Bei den Göttern – Árstíðir Lífsins kündigen viertes Studioalbum an

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Ja, der Pagan Metal … Eigentlich will man es sich gar nicht mehr anhören, was er und sein hörnerhelmtragender Bruder der Vikingmetal einem so für’s Ohr offerieren. Wo er erschallt, begrüßt man sich mit „Asa og Vana“, tragen erwachsene Menschen zum Spaß Kettenhemd, Bartperlen, die Damen Stahlbikinis, heißen Schildmaiden und man prostet sich mit Mann-Fällern zu. Hoch die Hände, Wochenende. Wenn man Glück hat. Wenn man Pech hat vermengt sich Honigwein mit rein germanischer (*hust*) DNA und dem Leib von Fjörgyn … ach naja und dann wird es richtig gruselig. Ja, ich gebe es zu, das war jetzt ganz tief in der Klischeekiste gewildert, aber derlei Übertreibung verschafft auch gern mal ein wenig Klarheit und Position.

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Denn umso leichter kann man nun eine Band wie Árstíðir lífsins beschreiben. Die sind gewissermaßen der selbstgewählte Gegenentwurf zu dem Ganzen. Thematisch und musikalisch machen die Männer aus Deutschland und Island zwar genau das, was oben genanntes Genre im Kern beschreibt, aber eben nicht das, was aktuell im Genre gemacht wird. Deswegen bezeichnen Árstíðir lífsins ihre Musik auch vorsichtshalber als Old Norse Metal oder Black Metal inspired by The Old Norse. Seit 2008 verarbeitet die Band Literatur und Kunst der Old Norse in ihrer Musik und wählt dabei einen Ansatz, den man ohne zu übertreiben in seiner Ernsthaftigkeit fast schon als orthodox bezeichnen kann. Heldengesänge, Originalquellen, traditionelle Folklore und weitere Überlieferungen werden über einen wissenschaftlichen Zugang angegangen und ins musikalische Format gebracht. Meist ist das harscher Metal aber auch traditioneller Folk oder Erzählstücke sind zu hören. Selbstverständlich wählt man dazu die Sprache der Zeit, aus der die jeweilige Quelle stammt. Altisländisch. Musik und Erzählform sollen dazu dienen, der Quelle eine zusätzliche Gestalt zu verleihen, ihr Leben und Emotion einzuhauchen. Mit einem solchen Ansatz schafft man es zwar nicht ins Bierzelt (denn da wollte man ja grad nicht hin), aber (hört, hört) in den Spiegel. So selbstreferentiell, sperrig, verkopft und belehrend sich das Ganze jetzt anhört, man muss eingestehen: Die Musik von Árstíðir lífsins ist tatsächlich nicht für jeden gedacht, besticht aber in ihrer Exzellenz durch ihren hohen Anspruch. Um es kurz zu machen und auch für das spätere Review etwas übrig zu behalten: Da hat sich einer Gedanken gemacht.

Nun kündigen Árstíðir lífsins ihr viertes Studioalbum an. Saga Á Tveim Tungum I: Vápn Ok Viðr heißt das gute Stück und obwohl mein altisländisch unlängst etwas eingrostet ist, verrät der Titel, dass es sich um einen ersten Teil handelt. Vervollständigt wird die Saga wohl im späten Herbst diesen Jahres durch seinen Zwilling Saga Á Tveim Tungum II: Eigi Fjoll Né Firðir. Vápn Ok Viðr birgt die Geschichte von Óláfr Helgi Haraldsson, oder schlichter Olaf dem Heiligen, einen norwegischen König aus dem 11. Jahrhundert. Dieser, soviel weiß ich noch aus meinem eigenen Studium, wird gern mal herausgekramt, wenn es darum geht zu zeigen, wie unterschiedlich Menschen wegkommen, je nachdem, wer über sie schreibt. Zeitgleich zur Ankündigung des neuen Album erschien die erste Single Morðbál Á Flugi Ok Klofin Mundriða Hjól.

Vápn Ok Viðr wird am 26. April bei Ván Records erscheinen und ist bereits jetzt in unterschiedlichen Formaten vorbestellbar.

Arstidir Lifsins – Morðbál á flugi ok klofin mundriða hjól

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Weblinks Árstíðir lífsins:

Facebook: https://www.facebook.com/arstidirlifsins/
Bandcamp: https://arstidirlifsins.bandcamp.com/
Label: https://www.van-records.de/arstidir-lifsins.html

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Beitragsbild: Promo Ván Records

Geschrieben von
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