Jesus On Extasy – No Gods

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Jesus On Extasy – No Gods



Zwei Jahre liegen nun hinter dem erfolgreichen Album ?Beloved Enemy? von Jesus On Extasy. Spätestens seitdem darf sich die aus dem Ruhrgebiet stammende Formation um Frontmann Dorian Deveraux stetig wachsender Fanscharen erfreuen. Doch im vergangenen Jahr gab es einige Umstrukturierungen innerhalb der Band. Alicia Vayne hatte das Feld geräumt und so wurde die Position am Bass vom Drummer BJ ersetzt, der am Saiteninstrument aber eine nicht weniger gute Figur macht. Für den richtigen Beat sorgt seit 2009 nun Dino am Schlagzeug. Ob sich diese Veränderungen auf die Musik der Synth- Rock- Band ausgewirkt hat und ob das Ganze nun genauso gut, schlechter oder vielleicht sogar besser daher kommt, werden wir dank ihrer neuesten Platte ?No Gods?, die seit Ende August in den Läden steht, erfahren.

?No Gods? ? soll das vielleicht darauf hindeuten, dass die Ruhrpott Rocker keine Götter sind und demnach auch keine göttliche Musik hervorbringen können? Ein versteckter Hinweis auf mögliches Unvermögen? Ganz und gar nicht, wie ich schon beim ersten Song ?Revenge? feststellen darf. Die Jungs (und Mädchen) wagen bereits hier einen Schritt weiter in richtig treibenden Rock; es klingt alles etwas härter, etwas ausgewachsener als alles, was wir vom Vorgänger ?Beloved Enemy? kennen. Der Mut zu mehr Gitarre gefällt mir bis hier hin schon einmal sehr gut. Und genauso gut geht es weiter, auch wenn der gleichnamige Song ?No Gods? etwas gefälliger daher kommt. Vor allem aber der Refrain hat es mir angetan. Der Einprägsamkeit der Zeilen habe ich einen treuen, fähigen Ohrwurm zu verdanken. ?Beauty In Your Eyes? kann zu Beginn wieder mit starken Gitarrenriffs überzeugen und leitet über fast schon gesprochene Vocals allmählich zu einem wundervollen Refrain, der mich vom Stil her etwas an Stücke von HIM erinnert. Mit ?Riot? hingegen kann mein persönlicher Geschmack nicht ganz bedient werden, ist es mir doch eine Spur zu punkig und passt von der Art her überhaupt nicht zu dem, was man von Jesus On Extasy kennt. Nichts desto Trotz darf der Mut bewundert werden, auf einer einzelnen Scheibe so viele verschiedene, musikalische Experimente zu wagen, wie sie hier auf ?No Gods? anzutreffen sind. Im Verlaufe bleibt es rockig, bleibt es neu und erfrischt. Das letzte Stück ?Tonight? dringt zunächst in seichterem Gewand in unser Ohr, steigert sich in sich jedoch und gipfelt in einem gefühlvollen, starken Ende. Meine Favoriten auf dieser Scheibe sind jedoch zweifelsohne der Ohrwurm- Garant ?No Gods? und das eindringliche ?Beauty In Your Eyes?.

Alles in Allem bleibt zu vermerken, dass die Veränderungen im JOE- Lager einen positiven Effekt nach sich zogen, wurde doch hier mehr gewagt und nahezu aufs Ganze gegangen. ?No Gods? gefällt von der Art her mehr als alles, was ich je von Jesus On Extasy gehört habe. Ich hoffe, dem derzeitigen Musiklevel folgen noch viele weitere experimentierfreudige, rockige Scheiben.


Tracklist:

01. Revenge
02. No Gods
03. Beauty In Your Eyes
04. Riot
05. Embrace The World
06. Transitoriness
07. Intoxicated
08. Movie Star
09. Shelter Me
10. Tonight

Autorin: Tanja Sunshine

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