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Lesedauer: 4 MinutenWenn eine Band wie Ministry ihren Abschied ankündigt, endet weit mehr als nur eine Karriere. Nach 45 Jahren zieht Al Jourgensen endgültig einen Schlussstrich unter eines der bedeutendsten Kapitel der Industrial-Musik. Mit dem 17. und letzten Studioalbum „Hate To Go (Take Out Or Delivery)“, der ersten Single „Burned Out“ und einer großen Abschiedstour im Frühjahr 2027 verabschiedet sich eine Formation, die Industrial Metal entscheidend geprägt und überhaupt erst mitdefiniert hat. Es ist das Ende einer Geschichte, die Anfang der 1980er-Jahre mit Synthesizern begann und schließlich Generationen von Musikerinnen und Musikern beeinflusste.
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Als Al Jourgensen die Band 1981 in Chicago gründete, deutete zunächst wenig darauf hin, welchen Einfluss dieses Projekt einmal entfalten würde. Das Debüt „With Sympathy“ bewegte sich noch zwischen Synth-Pop und New Wave, ehe mit dem Wechsel zu Wax Trax! ein radikaler Wandel einsetzte. Aus treibenden Sequenzen, maschinenhaften Beats, brachialen Gitarren und verzerrten Vocals entstand Schritt für Schritt jener unverwechselbare Sound, der mit Alben wie „The Land of Rape and Honey“, „The Mind Is a Terrible Thing to Taste“ und dem Platin-Erfolg „Psalm 69: The Way to Succeed and The Way to Suck Eggs“ Musikgeschichte schrieb. Der Einfluss dieser Alben reicht bis heute weit über den Industrial hinaus. Bis heute gelten sie als wegweisende Veröffentlichungen, die den Industrial Metal entscheidend mitdefinierten und Generationen von Künstlern inspirierten.
Über die Jahrzehnte blieb Al Jourgensen nie ein Musiker, der den einfachen Weg suchte. Gesellschaftliche Missstände, politische Konflikte und unbequeme Themen wurden spätestens seit den 2000er-Jahren zum Mittelpunkt seines Schaffens. Veröffentlichungen wie „Houses of the Molé“, „Rio Grande Blood“, „The Last Sucker“, „AmeriKKKant“ oder zuletzt „Hopiumforthemasses“ machten deutlich, dass Stillstand für ihn nie eine Option war. Gleichzeitig prägten persönliche Abstürze, schwere gesundheitliche Krisen und ein exzessiver Lebensstil die Biografie des Frontmanns ebenso wie seine kompromisslose Haltung gegenüber Politik und Gesellschaft. Trotz aller Höhen und Tiefen verlor Jourgensen jedoch nie das, was seine Musik seit jeher auszeichnet: den unbedingten Willen, Haltung zu zeigen.
Mit „Burned Out“ beginnt nun das letzte Kapitel dieser außergewöhnlichen Geschichte. Musikalisch knüpft „Burned Out“ an den Sound an, der Ministry seit Jahrzehnten auszeichnet: treibende Elektronik, brachiale Gitarren, maschinenhafte Rhythmen und Al Jourgensens markanter Gesang. Inhaltlich geht der Song jedoch weit über eine klassische Protesthymne hinaus. Statt einzelne Ereignisse in den Mittelpunkt zu stellen, beschreibt „Burned Out“ das Gefühl kollektiver Erschöpfung in einer Welt, die von Kriegen, gesellschaftlicher Polarisierung, Korruption, Desinformation und permanenter medialer Reizüberflutung geprägt ist. Die Botschaft ist eindeutig: Nicht nur politische Systeme geraten an ihre Grenzen, sondern auch die Menschen, die täglich mit den Folgen dieser Entwicklungen konfrontiert werden. Das eindrucksvolle Musikvideo greift diese Stimmung mit surrealen, apokalyptischen Bildern auf und unterstreicht die beklemmende Atmosphäre der Single.
Das finale Studioalbum trägt den Titel „Hate To Go (Take Out Or Delivery)“ und erscheint am 30. Oktober 2026 über Cleopatra Records. Zehn neue Songs bilden den Schlusspunkt einer außergewöhnlichen Diskografie, die sich über mehr als vier Jahrzehnte erstreckt. Bereits die erste Single macht deutlich, dass Al Jourgensen auch zum Abschied keine Kompromisse eingeht. Statt nostalgischer Rückblicke richtet sich der Blick noch einmal auf eine Welt voller Krisen, Konflikte und gesellschaftlicher Spannungen. Passend dazu vereint das Album noch einmal jene Elemente, die den charakteristischen Sound der Band seit den späten Achtzigern geprägt haben: harte Gitarren, elektronische Klanglandschaften, treibende Rhythmen und eine kompromisslose Haltung.
Für langjährige Fans hält das Album jedoch noch eine besondere Überraschung bereit. Nach 23 Jahren kehrt Paul Barker für den abschließenden Titel „We’re Still Here“ zurück. Kaum ein Musiker hat die erfolgreichste Phase der Band so nachhaltig mitgeprägt wie der Bassist, Produzent und Co-Songwriter. Gemeinsam entstanden einige der wichtigsten Veröffentlichungen der Industrial-Geschichte, bevor sich ihre Wege 2003 trennten. Dass Barker ausgerechnet für den letzten Song noch einmal an Al Jourgensens Seite steht, verleiht dem Abschied eine zusätzliche emotionale Ebene. Der Titel des Stücks wirkt dabei fast wie eine letzte Botschaft an alle, die diese Band über Jahrzehnte begleitet haben.

Tracklist:
01. Crickets
02. Voices of Hate
03. Clown Car
04. We Hate
05. Delete
06. Grifter
07. The White Man Lied*
08. Singularity
09. Burned Out
10. We’re Still Here (ft. Paul Barker)
*auf den Kassetten- und Vinyl-Ausgaben nicht enthalten
Das Album vorbestellen: Ministry – Hate To Go – Take Out Or Delivery
Auch Sammler kommen zum Finale auf ihre Kosten. Neben der Standard-CD erscheinen mehrere limitierte Vinyl-Ausgaben sowie umfangreiche Deluxe-Boxsets mit exklusiven Inhalten. Damit erhält das letzte Kapitel nicht nur musikalisch, sondern auch physisch einen würdigen Rahmen. Gleichzeitig dürfte „Hate To Go (Take Out Or Delivery)“ für viele Fans weit mehr sein als eine weitere Veröffentlichung. Es ist das letzte Studioalbum einer Formation, deren Einfluss auf Industrial, Metal und elektronische Musik bis heute unüberhörbar geblieben ist.
Bevor sich der Vorhang endgültig schließt, führt die „Goodbye Europe Tour“ die Band im Frühjahr 2027 noch einmal quer über den Kontinent. Unterstützt wird sie dabei von Die Krupps – einer Kombination, die kaum passender sein könnte. Beide Formationen stehen seit Jahrzehnten für die Verbindung aus elektronischer Musik, harten Gitarren und gesellschaftskritischen Themen. Für das deutschsprachige Publikum stehen unter anderem Konzerte in Saarbrücken, München, Berlin, Hamburg und Wien auf dem Programm.

MINISTRY „Goodbye Europe“-Tour:
03.04.27 (DE) Saarbrücken, Garage
17.04.27 (CH) Lausanne, Docks
18.04.27 (DE) München, Tonhalle
19.04.27 (AT) Wien, Gasometer
24.04.27 (DE) Berlin, Columbiahalle
25.04.27 (DE) Hamburg, Große Freiheit 36
Tickets bekommst du hier: eventim.de
Weblinks MINISTRY:
Webseite: www.ministryband.com/
Facebook: @WeAreMinistry
Instagram: @weareministry
YouTube: @Ministryband
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