PUMAROSA – Devastation

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Unsere Bewertung:


8.5

8.5

Was f├╝r eine Gef├╝hlsachterbahn liegt bitte hinter Pumarosa? 2017 ver├Âffentlichte die Band ihr ├╝berragendes Deb├╝talbum The Witch. Intelligente Popmusik, mit Blues-, Electronica-, Folk-, TripHop- und vielen weiteren Einfl├╝ssen. Als erste Single ver├Âffentlichten die Briten das siebenmin├╝tige Psychedelic-St├╝ck Priestess, mutig und hochklassig zugleich. Die Platte erh├Ąlt eine Lobeshymne nach der n├Ąchsten ÔÇô und dann wird bei S├Ąngerin Isabel Munoz-Newsome noch in der Release-Woche Geb├Ąrmutterhalskrebs diagnostiziert. Operation und Heilung verliefen zum Gl├╝ck erfreulich, nur wenige Monate sp├Ąter supporten Pumarosa keine Geringeren als Depeche Mode auf deren Europa-Tournee.

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Mit frischer Energie ging es in Anschluss an Album Nummer zwei. Auf Devastation hat sich allerdings gar nicht mal so viel ge├Ąndert. Denn noch immer gilt: Wer diese Band gut finden mag, muss offen f├╝r Experimente sein und sich Zeit nehmen. Weiterhin mischen Pumarosa Pop-Hooks mit Einfl├╝ssen aus gef├╝hlt 50 verschiedenen Genres. Da trifft Eing├Ąngigkeit auf Komplexit├Ąt, D├╝sternis auf Hoffnung, befreiendes Gef├╝hl auf Nervosit├Ąt.


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Fall Apart kommt zun├Ąchst mit hektisch polternden Drums daher, verliert sich am Ende aber in wohltuenden 80er-Synthie-Melodien. Das folgende I See You ist ein wundersch├Ânes, schwelgerisches St├╝ck Dreampop, Lose Control und I Can Change w├╝rden sich super im Formatradio machen, wenn die dortigen Programmdirektoren und Moderatoren sich mal etwas trauen w├╝rden. Bis hierhin also vier Volltreffer.

Im Mittelteil von Devastation verlieren sich Pumarosa manchmal in sperrigen Experimenten, die nicht bei jedem H├Ârer z├╝nden werden. Factory mit seinem ÔÇ×TripHop trifft Modern Jazz-SoundÔÇť knarzt, l├Ąrmt und schleppt sich durch seine 3 Minuten und 44 Sekunden, der von einem dezenten Drum’n’Bass-Beat gest├╝tzte Adam’s Song ist mangels Melodien eher ein Kandidat zum Skippen. Da bleibt einfach nichts h├Ąngen.

Aber den Durchg├Ąnger verzeichnet man Isabel und ihren Jungs, die bei den Aufnahmen sogar von ihrem bekennenden Fan Justin Chancellor (Bassist von Tool) unterst├╝tzt wurden, gern, bei dem, was noch folgt. Gar leichtes Disco-Feeling kommt bei Heaven auf, Electro-Popper werden am verspielten Virtue ihre Freude haben.

Pumarosa - Into The Woods (Audio)

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Beim letzten Drittel der LP regiert dann allerdings wieder dichte D├╝sternis, manch einer mag das Attribut ÔÇ×klaustrophobischÔÇť in den Ring werfen. Into The Woods punktet dank Wumms-Bass mit pr├Ągnanter Laut-Leise-Dynamik, die S├Ąngerin klingt hier dank Verzerrer total nach Beth Gibbons auf alten Portishead-Scheiben. Die Ballade Lost In Her (hier gr├╝├čen einmal mehr die gro├čen TripHop-Acts der 90er) ist mit 8.08 Minuten keine Sekunde zu lang und der Titeltrack kommt mit ungewohnt freundlichen ÔÇ×Yeeeah-ah-ah-ah-yeahÔÇť-Chor und einem stetigen Aufbau daher, der rund 100 Sekunden vor dem Ende der Platte eruptiert. Abwechslung pur, eine regelrechte Gef├╝hlsachterbahn.

Ein gro├čes Lob geb├╝hrt dem Produzenten John Congleton, dem es perfekt gelingt, die ambitionierten Stimmungen, Ideen und Stilmixe Pumarosa ins passende Klanggewand zu zaubern. Zu den teils autobiografischen Texten Munoz-Newsomes, die sich mit Liebe, Schmerz und Sterblichkeit befassen, gibt es die jeweils passende Musik. Und die ist so vielschichtig, dass man als Schreiberling kaum wei├č, welche K├╝nstler man hier als Vergleichswert f├╝r das Gesamtwerk heranziehen soll. Portishead? Bj├Ârk? Die sp├Ąten, blues-getr├Ąnkten Depeche Mode? Amanda Palmer? David Bowie? Talk Talk? Garbage? Slowdive? Ach, lassen wir doch die Vergleiche am Ende besser mal sein, empfehlen Fans der genannten Acts dringend, hier mal reinzuh├Âren, freuen uns ├╝ber ein weiteres hochklassiges Album der Engl├Ąnder und warten weiter mehr oder minder verzweifelt auf Konzerte in Deutschland.

Tracklist PUMAROSA -- Devastation

01. Fall Apart
02. I See You
03. Lose Control
04. I Can Change
05. Factory
06. Adam’s Song
07. Heaven
08. Virtue
09. Into The Woods
10. Lost In Her
11. Devastation

Weblinks PUMAROSA

Homepage: www.pumarosamusic.com/
Facebook: www.facebook.com/pumarosamusic/
Instagram: www.instagram.com/pumarosamusic/?hl=de

Geschrieben von
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