PETER DOHERTY & THE PUTA MADRES @ Köln, Kantine (17.05.2019)

PETER DOHERTY & THE PUTA MADRE, (c) Frank Halfmeier
Geschätzte Lesezeit: 3 Minute(n)

Peter Doherty lebt. Zum Gl√ľck. Denn wer k√∂nnte den Platz des skandalbehafteten Genies heute schon einnehmen? Niemand. Das wissen seine Fans. Deshalb kamen sie am Freitag, den 17. Mai in Scharen in die K√∂lner Kantine. Dort feierten sie ihn gemeinsam mit The Puta Madres.

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Doch bevor das Konzert losging, betrat seine Schwester Amy Jo Doherty die B√ľhne ‚Äď zusammen mit ihrer um 2013 gegr√ľndeten Band AmyJo Doh and The Spangles. Wild tanzend leiteten sie in den Abend ein. Die Songtexte waren dabei teilweise auf Englisch und teilweise auf Spanisch. Mit viel Elan und Ausdauer versuchte Amy Jo, das Publikum zum Tanzen und Mitsingen zu bewegen. Das gelang ihr leider nur teilweise. Zu wenig bekannt scheint die Indie-Truppe heute noch zu sein. Aber vielleicht √§ndert sich das ja, bis sie Ende Oktober erneut nach Deutschland (Stuttgart) kommt. Potenzial war n√§mlich durchaus zu h√∂ren.

Richtig eng wurde es in der Kantine allerdings erst, als die Fans Pete erwarteten. Der lie√ü sich wie gewohnt Zeit. W√§hrend die ersten bereits nach einer halben Stunde einen Ausfall vermuteten, freuten sich die anderen mit jeder Minute sichtlich mehr auf den Beginn. Dabei √∂ffnete sich zwischendurch wiederholt die Backstage-T√ľr. Das l√∂ste vermehrt Gekreische beim Publikum aus, erwies sich dann aber doch als eine Reihe von Fehlalarmen.

Peter Doherty & The Puta Madres

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Gegen halb zehn war es dann tatsächlich so weit: Peter Doherty kam zum Vorschein, gekleidet im grauen Anzug mit weißem Hemd und roten Hosenträgern. Sein bleiches Gesicht erinnerte an seine Zeit als Totengräber. Auch Jack Jones (Gitarre), Katia DeVidas (Keyboard), Miggles (Bass) und Rafa (Schlagzeug) nahmen nun ihre Positionen ein. Es folgte ein auffallend gesittetes Konzert, wie es viele wohl nicht erwartet hätten.

Relativ zu Beginn brachte die Gruppe I Don‚Äôt Love Anyone (But You‚Äôre Not Just Anyone) aus Dohertys Album Hamburg Demonstrations zum Besten. Begleitet wurde das St√ľck am Xylophon. Das trug Katia in einem kleinen Koffer mit sich herum. Einen der H√∂hepunkte bildete unter anderem der Song Who‚Äôs Been Having You Over von der aktuellen Platte. Mit langen Zwischensequenzen und einem noch l√§ngeren Outro, bei dem der Fokus auf orgel-√§hnlichen Kl√§ngen lag, inszenierte die Band eine Art Einfrierungsprozess: Nacheinander stand jedes der Mitglieder bewegungslos dar, und es war als w√§re die Zeit stehen geblieben.

W√§hrend Pete sich bei diesem kleinen Schauspiel vollkommen im Griff hatte, wirkte er an anderen Stellen eher abwesend ‚Äď fing sich aber immer wieder. Es schien fast so, als spiele er mit den Erwartungen einiger G√§ste, sich daneben zu benehmen. So schleuderte er auch immer wieder sein Mikro durch die Gegend, lie√ü es aber nie ganz los. Ob nur gespielt oder nicht, der Auftritt zeigte keinen verkommenen Junkie, sondern einen kreativen Poeten, der sein Werk lebt. Das bewies er auch mit seinem kleinen Solo von The Whole World Is Our Playground. Allein mit seiner Gitarre vorm Mikrophon sang er etwas schief gemeinsam mit seinen Fans.

Peter Doherty & The Puta Madres spielten aber nat√ľrlich nicht nur das gute alte Zeug. Auch die neuen Songs vom gleichnamigen Album erwiesen sich als gelungenes B√ľhnenmaterial. So zum Beispiel Narcissistic Teen Makes First XI, dem Pete mit Mundharmonika die gewisse W√ľrze verlieh.

Einziges Manko am Freitag in K√∂ln: Der Auftritt war mit knapp 70 Minuten ziemlich kurz. Daf√ľr entschloss sich die Band aber gleich f√ľr zwei kleinere Zugaben. Songs wie You‚Äôre My Waterloo und Paradise Is Under Your Nose machten das Konzert schlie√ülich vollkommen rund. Und dass Peter Doherty hier und da doch noch zwischen den Liedern switchte und sich mittendrin f√ľr ein anderes Instrument oder ein Solo entschied, geh√∂rt eben einfach zu seinem frech rotzigen Charme dazu. Ich meine mal ehrlich: Wir w√ľrden ihm auch weiterhin vier Stunden Wartezeit verzeihen, oder?

Setlist PETER DOHERTY & THE PUTA MADRES @ Köln, Kantine (17.05.2019):

01. All At Sea
02. Hell To Pay At The Gates Of Heaven (Peter Doherty)
03. Narcissistic Teen Makes First XI
04. Who’s Been Having You Over
05. I Don’t Love Anyone (But You’re Not Just Anyone) (Peter Doherty)
06. The Whole World Is Our Playground (Peter Doherty)
07. Shoreleave
08. Travelling Tinker
09. Last Of The English Roses (Peter Doherty)
10. Someone Else To Be
11. Paradise Is Under Your Nose (Z)
12. You’re My Waterloo (The Libertines) (ZZ)

Setlist ohne Gewähr

Weblinks PETER DOHERTY & THE PUTA MADRES:

Homepage: smarturl.it/PeterDohertyThePuta
Facebook: www.facebook.com/peterdohertyofficial
Instagram: instagram.com/peterdohertyofficial
Twitter: twitter.com/petedoherty

Geschrieben von
Mehr von Janina Gruendemann

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