BARISHI – Old Smoke

BARISHI – Old Smoke
Geschätzte Lesezeit: 2 Minute(n)

7

Gesamtnote

7

Barishi kommen aus den Vereinigten Staaten von Amerika, genauer gesagt aus dem zierlichen Brattleboro im neuenglischen Vermont. Die Band ist seit zehn Jahren aktiv, seit 2012 unter ihrem jetzigen Namen. Vorher hörten sie auf den Namen Atlatl. Je nach Interpretation steht also in diesem Jahr ein runder Geburtstag ins Haus. Barishi blicken auf eine Diskographie von zwei Alben (st, 2013; Blood From The Lion’s Mouth, 2016) und einer EP (Endless Howl, 2015) zurück. Und betrachtet man den Abstand zum letzten Release, war es eigentlich höchste Zeit für Album Nummer drei.

Lass Dir den Beitrag vorlesen:

Das heißt Old Smoke und besteht aus lediglich sechs Tracks. Barishi werden jedoch grob dem Post und Progressive Metal zugeordnet, was also bei selbst einer so geringen Anzahl an Songs einer solide Laufzeit von knapp 50 Minuten entspricht. Die haben es zum Teil wirklich in sich. Und wer die Amerikaner kennt, der weiß: Er bekommt von dem Trio brachiale, bleischwere, knurrende Bestien hingestellt. Die neue Scheibe macht hier keine Ausnahme und setzt im Grunde da an, wo Dylan Blake (Drums), Jonathan Kelley (Bass) und Graham Brooks (Gitarre und Gesang) mit dem Vorgänger Blood From The Lion’s Mouth aufgehört haben. Songs wie The Longhunter oder Entombed In Gold Forever mit einer Laufzeit von sechseinhalb Minuten sind die eher kürzeren auf Old Smoke.

Schwerfällig mit sich knarzig wälzenden Gitarren, einem Bass-Sound direkt aus der Hölle, donnernden High Heads aus dem Hintergrund und tollwütig bellend, fauchenden, gecrowlten, dämonischen Vokals eröffnet The Silent Circle Old Smoke. Zwischendrin: Marginale Variationen im Riffing, die den Sound leicht öffnen und die Atmosphäre verändern. Dies setzt sich in ähnlichem Stil bei Blood Aurora fort, das sich vom Opener im Wesentlichen durch ein verstörendes unterschwelliges Gurgeln und ein wohl platziertes Gitarrensolo unterscheidet, bevor The Longhunter mit den sich jagenden Riffs schließlich das Tempo etwas anzieht. Mit Cursus Ablaze gibt es ein kurzes Instrumental zum Verschnaufen, das obwohl mit doomigen Synth-Flächen unterlegt, nur auf einer Western-Gitarre gespielt, folkig, ur-amerikanisch rüberkommt. Entomed In Gold Forever schließlich ist vor dem krönenden Abschlusstrack ein rasendes, sich wälzendes Soundmonster vor dem es kein Entkommen gibt. Der Titeltrack mit seinen 13,5 Minuten startet mit Clean-Vocals und erzählerisch, braut sich über die Laufzeit jedoch zu einem Doom-Inferno zusammen, das breitfurchig und ausladend noch einmal alle Register zieht und Old Smoke würdig abschließt.

Trotz allem muss ich sagen, dass ich leichte Schwierigkeiten mit dem Album hatte. Über weite Strecken müssen sich die unbestreitbar vorhandenen Facetten doch sehr mühsam erarbeitet werden. Die Tracks sind bei dem schwergängigen, brachialen Sound sehr lang, bieten auf den ersten Blick wenig an Variation und strahlen deswegen leichte Gleichförmigkeit aus. So erwies sich das Hören zum Teil als Geduldsprobe, die nur in wenigen herausragenden Songs, wie Old Smoke, Entomed In Gold Forever oder Blood Aurora entlohnt wurde. Trotz allem ist Barishi mit Old Smoke ein solides Genre-Album gelungen.

Old Smoke ist in verschiedenen Formaten am 24. April bei Season Of Mist erschienen.

BARISHI - The Silent Circle

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Tracklist BARISHI – Old Smoke:

01. The Silent Circle
02. Blood Aurora
03. The Longhunter
04. Cursus Ablaze
05. Entombed In Gold Forever
06. Old Smoke

Weblinks BARISHI:

Official: https://barishi.bandcamp.com
Facebook: https://www.facebook.com/barishiband
Label: http://www.season-of-mist.com/bands/barishi

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