POWERWOLF – Mannheim, Zeltfestival Rhein-Neckar (18.06.2019)

Powerwolf, © Christian Daumann
Geschätzte Lesezeit: 4 Minute(n)

„Metal is Religion“ – WĂ€hrend den Kirchen in Deutschland die Mitglieder davonlaufen, erfreut sich die heilige Heavy Metal Messe von Powerwolf steigender Beliebtheit. Die mit christlichen Motiven und Werwolfmythen kokettierende Band ist ein PhĂ€nomen zwischen Genre und Mainstream, gleichzeitig vergöttert und gehasst. Viele Lieder mögen simplen Strukturen folgen („Whooohoooo – Halleluuuuja!“) und damit eher Bierzelt als Heavy Metal heraufbeschwören. Gleichzeitig ist die stets professionell aufspielende Band Garant fĂŒr perfekte Unterhaltung und vermag JĂŒnger der unterschiedlichsten Lager um sich zu scharen – und zum Metal zu bekehren!

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Es ist heiß am Dienstagnachmittag in Mannheim. Teuflisch heiß. Die meisten Besucher tragen trotzdem Schwarz und das meist in Form eines Powerwolf-Bandshirts. Dazwischen Sabaton oder Touri-Look. „Bei einem Konzert trĂ€gt man nie ein Shirt jener Band, deren Konzert man gerade besucht.“ Diese Ansicht ist unter Metalheadz durchaus vertreten. Powerwolf-Fans denken anders. Vermutlich dĂŒrfte jedes StĂŒck Merchandise, das jemals fĂŒr die Band mit saarlĂ€ndischen Wurzeln produziert wurde, mindestens dreimal unter den Besuchern vertreten sein. Schwitzbedingt bleiben die KleidungsstĂŒcke auf jeden Fall nicht lange trocken.

Das Zeltfestival Rhein-Neckar, in dessen Rahmen Powerwolf sowie der hörenswerte Support von Majesty und Amaranthe auftreten, trÀgt seinen Namen nicht umsonst. Bei den sommerlichen Temparaturen hat sich das namensgebende Acht-Mast-Palastzelt in eine Sauna verwandelt. Trotzdem findet sich eine beachtliche Zuschauerzahl ein, um Majesty zu feiern. Heavy und Power Metal geht den Anwesenden zum Auftakt ziemlich gut rein.

Quelle: www.facebook.com/majestymetal
Setlist MAJESTY @ Mannheim, Zeltfestival Rhein-Neckar (18.06.2019)

01. Path to Freedom
02. Die Like Kings
03. Wasteland Outlaw
04. Thunder Rider
05. Metal Law
06. We Are Legends

Im Anschluss machen sich Amaranthe bereit, Fanherzen schneller schlagen zu lassen und neue zu erobern. Die schwedisch-dĂ€nische Melodic Death Metal Kombo heizt die Stimmung mit einem kleinen Best-Of aus ihrer Discographie weiter an, die Temperatur im Zelt steigt gefĂŒhlt auf Fegefeuer. Finger werden zu Teufelshörnern ausgefahren und bleiben dort fĂŒr den Rest des Abends.

Quelle: www.facebook.com/AmarantheBand/
Setlist AMARANTHE @ Mannheim, Zeltfestival Rhein-Neckar (18.06.2019)

01. Helix Intro
02. Maximize
03. Digital World
04. Inferno
05. Hunger
06. Amaranthine
07. GG6
08. Dream
09. Helix
10. Breakthrough Starshot
11. The Nexus
12. Drop Dead Cynical

Dreißig Minuten Umbaupause, dann ist es soweit. Der Vorhang fĂ€llt und Powerwolf sind da. Im Zelt könnte es etwas dunkler sein, um die aufwendige BĂŒhnendeko noch besser zur Geltung zu bringen. Denn die Band agiert in den Kulissen einer verfallenen Kirche vor wechselndem Backdrop, Priesterroben und BĂŒhnen-Make-Up machen den Powerwolf-Look perfekt. Die Stimmung ist vom ersten Moment an großartig, das Publikum frisst der Band aus der Hand, Hexenkessel, Megasause. Das sind oft gebrauchte Phrasen, um die AtmosphĂ€re bei einem Konzert zu beschreiben. Aber hier ist es wirklich so. Vom ersten Augenblick an. Es herrscht kollektive Begeisterung und wenn das Publikum schreit, ist es ohrenbetĂ€ubend. Dabei haben Powerwolf gerade mal eine Minute gespielt. Was folgt ist ein technisch perfektes, wenn auch offensichtlich einstudiertes Spektakel.

SĂ€nger „Attila Dorn“ hat seine Hausaufgaben gemacht und begrĂŒĂŸt die Besucher mit „Monnem“ (Mannheim), die ihm mit Sprechchören antworten, die den ganzen Abend ĂŒber selten verstimmen. Die Fankulisse erinnert an ein Fußballspiel. Wie das Publikum ist der Frontmann gut gelaunt und witzelt sich zwischen den Liedern gewohnt selbstironisch durch die Show („Habt ihr schon einmal so ein dickes HĂ€ufchen Elend gesehen“ mit Verweis auf seinen Körperumfang), unterstĂŒtzt von Organist „Falk Maria Schlegel“.

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Egal welches Lied die Wölfe ins Palastzelt donnern, das Publikum singt textsicher mit. Oberpriester Dorn kommt gar nicht hinterher, sein charakteristisches, mit falschem Akzent gesĂ€useltes „Vielen Dankeschön“ in die Metalgemeinde zu sprechen. Auch die Animationsspielchen der Band kennen die meisten Fans auswendig. Dorn ist zufrieden. „Ist das geil, Monnem“ sagt er immer wieder. In kleinen Circle Pits wird gemosht, Freunde fallen sich in die Arme, Köpfe kreisen mal mit mehr oder weniger Haaren und auffĂ€llig viele MĂ€dels feiern Powerwolf richtig hart ab. Überall sind Pommesgabeln.

Nach einer Stunde kĂŒndigt Dorn vorzeitig das Ende des Sets an und kann kaum aussprechen, da die Euphorie seiner JĂŒnger in ein stimmgewaltiges „Buuuuuh“ umschlĂ€gt. Wirklich ernst meint das jedoch niemand und schon gar nicht der SĂ€nger selbst: „Lasst mich ausreden…Wir wollen uns nur schon einmal verabschieden.“ Das machen Powerwolf mit zwei weiteren Liedern und schließlich drei Zugaben.

Viele Zuschauer dĂŒrften an diesem Abend ihr 63. Powerwolf-Konzert gesehen haben, andere haben die Band zum ersten Mal erlebt. An einigen Reaktion ließ sich auch ablesen, dass einige Besucher erstmals eine derartige Show besucht haben. Sicher ist: Die Fans hatten den Spaß ihres Lebens.  Vielen Dankeschön.

Quelle: www.facebook.com/powerwolfmetal
Setlist POWERWOLF @ Mannheim, Zeltfestival Rhein-Neckar (16.06.2019)

01 Lupus Daemonis
02 Fire and Forgive
03 Army of the Night
04 Incense & Iron
05 Amen & Attack
06 Let There Be Night
07 Demons Are a Girl’s Best Friend
08 Killers With the Cross
09 Armata Strigoi
10 Blessed & Possessed
11 Where the Wild Wolves Have Gone
12 Resurrection by Erection
13 Stossgebet
14 We Drink Your Blood
15 Lupus Dei
16 Agnus Dei (Z)
17 Sanctified With Dynamite (Z)
18 Werewolves of Armenia (Z)

Weblinks POWERWOLF

Homepage: www.powerwolf.net
Facebook: www.facebook.com/powerwolfmetal
Instagram: www.instagram.com/officialpowerwolf

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Fotos: MAIFELD DERBY 2019 (Samstag)

MAIFELD DERBY 2019 – Mannheim (15.09.2019) Bilder: © Antoine Maraval Ähnliche BeitrĂ€ge
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