T-Mobile Extreme Playgrounds (Bad Religion etc) – Duisburg, Landschaftspark Nord (25.04.2010)

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Die T-Mobile Extreme Playgrounds sind schon eine interessante Geschichte und waren bei ihrer insgesamt zehnten Auflage am 25.04.2010 nun bereits zum vierten Mal im wundersch├Ânen Duisburger Industriegel├Ąnde Landschaftspark Nord zu Gast, welcher bei tollstem Wetter im Sonnenlicht erstrahlte. Bisher kam bei mir st├Ąndig etwas dazwischen, aber in diesem Jahr mit Bad Religion als Headliner gab es keine Ausreden, ich musste einfach dort hin. Dies sagten sich wohl auch viele andere, denn nat├╝rlich war der Event bereits vor dem Veranstaltungstag restlos ausverkauft. Die Playgrounds verstehen sich als eine Mischung aus Sport und Musik, die in Duisburg in einer gro├čen Industriehalle abgehalten werden, w├Ąhrend drau├čen vor der Halle, und damit f├╝r jedermann zug├Ąnglich, Jahrmarktstimmung herrscht. Auf dem Programm standen heuer neben den obligatorischen Mountainbike und BMX-Competitions drei Bands aus der "Biker-Punk-Szene", die alle durchaus wohlklingende Namen besitzen und f├╝r Spa├č pur stehen: Sum 41, AFI und die bereits erw├Ąhnten Punkg├Âtter Bad Religion.

Die Kraftzentrale ist eine wirklich be├Ąngstigend gro├če Halle in der der vordere Teil mit Sprungschanzen f├╝r die Radcontests best├╝ckt war, w├Ąhrend der hintere Bereich die Rockb├╝hne beherbergt und auch genug Platz f├╝r Musikfans bietet. Die Bands treten zeitlich versetzt zwischen den Sportevents auf, wobei nach den ersten Vorl├Ąufen Sum 41 den musikalischen Auftakt bestritten. Die Akustik in der Halle war zwar zun├Ąchst etwas gew├Âhnungsbed├╝rftig, aber wenn man nahe genug am Geschehen war, wurde es deutlich besser und auch aushaltbar. Sum 41sorgten f├╝r beste Stimmung in der Halle und einige Male brodelte es ungemein im Moshpit. Neben eigenen Song pr├Ąsentierten die Kanadier auch Coverversionen, darunter den vielfach gecoverten Rolling Stones Song "Paint It Black" und "Master Of Puppets" von Metallica.

Als n├Ąchstes stand weiter vorne in der Halle die Zwischenrunde bei BMX und Mountainbike an und es war schon wirklich beeindruckend, was die Fahrer hier ablieferten. Das ging vom einfachen Salto ├╝ber diverse Drehungen bis hin zum ab- und aufsteigen und umherhangeln w├Ąhrend des Fluges. Als Unbeteiligter fragt man sich da zwangsl├Ąufig immer wieder, wie viele Knochenbr├╝che beim Training man erleidet, bis man da ist, wo die Stars heute angekommen sind. Man m├Âchte es wohl nicht wirklich wissen. Nachdem die letzten vier in den jeweiligen Disziplinen feststanden war es aber erst einmal wieder Zeit f├╝r Musik und damit f├╝r die Kalifornier AFI. Der Name steht f├╝r "A Fire Inside" und beschreibt ganz gut was hier abgehen sollte, denn es wurde nat├╝rlich wieder ordentlich gerockt auf der B├╝hne. Neben neueren Songs pr├Ąsentierten AFI in Duisburg auch ganz viele Songs aus ihrer Anfangszeit, als sie noch deutlich roher und ungeschliffener daherkamen. H├Âhepunkt der Show war aber nat├╝rlich der 2006er Erfolgssong "Miss Murder", der es sogar in die deutschen Charts schaffte und auch Freunden der Konsolenspielreihe "Guitar Hero" bekannt sein d├╝rfte.

Und weiter ging’s auf der Huckelpiste, wo nun die Entscheidungen anstanden. Das Feld war wirklich hochklassig besetzt und die in jeder Disziplin ├╝briggebliebenen vier Fahrer setzen zu ihren vorherigen Performances noch mal ein Sch├╝ppchen drauf. Ganz oben auf dem Podest durften es sich am Ende der amerikanische BMXer Anthony Napolitan und der schwedische MTBer Martin S├Âderstr├Âm gem├╝tlich machen, die f├╝r ihre Darbietungen eigentlich einen Flugschein beantragen m├╝ssten. Wirklich klasse Leistungen der beiden ├ťberflieger!

Nachdem die Siegerehrungen gelaufen waren, wendete sich das Publikum dem letzten H├Âhepunkt der Veranstaltung zu, dem Auftritt von Bad Religion! Die Amerikaner haben die Sparte "1-to-3-Minute-Punkrocksong" perfektioniert wie kaum eine andere Band auf dem Globus und stehen bzw. standen damit in direkter Konkurrenz zu den Ramones , an deren Auftritte mich auch der Gig von Bad Religion sofort erinnerte. Die kurzen Songs gingen quasi ineinander ├╝ber, es sei denn Frontman Greg Graffin wandte sich ans Publikum um sich f├╝r die Unterst├╝tzung w├Ąhrend der dreizig Jahre Bandbestehen zu bedanken oder sonstige Anekdoten von sich zu geben. Nach knapp 30 Minuten, und gef├╝hlten 20 Songs, wurde ein wahres Klassikergewitter mit "No Control" und "Fuck Armageddon This Is Hell" abgefeuert, dem kurz vor Ende des regul├Ąren Sets noch ein gr├Â├čeres folgen sollte, als die Band "I Want To Conquer The World" und "21st Century Digital Boy" anstimmte. Das war einfach nur gro├čartig! Auch die nat├╝rlich noch folgenden Zugaben hatten es in sich und so durfte man sich ├╝ber "Infected", den "Punk Rock Song" und als gro├čes Finale ├╝ber "Sorrow" freuen, bevor ein toller Tag zu Ende ging.

Bilder der Auftritte und von den Rad-Competitions befinden sich in unserer Concert-Pictures Sektion (f├╝r Bildkommentare muss man aus Spamverhinderungsgr├╝nden leider angemeldet sein) oder direkt hier durch Anklicken des jeweiligen Fotos:

Extreme Playgrounds Sports:

Bad Religion:

AFI:

Sum 41:

Autor und Fotos: Michael Gamon

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