auch einer der „Klassiker“ auf ihrer DebĂŒtplatte, gab es dann wieder Grund und Rhythmus im Überfluss, um zu Springen. Vor dem vorletzten Song der offiziellen Setlist Handshake gab es dann noch ein in gebrochenem Deutsch „Dak-e-sön“ von dem sonst doch sehr wortkargen Alex Trimble. Danach kam es dann zu dem letzten der 15 offiziellen Songs Eat that up, it’s good for you, bei welchem dem Publikum große luftgefĂŒllte BĂ€lle zum Spielen zugeworfen wurden, was bestimmt nur gut gemeint war , aber ob dies nun wirklich förderlich fĂŒr ein schönes Konzerterlebnis ist, soll dann lieber jeder fĂŒr sich selbst entscheiden. Abschließend gab es die obligatorischen drei Zugabe-Lieder und ein weiterer Konzertabend im E-Werk ging zu ende.

Bleibt festzuhalten, dass Two Door Cinema Club an diesem Abend auf jeden Fall eine gute Dynamik im Publikum generieren konnte und dass die Leute sicherlich viel Spaß auf dem Konzert hatten und ausgiebig zum Feiern eingeladen wurden. Jedoch mag dies mehr an der Vorbereitung durch das BĂŒhnenbild und den zum Teil großartig eingĂ€ngigen Songs, als an der Motivation der Band an sich gelegen haben.

Setlist:
01. Sleep Alone
02. Undercover Martyn
03. Do You Want It All?
04. This Is The Life
05. Wake Up
06. You’re Not Stubborn
07. Sun
08. Pyramid
09. I Can Talk
10. Costume Party
11. The World Is Watching
12. Next Year
13. Something Good Can Work
14. Handshake
15. Eat That Up, It’s Good For You
16. Someday (Z)
17. Come Back Home (Z)
18. What You Know (Z)

Bilder des Konzerts befinden sich in unserer Konzertfotos Sektion (Bildkommentare sind durch Anklicken der Sprechblase möglich) oder direkt durch Anklicken der Fotos

Two Door Cinema Club:

Alt-J:

Kowalski:

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