ULTRAVOX – Duisburg, Theater Am Marientor – TAM (07.08.2009)

Geschätzte Lesezeit: 4 Minute(n)

Ultravox "Return to Eden" Tour
Theater am Marientor Duisburg
7. August 2009

Es war heiß, sehr heiß im Theater am Marientor in Duisburg. Dennoch war Sparklingphotos bereit, einem ganz besonderem Event beizuwohnen, nämlich dem einzigen Deutschlandkonzert der ?Return To Eden?-Tour der legendären New Waver Ultravox. Seit dem Auftritt bei der Mutter aller Benefitskonzerte ?Live Aid? in 1985 haben Sie nicht mehr miteinander gespielt, bis im letzten Jahr die Reunion Tour in Großbritanien und Irland stattfand. Nun sollte also Deutschland beglückt werden. Im Foyer des Theaters sammelten sich bereits einige hundert Mitdreißiger- und Vierziger um den langersehnten Gig beizuwohnen. Knisterne Spannung lag also in der Luft aufgrund der Fragen, wie Ultravox im neuen Jahrtausend klingen würden, ob ein bestuhltes Konzert für den Auftritt einer Rockband wirklich geeignet ist und ob die in Würde gealterten Herren noch in der Lage sind zu rocken.

All diese Fragen wurden jedoch sehr schnell beantwortet. Pünktlich erschienen Warren Cann, Chris Cross und Billy Currie im dunkel-mystischen Licht der Bühne und das Instrumental ?Astradyne? ertönte in glasklarem Sound im Theater, während die Herren frenetisch beklatscht wurden und es die Fans nicht länger auf den Sitzen hielt. Im Laufe des Songs ?Passing Strangers? betrat Grandsegnieur Midge Ure mit Glatze und Brille den Ort des Geschehens und bearbeitete, begleitet vom tosenden Applaus der Menge seine Gitarre. Nun ging es Schlag auf Schlag und Hit auf Hit und spätestens nach ?We Stand Alone? war es klar: die Herren können immer noch rocken. Und wie!

Ihre perfekte Mischung aus synthielastigen Sounds und rockiger Attitüde überzeugte nach all den Jahren immer noch und zeigte auf, wie einflussreich die Band auf andere war und immer noch ist. Neue Songs wird es in Zukunft wohl nicht geben, wie Midge Ure in einem Interview erwähnte, aber immerhin trauen sich die Jungs, es den ?Jungen Wilden? der heutigen Zeit zu zeigen. Vor allem Midge Ure kann man ungeniert als einen der besten Songwriter der 80er zählen (er war zusammen mit Bob Geldorf kompositorisch und konzeptionell an dem Hit ?Do they know it┬┤s Christmas und ?Live Aid? beteiligt, sowie an den größten Hits der Band ?Visage?) und auch in den 90ern erntete er mit seinen Folksongs anerkennendes Lob der Fans und Kritiker.

Aber zurück zum Konzert: Die Bühne wurde nun wieder in Dunkelheit gehüllt und weißes Licht beleuchtete die Musiker bei dem Song ?Mr. X?, der mit Sprechgesang von Drummer Warren Cann geadelt wurde. Gänsehaut pur! Fast unmerklich glitt der Song in den nächsten über, nämlich ?Visions in Blue? der zu den besten Wave-Balladen der frühen Achtziger gehört. Interessant wurde es immer, wenn Bill Curry zur Violine griff, oder theatralisch den Synthesizer spielte (zum Beispiel beim Track ?I Remember (Death In The Afternoon)?), denn das und die Stimme Midge Ures machen einfach die Band aus und kreieren eine ganz besondere Magie.

Die Zeit flog nur so vorbei, präsentierten die Vier nun alle Hits ihrer Alben Vienna (1980), Rage in Eden (1981), Quartet (1982) und Lament (1984). Absoluter Höhepunkt war das Stück ?Vienna? vom gleichnamigen ersten Album. Nur beim 1984er Stück ?Dancing With Tears In My Eyes? merkte man, dass Midge Ure ? wie bei einem Sänger mittleren Alters normal ? nicht mehr die hohen Töne traf, was dem genialen Song leider die Energie und den Druck nahm. ?Hymn? beschloss dann das Ende des Hauptsets, bevor Ultravox wieder zurückkehrten und Ure die Zuschauer vor den Bühnenrand bat, worauf die ersten Reihen wohl sehnsüchtig gewartet hatten und dies auch ad hoc taten. Er musste sich vor der Zugabe noch kurz die Haare kämmen, scherzte Midge Ure, bevor die letzten beiden Songs ?Sleepwalk? und ? The Voice? einen perfekten Konzertabend beschlossen.

Wer Ultravox gerne live erleben möchte, dem sind hiermit die Tourdates im nächsten Jahr ans Herz gelegt:

┬Ě 17. April 2010: München, TonHalle
┬Ě 18. April 2010: Offenbach, Capitol
┬Ě 19. April 2010: Köln, Musical Dome
┬Ě 21. April 2010: Hannover, Capitol
┬Ě 23. April 2010: Hamburg, Große Freiheit 36
┬Ě 24. April 2010: Berlin, Admiralspalast


Setlist:

01. Astradyne
02. Passing Strangers
03. We Stand Alone
04. Mr. X
05. Visions In Blue
06. The Thin Wall
07. I Remember (Death In The Afternoon)
08. Rage In Eden
09. Lament
10. One Small Day
11. All Stood Still
12. Your Name (Has Slipped My Mind Again)
13. Vienna
14. Reap The Wild Wind
15. Dancing With Tears In My Eyes
16. Hymn
17. Sleepwalk (Z)
18. The Voice (Z)

Bilder des Konzerts befinden sich in unserer Concert-Pictures Sektion (für Bildkommentare muss man aus Spamverhinderungsgründen leider angemeldet sein) oder direkt hier durch Anklicken des Fotos:

Autor : Frank Stienen
Fotos : Michael Gamon

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