MAX MUTZKE – Bochum, Zeche (06.02.2019)

Max Mutzke © Angela Trabert
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Wenn man viele Konzerte besucht, hat man im Laufe der Zeit fast ebenso viele Supportbands erlebt wie Konzerte ansich. An diesem Abend er√∂ffnete mit Vera Klima eine sehr sympathische junge Frau den Abend f√ľr Max Mutzke. Fr√ľher als Band KLIMA mit der Schwester unterwegs, beschreitet sie nun Solopfade. In der mit rund 700 G√§sten fast ausverkauften Zeche Bochum hat sie das Gl√ľck, vor schon fast voll besetztem Hause spielen zu k√∂nnen. Und das tut sie mit viel Spielfreude, Elan und K√∂nnen. Mach Dich leicht, (wenn du fliegen willst) bringt gleich richtig Stimmung ins gro√üartige Publikum dieses Abends, die Herren d√ľrfen ihre tiefen Stimmen erklingen lassen. Der letzte Song gilt ihrer Schwester und tr√§gt auch den Namen Schwesterherz, damit verabschiedet sie sich nach einer unterhaltsamen halben Stunde von der B√ľhne, nicht ohne vom Bochumer Publikum mit einem gro√üen, verdienten Applaus bedacht zu werden.

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Max Mutzke betritt mit seiner Band gegen 20.45 Uhr die B√ľhne und legt gleich druckvoll mit seiner Version von Men in Black los. Das Publikum ist vom allerersten Moment an bei ihm und geht voll mit. Im Verlaufe des genialen Konzertabends erz√§hlt Max dar√ľber, wie das neue Album entstanden ist, dass sie sehr lange im Studio waren und alles analog eingespielt h√§tten, jedes einzelne Instrument und jeden einzelnen Ton. Dass die Plattenfirma ihm und der Band ein ganzes Jahr Zeit gegeben h√§tte, in der heutigen Zeit der schnelllebigen Erfolge und des damit verbundenen Erfolgsdruckes eine Seltenheit. Dann folgt Augenbling von Seeed in einer au√üerordentlichen Motownmusikversion, welches auch aus den fr√ľhen 70ern stammen k√∂nnte. Nachdem er zun√§chst die G√§ste animiert, Ohne Dich mitzusingen, l√§sst er zum Ende hin das Publikum alleine singen und nutzt die Zeit sich in ein wei√ües T-Shirt und eine helle Hose zu werfen.

Gerade am Rand tanzen einige Leute v√∂llig verz√ľckt zu den wirklich mitrei√üenden Rhythmen des Neuarrangements von Schwarz auf Wei√ü, das dann in den Song Welt unter Glas √ľbergeht. Bei¬† I’ve Got 5 On It l√∂st ein Gast versehentlich einen Alarm an einer T√ľre aus, die er vermutlich f√ľr einen Ausgang h√§lt. Der Fehler wird schnell behoben und tut dem Konzert keinen Abbruch. Zu Everyday People holt Max Mutzke sich die Unterst√ľtzung von Vera Klima, der wunderbaren Supportlady, dazu. Danach bedankt Max sich beim unfassbar geilen Publikum in Bochum, welches anfeuert, klatscht und mitgeht als ob es kein Morgen g√§be.

Percussionist Rhani Krija und Schlagzeuger Tobias Held gehen in Wettstreit miteinander, das Publikum gewinnt eine gro√üartige Performance, einen echt unglaublich musikalischen „Battle“ zweier hervorragender Musiker. Das Publikum ist schwer begeistert! Und das zurecht, man kann sich dem unglaublichen Sog der Trommeln nur schwer entziehen. Viele werden an diesem Mittwochabend mit Musik im Herzen und in den F√ľ√üen nach Hause fahren und morgen ein wenig m√ľde, aber mit einem L√§cheln in den Tag starten. Und daf√ľr sorgt Max Mutzke mit seinen wunderbaren monoPunks, denn er wird an diesem Abend von Maik Schott (Keyboards), Tobias Held (Drums) und Danny Samar (Bass) und vier weiteren Musikern unterst√ľtzt.¬† Rhani Krija (Perkussion), Fontaine Burnett (Gesang, Gitarre, Keyboards), Johannes Papilaja (Gesang) und Vera Klima (Gesang) sorgen f√ľr einen satten Sound und gro√üe klangliche Vielfalt.

Um 22.30 Uhr gehen die Musiker das erste Mal von der B√ľhne, um vom laut klatschenden Publikum vehement zur√ľck verlangt zu werden. Den Zugabenblock er√∂ffnet Horizont, in Begleitung von Vera Klima, Max Lieblingssong vom neuen Album. Als letztes h√§lt Max Mutzke ein wunderbares Pl√§doyer f√ľr das Bunte im Leben und gegen den Hass. Sie w√ľrden den Song f√ľr die Menschen spielen, die gerade nicht in ihrer Heimat leben k√∂nnen. Er komme aus dem Schwarzwald und man m√ľsse immer wieder dahin zur√ľck, wo man verstanden wird. Heimat sei bunt und es sei egal, wo man herkommt. Und so entl√§sst er nach rund 2 Stunden Spielzeit mit Zu Dir komm ich heim das Publikum in die Nacht hinaus.

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