Zwischen Post-Punk und Coldwave: LOWSUNDAY tauchen mit der düsteren ‚Black EP‘ tief in ihren eigenen Schatten hinab

Lowsunday photo Christina Sahene
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Lesedauer: 2 Minuten

Kaum eine Band aus dem amerikanischen Underground verband Post-Punk, Shoegaze und Darkwave bereits so früh miteinander wie Lowsunday. Während viele heutige Szenegrößen erst Jahre später auf den Mix aus kalten Synthesizern, schimmernden Gitarrenflächen und melancholischer Dunkelheit setzten, erschuf die Band aus Pittsburgh bereits Mitte der 1990er-Jahre ihren ganz eigenen „retro-futuristischen“ Sound. Nach fast 25 Jahren Stille meldete sich das Projekt 2025 eindrucksvoll zurück – und legt nun mit der neuen „Black EP“ den bislang intensivsten Release ihrer zweiten Schaffensphase vor.

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Gegründet wurde Lowsunday ursprünglich 1994 unter dem Namen Low Sunday Ghost Machine von Sänger und Songwriter Shane Sahene. Inspiriert von Bands wie The Chameleons, The Cure, Bauhaus oder Echo & the Bunnymen entwickelte die Gruppe früh eine dichte Mischung aus Shoegaze, Coldwave und emotional aufgeladenem Post-Punk. Besonders das Album „Elesgiem“ von 1999 gilt bis heute als Kultwerk innerhalb der dunklen Alternative-Szene. Kurz nach der Wiederveröffentlichung über Projekt Records löste sich die Band damals jedoch überraschend auf.


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Erst durch die aufwendig remasterten Neuauflagen der alten Werke kehrten die kreativen Impulse zurück. Shane Sahene und Bobby Spell fanden wieder zusammen und entwickelten als Duo eine moderne Fortsetzung ihrer ursprünglichen Klangwelt. Nach der eher lichtdurchfluteten „White EP“ erscheint nun mit der „Black EP“ das bewusst dunklere Gegenstück. Während die Vorgängerplatte noch stärker mit schimmernden Texturen und verträumten Momenten arbeitete, taucht das neue Material tief in Isolation, emotionale Schwere und psychologische Abgründe ein.

Besonders stark zieht sich dabei die Idee des sogenannten „Jungianischen Schattens“ durch die EP. Shane Sahene beschreibt die Songs als eine beinahe beichtstuhlartige Auseinandersetzung mit verdrängten Emotionen und inneren Konflikten. Klanglich äußert sich das in harschen Gitarren-Feedbacks, kalten Drumcomputer-Rhythmen und streng wirkenden Synthesizerflächen. Trotzdem verliert die Musik nie ihre emotionale Wärme. Gerade die melancholischen Melodien sorgen dafür, dass Songs wie „Shattered“ oder „Someone To Talk To“ trotz aller Dunkelheit nie hoffnungslos wirken.

Besonders hervorzuheben ist dabei die Single „This Is Not Heaven“. Der Track verbindet massive Shoegaze-Wände mit hymnischen Synthesizerflächen und einem fast mechanisch pulsierenden Rhythmus. Gleichzeitig bleibt der Song erstaunlich emotional greifbar und transportiert genau jene Mischung aus Distanz, Sehnsucht und innerer Zerrissenheit, die seit jeher das Fundament von Lowsunday bildet. Das dazugehörige Musikvideo von Regisseur Jer Herring verstärkt diese Stimmung zusätzlich mit einer dichten, düsteren Bildsprache.

Mit der „Black EP“ beweisen Shane Sahene und Bobby Spell eindrucksvoll, warum ihre Musik heute aktueller wirkt denn je. Zwischen modernen Coldwave-Einflüssen wie Molchat Doma und dem melancholischen Erbe von Joy Division erschaffen sie eine Atmosphäre, die gleichzeitig nostalgisch und vollkommen zeitlos erscheint. Statt sich lediglich auf ihren Kultstatus der 1990er auszuruhen, gelingt Lowsunday mit ihrer Rückkehr etwas deutlich Spannenderes: Die Band klingt nicht wie ein nostalgisches Revival, sondern wie eine Gruppe, die ihre eigene Dunkelheit endlich vollständig akzeptiert hat.

Weblinks LOWSUNDAY:

Webseite: www.lowsundayofficial.com/
Facebook: Facebook
Instagram: @lowsundaymusic
Bandcamp: Bandcamp
YouTube: @lowsundayofficial


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