Gothic Festival 2010 – Waregem, Expo (17./18.07.2010)

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Mittlerweile hat sich auch bis nach Deutschland herumgesprochen, dass das Gothic Festival in Waregem keine B-Veranstaltung ist und hier auch im fünften Jahr eine Sahnebesetzung antritt, um das internationale Publikum für ein Wochenende auf für Festivalverhältnisse ungewöhnlich hohem Niveau zu bespaßen.

Aber erst einmal ein paar Worte vorweg zu Location und Ablauf: Das Gothic Festival hat sich mittlerweile europaweit durch hochkarätige Besetzung und beeindruckend professionelle Organisation bereits in den vergangenen Jahren einen guten Ruf erarbeitet. Im direkten Vergleich zu Platzhirschen wie Amphi Festival oder M’era Luna ist es verhältnismäßig klein mit gerade einmal knapp 3.000 Besuchern, aber genau das macht den Reiz aus und die entspannte Atmosphäre möglich.

Das Expogelände mit der großen, modernen und sehr sauberen zweiteilbaren Halle bietet Parkplätze direkt vor der Tür, keine obligatorische Schlammlandschaft oder unzumutbare sanitäre Einrichtungen, dafür eine extrem nette und stressresistente Crew vor Ort. Man hat nach wenigen Minuten die Gewissheit: hier läuft alles sehr entspannt und stressfrei und wieso bekommt das bei uns niemand so hin? Es geht schon mit den sehr hilfsbereiten und freundlichen Securitykräften los, die alle mindestens den Landesstandard von 4(!) Sprachen fließend sprechen, ihren Job souverän durchziehen, dabei aber nicht unterschwellig dem Publikum durch ihr Gehabe zu verstehen geben, dass es potenziell als Gegner angesehen wird, was bei manchen Veranstaltungen durchaus auf die Stimmung schlägt.

In der Expo-Halle findet sich im Eingangsbereich eine kleinere Vorhalle, die den Verkaufsständen vorbehalten ist; die Haupthalle selbst ist zumindest in der Theorie Nichtraucherzone, was weitestgehend respektiert wird. Zusätzlich zum regulären Zuschauerraum vor den beiden Bühnen befindet sich eine Empore, die sich durch die ganze Halle zieht und mit riesigen Sitzsäcken und Kissenlandschaften in Weiß zum Chillen einlädt. Die Flächen darunter sind für Merchandise und weitere Händler reserviert, Getränketheken sind an allen Ecken gut erreichbar
platziert, dass man nicht ? wie sonst üblich ? quer durch die Halle muss. Die Gastro hat man clevererweise außerhalb der Halle untergebracht und es wurde ausschließlich draußen gegessen, so dass die Halle selbst am dritten Festivaltag (abgesehen von einer Flut von leeren Plastikbechern) aussah, wie sonst so manche Location VOR einer Veranstaltung.


Samstag, 17.07.2010

Jobbedingt sind wir erst am Samstag in Waregem angerückt, wo am Vorabend bereits Bands wie u.a. Faderhead, Funker Vogt, Sex Gang Children, Umbra et Imago und Covenant das Festival dem Vernehmen nach lautstark und überzeugend eröffnet hatten. Gerade bei den letztgenannten Schweden waren viele Besucher mit gemischten Gefühlen angereist, zumal Covenant Wochen vorher in Berlin ihren Auftritt allein Dank Daniel Myers professionellem Einsatz noch als solchen haben bezeichnen können. Die Band war diesmal ohne Keyboarder Joakim ? der verhindert war ? angereist. Als Vertretung brachte man Daniel von der EBM-Combo Dupont mit und entschädigte für den E-tropolis-Auftritt mit einem Best-of-so-far-Set, welches so gut ankam, dass selbst am nächsten Tag einige Besucher ganz begeistert berichteten.

Club Stage 16:00 Uhr

Arcana [GALLERY]

Als wir gegen 15.30 ankamen, hatten bereits Seventh Harmonic, Militia, Narsillion und Triore ihre Auftritte absolviert, es schlurften immer noch einige Gäste ob der Nachwirkungen der letzten Aftershowparty durchs Bild, die große Masse hatte sich allerdings schon vor der kleineren Club Stage eingefunden, um sich von Arcana, dem ersten Highlight des Tages, verzaubern zu lassen. Schon nach wenigen Minuten hatten die Schweden das Publikum in ihren Bann gezogen, wie man es sonst nur von Dead Can Dance-Auftritten kennt. Und im Gegensatz zu anderen Auftritten dieses Wochenendes wurde mit dem Applaus jedes Mal gewartet, bis auch der letzte Ton verstummt war, um nicht irgendeinen noch so winzigen Klang zu übertönen. Als etwas sonderbar empfunden wurde es, so eine Formation auf einem Festival stehend und nicht etwa in einem Konzertsaal sitzend spielen zu sehen. Die Atmosphäre lieferten Bühnenbeleuchtung und Publikum nach und gaben dem Auftritt den angemessenen Rahmen. Hervorragende Livequalitäten gepaart mit Gesangsstimmen, die in der absoluten
Oberliga des Genres spielen, ließen selbst den härtesten Electro im Publikum nicht kalt. Zwischenzeitig konnte man meinen, Brendan Perrys Stimmdouble singen zu hören. Beeindruckt und mit Ganzkörpergänsehaut wandte man sich zur Main Stage um, wo es mit Nosferatu aus England weitergehen sollte.


Main Stage 16:55 Uhr


Nosferatu [GALLERY]

 Oldschool Gothrock nach einem Arcana-Auftritt ist schon eine derbe Vollbremsung bzw. ein herber Richtungswechsel, entsprechend war die Halle bei Nosferatu bis auf einige wenige hundert Fans wieder entvölkert, was der Band aber auch scheinbar nicht wirklich als störend auffiel; hatte man doch offensichtlich auf der Bühne nicht wirklich große Ambitionen, mehr als müde lächelnd ein paar Schritte (mehr als drei waren es wirklich nicht) zu tun und seine Songs gelangweilt wie angewurzelt runterzuleiern. Maximaler Einbruch um kurz nach 17:00 Uhr. Schade für diejenigen, die sich dafür aus den Zelten bemüht hatten; die Stunde hätte man wirklich getrost liegend statt stehend verschlafen können. Ich habe selten so undynamische Leute deutlich diesseits der 60 ohne Zivi gesehen. Man hätte bereits beim Bandnamen ahnen können, dass mit den Herren tagsüber nicht viel los ist?


Club Stage 17:50 Uhr


Dive [GALLERY]

Umso dankbarer wurde Dirk Ivens vom Publikum in Empfang genommen, als dieser pünktlich um 17:50 Uhr die Club Stage betrat und knapp eine Stunde lang die Menge mit Megaphon zu einem Set tanzen ließ, das sich gewaschen hatte. Bei den herrschenden Temperaturen in der Halle war bereits nach 15 Minuten jeder warm getanzt. Herr Ivens öffnete wieder erwartungsgemäß und zur Freude der weiblichen Fans sein schwarzes Hemd und gab mit einer handverlesenen Auswahl schweißtreibender Tanzgaranten Vollgas. Wer nicht spätestens bei ?Mindtorture?, ?Bloodmoney?, ?There’s No Hope? oder ?Back To Nature? tanzte, den konnte vermutlich auch zu Front Line Assembly und Skinny Puppy nichts mehr locken. Dive beim Heimspiel in Belgien machte deutlich mehr Spaß, als auf deutschen Bühnen, was vermutlich aber auch an der insgesamt deutlich entspannteren Stimmung und der Clubatmosphäre lag: Spaß steht in Belgien deutlich mehr im Vordergrund, als Image. Nach dem Auftritt gab es die obligatorischen Lacher unter den anwesenden Fotografen, die bei einer vollen Stunde Strobogeflacker stolz verglichen, wer bei 200 Bildern mehr als 10 brauchbare erbeutet hatte?


Main Stage 18:50 Uhr


Anne Marie Hurst [GALLERY]

Als im Line-Up dieser Name auftauchte, gab es große Fragezeichen, da die ehemalige Frontfrau der Skeletal Family seit 20 Jahren auf keiner Bühne gestanden hatte und erst vor Kurzem im Internet schrieb, dass sie es noch einmal wissen wolle. Die Fragezeichen machten deutlich gesetzten Ausrufezeichen Platz, als Frau Hurst samt Band mit ihrer Bühnenpräsenz einigen zum Teil 20 Jahre jüngeren Bands zeigte, dass manche Bands, die die Bühne zur Wahlheimat gemacht haben, dorthin jederzeit problemlos zurückkehren können, weil es ihnen schlicht im Blut liegt und sie mit annähernd 50 Jahren immer noch ein Festival souverän rocken und dabei unverschämt gut aussehen und Energie versprühen können. Andere dürfen da aber bitte vielleicht lieber im Studio oder einfach zuhause bleiben. Dass Anne Marie Hurst viele dem Publikum unbekannte Stücke spielte, war nebensächlich, es wurde trotzdem lautstark mitgefeiert und getanzt, der Funke sprang bereits zu Anfang über. Als Zuckerguss obendrauf gab es nach ?So Sure? auch noch einen weiteren tiefen Griff in die Skeletal Family-Hit-Kiste und als die ersten Akkorde von ?Promised Land? erklangen, bewegte sich wirklich JEDER der Anwesenden, um eine sichtlich glückliche Anne Marie Hurst im Anschluss unter minutenlangem und wohlverdientem Applaus zu verabschieden.

Setlist:
01. River Of No Return
02. Down To The Wire
03. She Cries Alone
04. Don’t Let Go
05. Last Train
06. Move
07. The Angels
08. So Sure
09. I Have Changed
10. I Will Wait
11. Promised Land
12. Hands On The Clock

13. Walk In My Shadow


Club Stage 20:00 Uhr


Yelworc [GALLERY]

Lange hat es gedauert, bis Fans ihre Helden Yelworc live erleben durften, aber die Resonanz nach dem ersten Liveauftritt hielt sich schon im letzten Jahr beim WGT in Grenzen. Und so waren die Erwartungen an diesen Auftritt in Waregem auch eher bescheiden. Musikalisch zwar in Ordnung, streckenweise etwas langatmig und selbst die Videos waren halbwegs sehenswert; jedoch war zu spüren, dass das Publikum diesen Auftritt eher für Einkäufe und Flüssigkeitsnachschub nutzte oder schlicht geduldig aussaß. Denn die Bühnenpräsenz von Yelworc kam unglaublich unspannend und steif herüber und die Bewegungsabläufe in gefühlter Zeitlupe hätten eher zu einer Bundestagsrede als zu dynamischen Beats gepasst. Selbst hartgesottene Fans murmelten immer wieder, dass Yelworc sich mit diesem Auftritt keinen Gefallen getan und Show und Musik in keinem Verhältnis zu einander gestanden haben.

Setlist:
01. Numbers (new song)
02. Doom Of Choronzon
03. Ecce Mundo
04. Blood In Face
05. Dark Thorn
06. Bloodwhited
07. Teufels Dreizack
08. Eclosion
09. Purple Blood
10. Vampires Tongue (Live Cutted Version)
11. Outronius


Main Stage 21:05 Uhr


Front Line Assembly [GALLERY]

Im Anschluss ging es wieder zur Main Stage, wo Jeremy Inkel beim Soundcheck mit dem Publikum herumscherzte. Für viele, teils weit gereiste, Besucher war gerade die anstehende Kombination aus den beiden Elektrolegenden Kanadas ? Skinny Puppy und Front Line Assembly ? der Anlass für den Festivalbesuch. Entsprechend verdichtete sich das Publikum schlagartig vor der Bühne, als es auf dieser dunkel wurde und ein pulsierendes Intro den BPM-lastigen Teil des Abends einläutete. Da Bill Leeb Wochen zuvor im Web Wünsche für die Setlist entgegennahm, war bereits im Vorfeld klar, dass heute eine Party sondergleichen vor und auf der Bühne stattfinden würde. Pünktlich um 21:05 Uhr betraten Front Line Assembly mit Sturmhauben vermummt die Bühne und prügelten das Publikum auf unzähligen Drumkits mit "I.E.D.", dem Opener des gleichnamigen aktuellen Albums zum Schwitzen. Ohne Sturmhauben und sichtlich gut gelaunt feierten sich FLA mit der schwitzenden und tanzenden Menge durch 24 Jahre Bandgeschichte und brachten mit ?Plasticity?, ?Angriff?,
?Circuitry?, ?Resist?, ?Shifting Through The Lense?, ?Millenium?, ?Mindphaser? und etlichen weiteren Kulttracks das Publikum unter einstündiger Uptempo-Dauerhochlast an die körperlichen Grenzen, was bei den Temperaturen auch den Veranstalter dazu bewegte, die Seitenwände der Messehalle zu öffnen. Wenn die für den Herbst angesetzte Tour nur halb so genial ausfallen wird, kann man wohl zu Recht sagen, dass FLA dieses Jahr andere Musikerkollegen auf den Festivals ziemlich alt aussehen lassen und zu unerwarteter Höchstform aufgelaufen sind.

Setlist:
01. I.E.D.
02. Circuitry
03. Angriff
04. Resist
05. Release
06. Plasticity
07. Prophecy
08. Shifting Through The Lens
09. Millennium
10. Mindphaser


Club Stage 22:25 Uhr


In The Nursery [GALLERY]

Nach dem energiegeladenen Auftritt von Front Line Assembly hieß es zunächst mal wieder etwas herunterzukommen, sich abzukühlen und vielleicht sogar ein wenig entspannt zurückzulehnen. Die Schlagzahl ist bei In The Nursery aus dem britischen Sheffield nicht ganz so hoch, dafür aber zum Teil umso gewaltiger. Es ist immer wieder beeindruckend zu sehen, wie die vier Vollblutmusiker um die Zwillinge Klive und Nigel Humberstone mit Schlagzeug, Keyboard und Gitarre eine unnachahmliche Stimmung erzeugen und den Zuschauer vom Start weg in ihren Bann ziehen. Die gewaltigen Drums von Klive sind nicht nur optisch, sondern auch klangtechnisch das zentrale Aushängeschild und werden von Bruder Nigels Keyboardteppichen gerne samt umschmiegt. Weitere Taktangaben kommen von Drummer David und oben auf, quasi als Sahnehäubchen, gesellt sich der wohlige Gesang von Sängerin Dolores. In The Nursery Songs sind für ihre Atmosphäre bekannt und so war es seinerzeit auch keine große Überraschung und vielmehr eine wahre Freude, dass sich die Briten auch auf Soundtrackumsetzungen spezialisierten; ein Talent, dass sie auch heute wieder unter Beweis stellen sollten.

Der Set war gespickt mit echten Perlen aus ihrer mittlerweile fast dreißigjährigen Karriere, darunter ?Bombed?, ?Mystery? oder während der später lautstark geforderten Zugaben das rhythmische ?Compulsion?. Während dieser Zugaben gaben die vier zudem einen kleinen Einblick in ihre frühe Schaffensphase, als die Trommeln noch nicht so stark im Vordergrund standen und die Band einen dem Postpunk sehr ähnlichen Stil entwickelte. Schon toll, wenn eine Band so wandlungsfähig und doch authentisch bleibt. Besonderes Highlight und große Überraschung zugleich war aber heute ganz klar ein Gastauftritt, den es schon während des Mainsets zu bewundern gab: Zu ?Cobalt? betrat India – Klive und Doloreses Tochter – die Bühne und unterstützte die stolzen Eltern am Tambourine. Eine wahrhaft schöne Sache, die die ihrer Mutter sehr ähnliche India nach anfänglicher Nervosität großartig meisterte. Für Nachwuchs ist also gesorgt und man darf sich auch weiterhin auf träumerische Songs und Reisen in Traumwelten bei In The Nursery Konzerten freuen. Heute verlagerte sich die Vorfreude aber erstmal wieder zurück auf die Mainstage, wo der Auftritt des Headliners Skinny Puppy kurz bevorstand.

Setlist:
01. Rainhall
02. Blueprint
03. Hymn Noir
04. Bombed
05. Mystery
06. Silent In Time
07. Sixth Sense
08. Cobalt (feat. India)
09. Au Rebours (Flesh Field Remix)
10. L?Esprit
11. A to I (Z)
12. Stone Souls (Z)
13. Compulsion (Z)
14. Sentient (Z)


Main Stage 23:45


Skinny Puppy [GALLERY]

Als man die Vorbereitungen in der Umbaupause am Rande beobachtet hatte, wurde schnell klar, dass hier erwartungsgemäß nicht die klassische "Keyboard links oder rechts, Sänger irgendwo dazwischen"-Nummer ablaufen würde. Was innerhalb von einer halben Stunde an Leuten über die Bühne huschte und diese in eine
gigantische Rauminstallation verwandelte, war schon sehr beeindruckend. Links ein zunächst blickdichter Käfig und rechts die Geräteburg von cEvin Key, dazu die Mutter aller Drumkits und eine kleine Armada von großen und kleineren Videobeamern kreuz und quer über die Bühne verteilt. Man wusste von den legendären Auftritten aus der Vergangenheit, dass die Kanadier einiges auffahren würden. Etwas Gewaltiges kam auf uns zu und diese Einschätzung wurde im Anschluss noch deutlich nach oben korrigiert.

Zu den ersten Klängen von ?Love in Vein? schleppte sich Ogre komplett in Weiß mit spitzer Kopfbedeckung, Cthulhu-Maske, Zwangsjacke mit blutverschmierten Ärmeln und unzähligen Schnallen am Körper an einer Gehhilfe über die Bühne, welche in einer Flut aus Farben und Projektionen regelrecht unterging. Was die
Kanadier an multimedialer Reizüberflutung da ablieferten, war mit Abstand das Beste, was wir je von Skinny Puppy geboten bekommen haben und es fiel schwer, sich dem Gesehenen/Gehörten zu entziehen, still zugucken war schlicht unmöglich bei der Trackauswahl, die vom ersten bis zum letzten Stück die auf der Bühne inszenierte surreale Welt noch verstärkte. Im Verlauf der Show wechselte Ogre mehrfach die Maske, kletterte in den mit weißen Laken verhangen Käfig, verschmierte diesen mit der für Skinny Puppy Shows üblichen angemessenen Menge Kunstblut und bellte seine Texte wie ein irrer Dämon Richtung Kamera, welche die mit Effekten
verfremdeten Bilder aus dem Käfig auf einen Screen übertrug. Während cEvin Key in Seelenruhe an Filtern schraubte und Soundwände auf das Publikum losließ, zuckte Ogre krampfend und hinkend mit der dritten Maske des Abends (dieses Mal optisch wie ein Jason Vorhees, dem man das Gesicht herausgebissen und nur ein paar Zähne gelassen hat) über die Bühne um zum Ausklang der begeisterten Masse ?Assimilate?, ?Worlock? und ?Shore Lined Poison? in überarbeiteten energiegeladenen Livefassungen mit verstärkten Basslines und zusätzlichen Drums zu servieren. So eine intensive Show hat vermutlich bis dahin kaum einer der Anwesenden erlebt (oder erwartet) und als die Lichter angingen, wirkte es, als hätte jemand einen Film mittendrin angehalten. Innerlich wusste man, dass dieser Auftritt an diesem Wochenende wohl von niemandem getoppt werden würde. Man sollte Recht behalten.

Setlist:
01. Love In Vein
02. Hatekill
03. Addiction
04. Dogshit
05. Deadlines
06. Tormentor
07. Politikill
08. Pedafly
09. Rodent
10. Pro-Test
11. Morpheus Laughing
12. Ugli
13. Assimilate
14. Worlock (Z)
15. Brap (Z)
16. Shore Lined Poison (Z)

Sonntag, 18.07.2010

Als wir am Sonntag gegen 14.30 Uhr das Expogelände betraten, war fast allen Anwesenden die letzte Nacht noch anzusehen. Der Veranstalter hatte dort mit einer feinen Mixtur, die alle Genres im Vergleich zu vielen namhaften Veranstaltungen fast ausschließlich im hochklassigen Bereich bedient, das Publikum bis auf einige wenige Gestalten flächendeckend durchgeschwitzt, leer getanzt und mit einem breiten Grinsen in die Nacht entlassen. Für diesen Tag stand eine ähnlich hochkarätige Mischung an wie am Vortag. Allerdings war bereits im Vorfeld relativ klar geworden, dass nach dem Samstag mit dem kanadischen Doppelpack der Sonntag trotz diverser großer Namen vergleichsweise ruhig ablaufen würde.


Club Stage 14:10 Uhr
The Exploding Boy

 Erato und Vic Anselmo hatten bereits gespielt und die Schwedencombo The Exploding Boy, die bis dato im unverdienten Ruf standen, eher ein Geheimtipp als Garant für ausverkaufte Häuser zu sein (in Deutschland spielten sie 2009 zum Teil vor nicht mehr als 30 Gästen) spielten gerade die letzten drei Songs ihres Sets, das beim Publikum sichtlich gut ankam und den Nordlichtern Gelegenheit bot, vor breitem Publikum zu zeigen, was sie drauf haben, bevor demnächst das dritte Album erscheint. Die ersten beiden Alben wurden ob des geringen Bekanntheitsgrades lediglich von der Fachpresse gefeiert, das Zielpublikum feierte damals andere Bands. Als die 10 Songs umfassende Setlist mit ?London? und ?Desperados? ausklang, konnten The Exploding Boy zig neue Fans auf der Habenseite für sich verbuchen; die tanzende Menge war unübersehbar begeistert. Entsprechend zielstrebig bewegte sich ein kleiner Mob zum Merchandisestand, wo die CDs weggingen, wie nichts Gutes. Tourdaten rot im Kalender anstreichen!

Setlist:
01. I Am Truth
02. 40 Days
03. Shot Down
04. It?s Over
05. Intervention
06. Better Then Fine
07. The Right Spot
08. Heart of Glass
09. London
10. Desperados


Main Stage 15:05 Uhr
Star Industry [GALLERY]

 Die mir nur namentlich bekannten Star Industry aus Belgien wurden vom heimischen Publikum auf der Main Stage wie eine Band empfangen, die Stadien füllt. Schon beim Opener ?Be Real? wurde vor der Bühne reihenweise getanzt, was sich im Laufe des Sets steigerte, bis sich am Ende kaum einer der Anwesenden der herrschenden Feierlaune der Band entziehen konnte. Nicht, dass der Auftritt nur so vor Showeffekten oder Ausnahmehits strotzte, aber die Mannen lieferten solide ab, wirkten, als ob sie auf der Bühne zuhause seien, und als sie gegen Ende noch ein Cover des MGMT-Hits ?Kids? in einer gitarrenlastigen Partybrettvariante herauskramten, fiel es auch mir und den Umstehenden schwer, nicht mitzugehen. Einziges Problem dieses Genres: durch die Flut von Goth Rock-Kapellen, die alle in viel zu großen Fußabdrücken zu wandern versuchen, versinken potenzielle Hits in der Masse und trotz energiegeladener Show waren Star Industry zwar im spaßlastigen oberen Bereich der Party-Skala anzusiedeln, durchaus routiniert und in der Lage, Stimmung zu machen, aber auf der musikalischen Seite (abgesehen von ?Kids?) vermisste ich Stücke, die sich im Gehör festbeißen und auch auf dem Heimweg noch im Gedächtnis bleiben.

Setlist:
01. Be Real
02. Spirits Within
03. Ceremonial
04. Pray
05. City of Light
06. Kids
07. Lost Generation
08. Nineties


Club Stage 16:00 Uhr
Bettina Köster [GALLERY]

 Mit ihrer damaligen Band MALARIA! hatte sich Bettina Köster in den frühen 80ern einen Namen gemacht und einige Clubhits herausgebracht, der wohl bekannteste darunter war ?Kaltes Klares Wasser?. Nach der Auflösung der Band und einem erfolglosen Wiederbelebungsversuch im Jahre 1992 veröffentlichte sie einige eher unbekannte Werke und entsprechend waren die Erwartungen an den Auftritt eher bescheiden. Gedämpftes Licht auf der Bühne, eine Drummerin mit Macbook und Bettina Köster wirkten auf der Bühne fast schon, als wäre man in einer Havanna-Bar. Dieses Gefühl wurde durch den Minimalsound und eine Chanteuse, die während des Auftritts grob geschätzt eine Schachtel Zigaretten in Zeitlupe durch das Mikro hauchte, um zwischendurch wie ein Raubtier auf und ab zu laufen, verstärkt. Das Set bestand leider zum Großteil aus neuerem Solo-Material, welches das Publikum kaum zu kennen schien, was Frau Köster aber mit viel Charme und Routine überspielte. Ein wenig ließ sie dann auch zwischendurch durchblicken, dass sie das Spiel schon deutlich länger spielt, als die meisten Anwesenden, und so hatte ihre Bühnenpräsenz passagenweise schon fast das divenhafte einer Grande Dame der Szene an sich. Die kleinen Tanzeinlagen und das spontane Umkrempeln der Setlist (auch im Publikum waren die Unterhaltungen mit Drummerin Ines Perschy deutlich über das Mikro zu hören) zeigten, dass Frau Köster sprichwörtlich die Hosen an hat und ein ihrer Bühnenerfahrung angemessenes Statusbewusstsein mitbringt. Als dienstälteste Performerin des Wochenendes hatte Bettina Köster trotz der streckenweise ruhig ausgefallenen Show für die sympathisch-souveräne Art und kleine Anekdoten (‚?mein Englisch war zur Entstehungszeit von ‚Your Turn To Run‘ noch nicht besonders gut?‘) minutenlangen Applaus geerntet und das Publikum mit den beiden großen Clubhits ?Your Turn To Run? und ?Kaltes Klares Wasser? belohnt.


Main Stage 16:55 Uhr
Rabia Sorda [GALLERY]

 Zu den Klängen des Intros ?Mexico Today? betrat ein bandgewordener Seitenhieb Richtung Ölpest im Golf von Mexiko die Bühne: Rabia Sordas Keyboarder als aus Live-Drummer hatten schwarz verschmierte Gesichter, Erks Arme waren ebenso von einer schwarz glänzender Masse überzogen. Nach wenigen Sekunden rief ?Save Me From My Curse? mit Urgewalt und durch Livedrums unterstützt in Erinnerung, wieso Rabia Sorda auf Festival so gefeiert werden: Erk versteht es wie kaum ein anderer Frontmann im Elektrobereich, die Energie seiner Musik so direkt auf das Publikum zu übertragen, dass der Funke schon bei den ersten Beats die Halle komplett bis zum letzten Mann zum tanzen bringt. Wie schon bei Front Line Assembly und Skinny Puppy am Vorabend machten sich das Liveschlagzeug und der gute Sound auch hier wieder als stimmungssteigernd bemerkbar, was bei Elektrocombos leider selten der Fall ist und oft live vergeigt wird. Band und Publikum feierten und schwitzten zusammen zu Tracks wie u.a. ?Get Your Overdose?, ?Radio Paranoia? und ?Out Of Control?, was ein breit strahlender Erk, aber auch der Ansturm auf die Getränketheke im Anschluss nochmals unterstrichen. Ersetzte problemlos das Red Bull; so machen Festivalauftritte Laune!

Setlist:
01. Mexico Today [Intro] 02. Save Me from my Curse
03. Get your Overdose
04. Radio Paranoia
05. What U get is what U See
06. Misery
07. Out of Control
08. Breaking Through
09. Heart Eating Crows
10. Walking on Nails


Club Stage 17:50 Uhr
The Eden House [GALLERY]

 Seit Wochen freute ich mich darauf, The Eden House endlich live sehen zu können, an diesem Sonntag war es endlich soweit: Tony Pettitt, ehemaliger Fields of the Nephilim-Bassist, gründete 2007 das Projekt mit einem wechselnden Line-Up namhafter Live- und Studiomusiker, u.a. Monica Richards (Faith and the Muse), Julianne Regan (All About Eve), aber auch einigen anderen ehemaligen Fields-Mitgliedern. Der Mix, der sich am charakteristischen Fields-Bass entlanghangelt, erinnert entfernt an? naja, einfach mal reinhören, wer es nicht kennt; Vergleiche sind eben doch sehr subjektiv. Etwas Cocteau Twins, Massive Attack-Anleihen, teils Oldschool Goth Rock, etwas This Mortal Coil und trotzdem trifft nichts davon den Kern.

Kein langatmiges Intro, keine Nebelwand, verhallte Gitarren, bombastische Drums, Fields-Bass. Anna-Christina und Valenteen begrüßten das Publikum mit ?The Dark Half? und wurden lautstark von diesem empfangen. Die große Frage, ob Monica Richards, die später an diesem Abend mit ihrer Band Faith and the Muse auf der Bühne stehen würde, ebenfalls für einige Stücke dazustoßen würde, musste leider mit einem ‚Nein‘ beantwortet werden. Im Verlauf des Abends wurden Anna-Christina und Valenteen mehrfach durch Amandine Ferrari verstärkt, die sich am Ende des Konzerts gerührt und unter Tränen vom Publikum verabschiedete, ihren Platz an Anna-Christina (Lilygun) übergab und an diesem Abend lediglich als Gastsängerin anwesend war.

The Eden House beeindruckten mit einem nahezu perfekten Auftritt, der ohne große Showeffekte auskam: musikalisch makellos, stimmgewaltig, absolut überzeugend und mit jenem typischen britischen Humor, mit dem beispielsweise ?To Believe In Something? von Valenteen angesagt wurde: ‚I believe in something? I believe in BEER!‘.

Setlist:
01. The Dark Half
02. Gods Pride
03. All My Love
04. Trashed Treasure
05. Reach Out
06. Iron in the Soul
07. Fire for You
08. To Believe in Something
09. Sin
10. Play Dead [Björk-Cover]


Main Stage 18:50 Uhr
Unheilig [GALLERY]

 Den Hype, der in Deutschland um Umheilig gemacht wurde, hat man im Ausland nicht sonderlich wahrgenommen und so erinnerte dieser Auftritt die Band vermutlich an ihre Anfangszeiten. Unheilig vor 3.000 Leuten – das hatte nach deutschem Standard fast schon Clubcharacter. Da ich selbst kein Fan dieser Combo bin, hatte ich sie bislang auch nicht live gesehen, aber wenn man schon vor Ort ist? Die Bühne war mit Kerzen zu Tode dekoriert worden, dass selbst der ein oder andere Sakralbau vor Neid hätte erblassen können. Mitten auf der Bühne stand ein Konstrukt, welches einen Schiffsbug darstellen sollte. Nachdem das Intro verklungen war, zeigte sich dann auch Der Graf und versuchte, die Massen dazu zu bewegen, zu ?Seenot? die Arme zu heben. Das hat man bei Depeche Mode schon besser gesehen und wirklich von Erfolg gekrönt waren dann auch deutsche Ansagen und Anfeuerungsrufe Richtung Publikum nicht, schien Der Graf doch vollkommen zu ignorieren, dass man sich im Ausland befindet. Stimmung kam dennoch auf, es wurde mitgegangen und getanzt, aber bei Weitem nicht auf dem Level, das Unheilig von deutschen Bühnen mittlerweile gewohnt sind. Alles in Allem musikalisch ok und mit halbwegs netter Show, das wars für mich dann aber auch.

Setlist:
01. Intro
02. Seenot
03. Spiegelbild
04. Unter Deiner Flagge
05. Abwärts
06. An Deiner Seite
07. Grosse Freiheit
08. Maschine
09. Für Immer
10. Geboren um zu Leben


Club Stage 19:55 Uhr
Spectra*Paris [GALLERY]

 Gut, Kirlian Camera kennt man. Nichts, was mich vom Hocker haut, aber immerhin hatten sie einige Achtungserfolge. Schlimmer Akzent, aber ok, bekanntlich ebenfalls Geschmackssache. Spectra*Paris sagte mir nicht sonderlich viel, aber eine chice Videoshow und eine Bühne voller Damen lockte dann doch die Massen und ich sah mir die Mischung aus Modenschau, einigermaßen nett aussehenden Damen, ein wenig Eitelkeitsgepose und relativ gleichbleibend poppiger Fahrstuhlmusik, die zumindest für meine Ohren nach Track 5 sehr austauschbar und eintönig wurde und irgendwann meinen Stempel "Viel Rauch um Nichts" bekam. Etwas Abwechslung brachten die wechselnden Bühnenoutfits der Damen, die gefühlte 20 Mal in anderen Klamotten wiederkamen. Ganz nett anzusehen, vermutlich aber bleiben die Bilder der bildgewaltigen und edel anmutenden Videos und das ausdrucksstarke Gepose länger in Erinnerung, als die Musik. Tat zumindest nicht weh und bot mal Gelegenheit, sich das Ganze entspannt von der Chillout-Gallerie anzusehen.

Setlist:
01. License To Kill
02. A Clockwork London
03. 007 Gold
04. Movie Ghouls
05. Death Records
06. Falsos Suendos
07. Carrie Satan
08. Size Zero
09. Antland
10. Spectra Murder Show


Main Stage 20:55 Uhr
Alien Sex Fiend [GALLERY]

 Alien Sex Fiend? Graue Vorzeit, uralte Konzertberichte von Freunden aus den 80ern, darunter Fotos, sehr eigener Sound, ein paar uralte Clubklassiker, eine reichlich abgedrehte Optik und schräge Videos hatte ich im Hinterkopf, als ich den Namen im Line-Up las. Als ich sah, wie die Bühne für eben diese Kultcombo aufgebaut wurde, ahnte ich, dass Nik und Mrs. Fiend mit dieser Tradition nicht brechen würden: aufgepfählte Schädel, leicht trashige Optik, farbverschmierte Schaufensterpuppenteile, Dekospinnennetze überall, im Hintergrund eine Synthesizerburg, die an diesem Wochenende nur von cEvin Key überboten werden konnte, dahinter Mrs. Fiend in gewohnter Optik. Lediglich das Gesicht verriet, dass man sich nicht etwa ein 80er-Jahre Video reinzog, sondern tatsächlich eine gealterte Kultband vor sich auf der Bühne hatte. Ein gewohnt weiß geschminkter Nik Fiend wurde auf einer Krankenbahre an die Bühnenfront getragen, erhob sich langsam als die ersten Töne von ?I walk the line? erklangen und das Publikum feierte die alten Helden und sang lauthals mit. Das gespielte Set lag aber dann für eine Band mit so vielen tanzbaren Clubhits doch deutlich unter dem Möglichen und so verpuffte die Begeisterung allgemein merklich, auch wenn Nik Fiend zwischendurch den Kasper raushängen ließ oder Plastikschädel ins Publikum warf. Bei ?Ignore The Machine? schoß mir noch durch den Kopf: na bitte, geht doch. Leider sollte es das letzte Stück im Set sein, was dann offensichtlich auch einige der Fans murmelnd bemängelten. Insgesamt ein gelungener Auftritt, auch wenn das Set insgesamt massenfreundlicher und energiegeladener hätte ausfallen können.

Setlist:
01. I Walked The Line
02. In And Out Of My Mind
03. Venus
04. Isolation
05. Now i┬┤m feeling zombiefied
06. R.I.P.
07. Gotta have it
08. Ignore the machine
09. Hurricane
10. Boneshaker baby


Club Stage 22:20
Faith And The Muse [GALLERY]

 Auf der Club Stage erwartet den Besucher ein weiteres Highlight dieses Wochenendes. Faith And The Muse aus den USA hatten einen Instrumentepark im Schlepp, dass man zu dem Schluss hätte kommen können, gleich ein halbes Orchester auf der Bühne zu erleben: zig japanische Taiko-Trommeln in allen Größen quer über die Bühne verteilt, ein E-Cello in allerfeinster Designeroptik, Violinen und etliche Mikrofonständer und unter Garantie eine Batterie handverlesener Multiinstumentalisten, wie schon zuvor bei The Eden House. Nach dem letzten Album :ankoku butoh:, welches hauptsächlich japanische Naturreligionen und Schlachtenpoesie thematisiert, war ich sehr neugierig, was Monica Richards, William Faith und Band servieren würden.

Mit ?Bushido? (der Weg des Kriegers) hatten Faith And The Muse den Opener des neuen Albums gewählt, um percussiongewaltig ihr Set zu eröffnen. Stille, ein kleiner japanischer Gong ertönt, gefolgt von Taikos, die in martialischer (und korrekter) Pose geschlagen zeigten, wie unglaublich kraft- und druckvoll herkömmliche Drums ?und insbesondere japanische Taikos? klingen können. Sehr ungewöhnlich für das Genre; das habe ich nie zuvor in dieser Form auf Szenefestivals gesehen oder gehört und das Publikum anscheinend auch nicht. Ein Blick über die Schulter: glänzende Augen, anerkennendes Nicken, Gewippe, tanzende Menschen, kurz: alles richtig gemacht. Während des Gigs wechselten fast alle sieben Musiker auf der Bühne mehrfach die Instrumente und beeindruckten immer wieder mit Vielseitigkeit. Es folgten drei weitere Stücke des letzten Albums, gefolgt von ?Scars Flown Proud? und nach ?Blessed? gönnte Monica dem Publikum eine Verschnaufpause mit einem Stück von ihrem Soloalbum ?InfraWarrior? namens ?Into My Own?, welches noch einmal eindrucksvoll unterstrich, auf welch hohem technischen Niveau die Band unterwegs ist. Ein wenig unerwartet, aber nicht unwillkommen wurde es mitten im Set mit ?The Unquiet Grave? folkloristisch und gab dem Auftritt einen leicht irischen Hauch. Mit ?Sovereign? wähnte sich die Band schon am Ende des Sets, als sie mitgeteilt bekam, dass sie Zeit bekämen für einen weiteren Song. Mit ?Sredni Vashtar? beendeten Faith And The Muse unter minutenlangem Beifall ihren Auftritt und hinterließen begeisterte Gesichter und einen rundum zufriedenen Schreiber. Wer nicht dort war: unbedingt auf Tour ansehen!

Setlist:
01. Bushido
02. She Waits By The Well
03. Battle Hymn
04. Blessed
05. Scars Flown Proud
06. Into My Own
07. Caesura/The Trauma Coil
08. The Unquiet Grave
09. Cantus
10. Sovereign
11. Sredni Vashtar


Main Stage 23:40 Uhr
VNV Nation [GALLERY]

Zu den Auftritten von VNV Nation muss eigentlich nicht mehr viel gesagt werden, arten sie doch immer zu Massenparties und Tanzveranstaltungen aus, bei denen man selten das Gefühl hat, dort könnte irgendjemand an Spaßmangel eingehen. Da VNV Nation als Headliner und entsprechend als letzte Band des Tages (eigentlich ein Witz, 20 Minuten vor Mitternacht bedeutet, dass lange in den Montagmorgen hinein gespielt würde) auftraten, war zu befürchten, dass viele Gäste fernbleiben würden, da das Wochenende reichlich anstrengend war und viele am nächsten Tag arbeiten gehen würden. Weit gefehlt, VNV Nation waren für viele im Publikum ein Hauptgrund, am Sonntag nach Waregem zu kommen und so spielten VNV Nation mit Gastmusikern Tom Lesczenski (S.I.T.D.) und Hans ├ůkerman (Run Level Zero) ein Paket, das sich gewaschen und die Halle zur Tanzfläche gemacht hatte. Ronan ließ es sich nicht nehmen, zwischendurch verbal die niederländischen Fußballkünste aufs Korn zu nehmen, zu feiern und sich postwendend für die Party verdient feiern zu lassen. Mit von den meisten Anwesenden komplett durchgetanztem Set machten VNV Nation als Letzte für dieses Jahr die Tür zu und widerlegten alle Befürchtungen bezüglich einer leeren Halle zum Festivalende. Ein großartiger Abschluss eines fast perfekten Festivalwochenendes!

Setlist:
01. Intro
02. Tomorrow Never Comes
03. Testament
04. Darkangel
05. Further
06. Sentinel
07. Chrome
08. The Great Divide
09. Illusion
09. Standing
10. Honour 2003
11. Beloved
12. Perpetual

Die kompletten Fotosets der aufgetretenen Bands können  durch die entsprechenden [GALLERY]-Links erreicht werden.

Autor: I. Ill├ęs
Fotos: Michael Gamon

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