COMBICHRIST / AESTHETIC PERFECTION / AUTO-AUTO – Frankfurt, Batschkapp (18.03.2009)

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2 Jahre nach dem Album "What the f**k is wrong with you people?" sind Combichrist mit ihrem neuen Album "We Are All Demons" zurück. Wie schon bei den letzten beiden Alben erschien auch das neue Werk als Digipak-Doppel-CD. Außerdem erschien noch eine limitierte Vinylausgabe in weißem und durchsichtigem Vinyl. Mit vielen neuen Songs im Gepäck gingen Combichrist auf eine ausgedehnte Tour. Gestartet wurde im Januar in den USA und Kanada. Seit Anfang März tourt Combichrist auch in Europa.

Kurz vor 20:00 Uhr befanden sich bereits eine ganze Menge Fans vorm Frankfurter Szeneclub Batschkapp. Der Einlass begann pünktlich. Dennoch dauerte es über eine dreiviertel Stunde, um alle Fans einzulassen. Der Club war nun deutlich gefüllt.

Da insgesamt 3 Bands auf dem Programm standen, ging es bereits kurz vor 21:00 Uhr mit den schwedischen Newcomern Auto Auto los. Die schwedische Elektro-Band um Johan Hellqvist und Erik Frankel veröffentlichten im letzten Jahr ihr Debütalbum "Celeste" beim deutschen Label Out Of Line. Somit waren sie bereits im Oktober letzten Jahres auf dem Out Of Line Festival unterwegs.

Auto Auto setzen bei ihrer Musik auf analoge Synthesizer und ungewöhnliche Samples. Sie lieferten somit vielschichtigen Elektro-Pop mit eingängigen Melodien und hoher Tanzbarkeit ab. Einige Fans tanzten hier bereits in vorderer Reihe mit, während andere sich die Show noch zögernd von den hinteren Reihen aus anschauten.

Als nächstes stand das amerikanische Soloprojekt Aesthetic Perfection auf dem Programm. Daniel Graves gründete das Elektro-Industrial-Projekt bereits vor 9 Jahren. Letztes Jahr erschien das 2. Album "A Violent Emotion" – in Europa ebenfalls bei Out Of Line veröffentlicht. Nach 20 Minuten Umbau startete Daniel mit Unterstützung am Keyboard. Das Publikum war bereits dicht gedrängt am Bühnenrand und Aesthetic Perfection startete gleich durch. Mit durchweg tanzbaren Songs wurde dem Publikum mehr als nur eingeheizt. 40 Minuten dauerte die Show, von der man gerne noch mehr bekommen hätte.

Für mich war Aesthetic Perfection die Überraschung des Abends. Selten ist es einer Vorband so gut gelungen, das Publikum zu fesseln und in einen Rausch zu versetzen. Es hätte wohl kaum einen besseren Support geben können.

Nach dieser Aufwärmphase folgte jetzt Combichrist. Mastermind Andy LaPlegua gründete dieses Projekt im Jahre 2003. Zuvor war er als Gründer und Frontmann von Icon Of Coil unterwegs. Mit Combichrist verließ Andy auch das Genre des Futurepop und widmete sich nun einer härteren Gangart irgendwo zwischen Aggrotech und Rhythm ’n‘ Noise. Mit dieser Musik brachte er es innerhalb weniger Jahre auf eine nicht unerhebliche Fangemeinde, weshalb Combichrist bei einigen Festivals bereits als Headliner auftrat. Wer die Band die letzten Jahre live erlebt hat, konnte auch hier eine kontinuierliche Weiterentwicklung feststellen.

Gegen 22:40 Uhr war es so weit. Um das Publikum zu verwirren, liefen erst mal einige Country-Western-Intros. Die Bühne wurde total in Nebel gehüllt. Unterstützt wird Andy LaPlegua bei Live-Auftritten durch den Drummer Joe Letz, dem Keyboarder z_marr und dem Percussionist Trevor Friedrich, welche als erste die Bühne betraten. Somit gab es quasi zweimal Schlagzeug, was eine gewaltige Ladung Krach und Rhythmus erzeugen sollte. Als letzter trat nun auch Andy auf die Bühne. Gestartet wurde gleich mit dem ersten Song des neuen Albums "All Pain Is Gone". Es wurde gleich voll aufgedreht. Das Publikum tobte vor Begeisterung, Stillstand wurde nicht geduldet. Weitere Songs wie "Get Your Body Beat", "Electrohead" und "This Is My Rifle" folgten und brachten die Menge zum brodeln. Die Beats krachten nur so aus den Lautsprechern heraus. Wasser wurde auf das Schlagzeug gekippt und durch die Luft gewirbelt. Auch das Keyboard wurde wild umhergerüttelt. Als Zugabe gab es noch den Megaknaller "This S*it Will Fcuk You Up".

Live sind Combichrist immer wieder ein Erlebnis. Nach 75 Minuten schweißtreibender Show mit vielen Clubhits und Ohrwürmern wurden dann alle Instrumente umgeschmissen. Ich hoffe, dass dabei nichts kaputt ging. Ein brillanter Abend ging zu Ende. Es war ein Konzerterlebnis, wie man es sich nicht besser wünschen könnte.

Bilder des Konzerts befinden sich in unserer Concert-Pictures Sektion (für Bildkommentare muss man aus Spamverhinderungsgründen leider angemeldet sein) oder direkt hier durch Anklicken auf das jeweilige Bandfoto:

Combichrist:


Aesthetic Perfection:


Auto-Auto:

Autor und Fotos: Thomas Bunge

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