HOLYGRAM – Modern Cults

Holygram - Modern Cults
Geschätzte Lesezeit: 3 Minute(n)

Unsere Bewertung:


10

9

9.5

„Ein Muss fĂŒr Oldschool-Goths“

Es ist etwas mehr als anderthalb Jahre her, als wir Holygram auf diesem Portal erstmals eine Plattform boten. Die selbstbetitelte DebĂŒt-EP ließ seinerzeit aufhorchen. Insbesondere der Song Still There kam in der Szene so gut an, dass er mittlerweile in so ziemlich jedem Goth-Club, der etwas auf sich hĂ€lt, zur Peaktime zu hören ist. In der Zwischenzeit ging die Band um SĂ€nger Patrick BlĂŒmel u.a. mit VNV Nation, She Past Away und den 80er-Heroen OMD auf Tour. Mit zunehmender Spannung wurde das DebĂŒtalbum erwartet. Jetzt ist Modern Cults endlich da – und die Erwartungen wurden nicht nur erfĂŒllt, sondern sogar ĂŒbertroffen.

Lyrisch liefert Modern Cults Erwartbares: Zerbrochene Beziehungen, Hoffnung, EnttĂ€uschung, Liebe, Lust und Leiden. „Der Mensch im Nebel seiner eigenen TrĂ€ume“, so formuliert es der Pressetext, so zeigt es das Cover. Aber die Musik 


Nach dem langsam an LautstĂ€rke zulegenden, lediglich 66-sekĂŒndigen Intro Into The Void (nein, hat nichts mit NIN zu tun) kommt ein Hit. Und darauf folgt ein Hit. Und darauf folgt noch ein Hit. Egal ob der Titeltrack oder die beiden vorab ausgekoppelten Singles A Faction und Signals – so klingt das perfekte Futter fĂŒr die Autofahrt bei Nacht, fĂŒr die dunkle Disco und hoffentlich bald auch die große Festival-BĂŒhne beim Amphi oder Mera Luna. Die Beats hĂ€mmern Doctor-Avalanche-mĂ€ĂŸig nach vorne, Synthies, Gitarre, Bass und die schĂŒchterne Stimme BlĂŒmels harmonieren in Perfektion. Zu „Instant-Ohrwurm-Refrains“ und bombastischen Instrumentals gesellt sich die Liebe zum Detail. Wenn nach dem Refrain von Signals das Gitarren-Lick einsetzt, jubiliert nicht nur der gemeine New-Order-Fan.

Holygram – A Faction (Official video)

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Just in dem Moment, wo Kritiker anmerken könnten, dass Holygram „nur auf Nummer sicher gehen“, grĂ€tscht Dead Channel Skies mit Sohle voraus in den Gehörgang rein. LĂ€rmiger, verhallter, fast instrumentaler Oldschool-Industrial, wie aus den frĂŒhen 80ern ins Hier und Jetzt importiert. Maschinell, kĂŒhl, kompromisslos, großartig – ein völlig ĂŒberraschender Kontrapunkt zu den ersten drei regulĂ€ren Songs. Wie auch die eher ruhigen Odd Neighbourhood und She’s Like The Sun, letzteres ĂŒberrascht gegen Ende sogar mit hellen, Kraftwerk-esqen Synthies.

Wiederhören mit alten Bekannten

Um die Platte auf gut 50 Minuten zu strecken, nahm das Quintett drei StĂŒcke der DebĂŒt-EP noch einmal neu auf. Die Arbeit mit Maurizio Baggio, der schon fĂŒr The Soft Moon hinter den Reglern scheint, hat sich ausgezahlt: Sowohl Still There, als auch Hideaway und Distant Light profitieren von der Frischzellenkur und kommen nun noch ein wenig knackiger daher. 1997 gebĂŒhrt die Ehre, Modern Cults abzuschließen. Mantra-artige Rhythmen, FlĂ€chen und ein Text, der fast schon zu sehr (vielleicht mit Absicht?) an Joy Divisions Atmosphere erinnert („Look Away In Siiiilence …“) – einfach ein wunderschöner Closer.

Trotz der Mischung aus Club-Hits und atmosphĂ€rischen Balladen, der Mischung aus kĂŒhlem Gestampfe und wĂ€rmenden Harmonien klingt Modern Cults nicht nur aufgrund der zahlreichen direkten ÜbergĂ€nge zwischen den einzelnen Tracks wie aus einem Guss. Als Ganzes entfaltet der Holygram-Erstling eine unfassbare Sog- und Suchtwirkung. Was mag man hier noch kritisieren? Vielleicht rĂŒckt BlĂŒmels Stimme manchmal zu sehr in den Hintergrund, vielleicht schauen Holygram hier und da ein wenig zu sehr bei ihren Vorbildern ab. Doch liebe Fans von New Order, Joy Division, den Sisters, Slowdive oder allen anderen Legenden aus dem Bereich Postpunk/Dark Wave/Shoegaze: Beschwert euch bitte nicht darĂŒber, dass das hier „nichts Neues“ ist. Freut euch stattdessen einfach auf das beste Genre-Album seit Jahren!

Modern Cults erscheint als Doppel-CD mit elf Remixen am 9. November via Oblivion/Cleopatra Records/SPV.

Hinweis: FĂŒr die Album-Release-Show am 9. November im GebĂ€ude 9 in Köln verlosen wir noch bis Sonntag, 4. November, 21 Uhr, Tickets. Mehr dazu hier.

Tracklist HOLYGRAM – Modern Cults

CD1:

01. Into The Void
02. Modern Cults
03. A Faction
04. Signals
05. Dead Channel Skies
06. Hideaway
07. Still There
08. Odd Neighbourhood
09. She’s Like The Sun
10. Distant Light
11. 1997

CD2:

01. Signals (Chris Knipp Remix)
02. Modern Cults (Blind Delon Remix)
03. She’s Like The Sun (The Foreign Resort Remix)
04. Distant Light (Dawn Amer – Verheissung Mix)
05. Daria (Ash Code Remix)
06. Signals (TRAITRS – Mould In The Mother Remix)
07. A Faction (Ouche’ne Remix)
08. Hideaway (Dreamed by Box And The Twins)
09. Odd Neighbourhood (Tobias S Remix)
10. Still There (Wires & Lights Remix)
11. Acceleration (Seasurfer Remix)

Modern Cults

Preis: EUR 15,99

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Weblinks HOLYGRAM

Website: www.holygram.band

Facebook: www.facebook.com/holygram.official

Geschrieben von
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