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Lesedauer: 3 MinutenPuscifer, das Projekt von Maynard James Keenan, bekannt als Stimme von Tool und A Perfect Circle, dient seit den späten 90ern als kreativer Freiraum jenseits klarer Genre-Grenzen. Mit „Normal Isn’t“, erschienen am 6. Februar 2026, legt das Trio sein fünftes Studioalbum vor – das erste vollwertige Werk seit über fünf Jahren. Kritiker lesen die Platte als Protestalbum und als Spiegel einer Gegenwart, die zwischen digitaler Überforderung, gesellschaftlicher Spaltung und gefühlter Absurdität schwankt.
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Was einst als skurrile Idee aus Comedy-Sketchen und Multimedia-Performances entstand, ist längst ein festes Bandgefüge. Neben Keenan prägen Produzent und Multi-Instrumentalist Mat Mitchell sowie Sängerin Carina Round den Sound entscheidend mit. In dieser Konstellation hat sich über die Jahre eine eigenständige Mischung aus elektronischer Kühle, rockiger Härte und rituell anmutender Rhythmik entwickelt. Auf „Normal Isn’t“ verschiebt sich dieser Schwerpunkt hörbar: Der Sound ist gitarrenlastiger, rauer und deutlich stärker vom Post-Punk- und Goth-Gefühl der 80er geprägt als beim vergleichsweise minimalistischen Vorgänger „Existential Reckoning“.
Hier kannst du dir das Musikvideo zu der neuen Single „Bad Wolf“ ansehen:
Inhaltlich liest sich das Album wie ein Protokoll innerer und gesellschaftlicher Spannungen. Algorithmen, politische Verhärtungen und der Verlust von Empathie ziehen sich als Motive durch die Songs. Besonders „Bad Wolf“ bündelt diese Themen. Der Track greift die Cherokee-Erzählung von den zwei Wölfen auf, die sinnbildlich für den inneren Kampf zwischen Mitgefühl und Zerstörung stehen. In der Lesart der Band wird daraus ein Kommentar auf eine Gegenwart, in der Hass und Polarisierung zunehmend Raum gewinnen. Das animierte Musikvideo unter der Regie von AF Schepperd übersetzt diese Spannung in düstere Bilder und erweitert zugleich das visuelle „Puscifer-Universum“ um neue Figuren und Motive.
Flankiert wird das Album von einem eigens produzierten Konzertfilm, der den Anspruch von Puscifer als multimediales Projekt weiter zuspitzt. „Normal Isn’t: Puscifer Live at the Pacific Stock Exchange“ feierte seine Premiere in über 90 unabhängigen Plattenläden weltweit und ist seit dem 9. Februar 2026 auch über die offizielle Bandseite abrufbar. Gedreht in der ehemaligen Börse von Los Angeles, einem Art-déco-Bau mit düsterem Ruf, zeigt der Film die erste vollständige Live-Umsetzung des neuen Albums. Neue Bühnenbilder, Kostüme und eine stark grafisch geprägte Lichtdramaturgie rahmen eine Performance, die den Songs zusätzliche körperliche Wucht verleiht. Entstanden ist „Normal Isn’t“ in Arizona, Los Angeles und unterwegs während der Sessanta-Tour – ein offener Produktionsprozess, der sich im raueren, gitarrenbetonten Zugriff des Albums spiegelt. Mat Mitchell spricht von bewusst entfernten Leitplanken, Carina Round von Musik als notwendigem Gegenentwurf zu einer Zeit der Polarisierung. Unterstützt wird das Trio von Gästen wie Tony Levin und Danny Carey, deren Beiträge dem Album punktuell zusätzliche Tiefe und Druck verleihen.

Dass „Normal Isn’t“ nicht als reines Studioartefakt gedacht ist, zeigt sich auch an den unmittelbar anschließenden Live-Plänen. Ab März 2026 bringt die Band das neue Material auf ausgewählte Bühnen in Nordamerika. Spielstätten wie das Red Rocks Amphitheatre in Colorado oder das Greek Theatre in Los Angeles sind dabei mehr als bloße Tourstopps, sie sind Teil der Inszenierung. Puscifer setzen live traditionell weniger auf klassische Rockkonzert-Routinen als auf eine durchkomponierte Show, in der Musik, Figuren, Licht und theatrale Elemente ineinandergreifen. Für das neue Programm kündigt die Band ein überarbeitetes Bühnenkonzept mit neuen Kostümen und visuellen Motiven an, das den düsteren Grundton des Albums weiterträgt. Konkrete Termine für Europa stehen bislang leider aus, die exklusiven Vorführungen des Konzertfilms in einzelnen Plattenläden wirkten jedoch wie ein bewusst gesetztes Signal an die europäische Fanbasis.
„Normal Isn’t“ ist kein Album, das auf schnelle Zustimmung zielt. Es fordert Aufmerksamkeit, arbeitet mit Brüchen und hält der Gegenwart einen Spiegel vor, in dem sich vieles unangenehm klar erkennen lässt. Gerade darin liegt seine Stärke. Puscifer liefern kein Trostpflaster, sondern ein Stück Gegenwartsdiagnose – dunkel gefärbt, ironisch gebrochen und in seiner Konsequenz bemerkenswert geschlossen.
Weblinks PUCIFER:
Webseite: puscifer.com/
Facebook: @PusciferMusic
Instagram: @puscifer
YouTube: @pusciferdotcom
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