DIE APOKALYPTISCHEN REITER, DESERTED FEAR & CYPECORE – Oberhausen, Turbinenhalle (22.12.2018)

Die Apokalyptischen Reiter, © Cynthia Theisinger
Geschätzte Lesezeit: 3 Minute(n)

Heute kann es regnen, stürmen oder schneien … Zwar hat keiner an diesem Tag Geburtstag, das Wetter vor der Tür lässt sich dennoch nicht besser beschreiben. Weihnachten steht vor der Tür, da wird es Zeit für eine Gegenveranstaltung. Die Apokalyptischen Reiter laden zu Schrei!nachten, einer kleiner Tour vor Ende des Jahres: Mit dabei sind Deserted Fear und Cypecore. Kick Off war in Oberhausen, wo wir für euch live mit dabei waren.

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Während sich die anderen Bands noch Backstage warm schreien, betreten Cypecore etwas verfrüht die Bühne. Der Auftritt steht jedoch etwas im Schatten seiner selbst. Anfang November verstarb ihr Bassist Christoph „Desolator“ Heckel aufgrund einer seltenen Krebsform. Sein größter Wunsch war es, dass die Band dennoch weiter nach vorne geht. Daher stand es außer Frage, wie die Zukunft der Band aussieht. Die Energie, die die Band bei ihrem Auftritt ausstrahlt, springt sofort auf das Publikum über. Ansagen sucht man bei ihrem 45 Minütigen Set vergeblich. Die braucht es aber auch nicht. Man lässt lieber die Musik für sich sprechen. Und damit kann Cypecore ohne Frage überzeugen. Wenn man durch die Reihen blickt sieht man nur headbangende Leute oder welche, die die CyberPunk Schutzanzüge der Band bewundern, welche passend zur Musik aufleuchten.

Nach einer kurzen Umbaupause betreten Deserted Fear die Bühne. Diese stehen jedoch zunächst vor einer kleinen Herausforderung: Musikalisch hebt sich die Band etwas von ihren heutigen Mitstreitern ab. Entsprechen kommt die Stimmung nur langsam ins Rollen, obwohl Deserted Fear eine gute Show machen. „Ich hatte grade schon meine Weihnachtsente zu Abend,“ meint Sänger und Gitarrist Manuel Glatter zu der versammelten Menge. Anscheinend bleibt niemand vor Weihnachten sicher, was die Vorfreude bei einigen bestimmt noch weiter nach oben treibt. „Wollt Ihr einen neuen Song?“ – „Ja?“ – „Gibt’s aber nicht!„. Die Thüringer haben für den ein oder anderen schon einen komischen Humor, denn die Band macht wirklich mit einem alten Song weiter. Anschließend gibt es dann aber doch eine Live-Premiere, bei welcher die Band sehr aufgeregt war, wie sie später dem Publikum erzählt. Der Song kam jedoch gut an, worüber alle sehr dankbar sind.

In der nächsten Umbaupause kommt dann nochmal richtig Weihnachtsstimmung auf, indem Weihnachtslieder laufen (zum Glück kein Wham). Ein Blick auf die Bühne mit verbrannten Puppen verspricht aber alles andere als ein besinnlichen Weihnachtsabend mit klassischen Liedern. Plötzlich wird es schlagartig dunkel und das Publikum schreit sich die Seele aus dem Hals. Näher werden wir dem Titel des Abends wohl nicht mehr kommen. Passend mit Wir Sind zurück eröffnen die Apokalyptischen Reiter ihr Set. Die Stimmung ist direkt am Überkochen. Kaum einen hält es an seinem Platz, alle sind am feiern. Auch bei Es Wird Schlimmer und Herz In Flammen sieht es danach nicht anders aus. Mit den Worten „Jetzt ist der Moment zu fliegen“ kündigt Sänger Daniel „Fuchs“ Täumel den Song Der Adler an und fordert dabei besonders Michi, einen langjährigen Fan, der die Band die ganze Tour begleitet, zum Crowdsurfen auf. Ab diesem Moment trägt es immer wieder einzelne Personen über die Menge zur Bühne.

Mit Brüder Auf Leben Und Tod feiern die Apokalyptischen Reiter an diesem Abend eine Live Premiere. Es folgt ein Drum-Solo, bei welchem sich der Rest der Band in Mäntel hüllt, maskiert und dann zurück auf die Bühne kommt. Es folgt Der Rote Reiter, bei dem viel mit Schwarzlicht und reflektierender Farbe, welche auf den Mänteln und der Bühnendeko befindet, gespielt wird. Wenige Songs später folgt ein Piano-Solo von Dr. Pest, bei dem besagte Mäntel wieder fallen, das zu einem Gitarren-Solo übergeht, bevor mit Friede Sei Mit Dir die Party weitergeht. Zu Du Kleiner Wicht werden anschließend große Luftballons mit den Worten “Da habt ihr was zum spielen” in die Menge geworfen. Die fliegen den ganzen Song durch den Raum und treffen auch Gitarrist Adrian „Ady“ Vogel während eines Mini-Solis am Kopf, welcher alles aber weg lächelt und sich dabei nicht weiter stören lässt. „Wir kommen zum wichtigsten Teil des Abends. Wer war brav? wer war böse?„. Mit diesen Worten verteilt Fuchs zwei Geschenke – natürlich an die bösen Anwesenden. Weiter geht es danach mit Reitermania. Am Ende werden die Apokalyptischen Reiter nochmal nostalgisch. Wenn Ich träume wurde Live zuletzt 2007 gespielt, steht nun aber wieder auf dem Programm. Ebenso wie Ride On, was sogar 2002 das letzte mal gespielt wurde. Anschließend verlässt die Band die Bühne.

Nach einigen „Reitermania“ rufen kommen diese jedoch zurück und geben nicht eine, sondern zwei Zugaben und beenden schließlich mit Die Sonne Scheint. Insgesamt spielten die Apokalyptischen Reiter an diesem Abend 90 Minuten und haben dabei sicherlich keinen Fan enttäuscht.

Setlist DIE APOKALYPTISCHEN REITER @ Oberhausen, Turbinenhalle (22.12.2018):

01. Wir sind zurück
02. Es wird schlimmer
03. Herz in Flammen
04. Der Adler
05. Seemann
06. Die Schönheit der Sklaverei
07. Brüder auf Leben und Tod
08. Der Rote Reiter
09. Hört mich an
10. Auf und Nieder
11. Reitermania
12. Franz Weiss
13. Friede sei mit dir
14. Du kleiner Wicht
15. Nach der Ebbe
16. Ich bin weg
17. Wenn ich träume
18. Ride On
19. … vom Ende der Welt (Z)
20. Metal Will Never Die (Z)
21. The March of Revenge (ZZ)
22. Die Sonne scheint (ZZ)

Geschrieben von
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