NOCHNOY DOZOR – Nochnoy Dozor

Geschätzte Lesezeit: 2 Minute(n)

Unsere Bewertung:


7

Gesamtnote

7

„Es ist leichter das Licht in sich selbst zu löschen, als die Finsternis in der Welt zu besiegen.“

Lass Dir den Beitrag vorlesen:

Die WĂ€chter der Nacht standen Pate bei der Namensfindung der Band aus Griechenland. Ich bin nicht ganz sicher, wie viel von Sergej Lukjanenkos berĂŒhmten Epos vom ewigen Kampf zwischen Licht und Dunkel es tatsĂ€chlich in die Musik des Projektes geschafft hat. Das eingangs genannte Zitat jedenfalls lĂ€sst Lukjanenko Geser, den AnfĂŒhrer der Lichtarmee sprechen. Dessen Motive bleiben bis zum Ende verschleiert und lassen uns letztendlich am Gleichnis von Gut und Böse zweifeln. Es ist neben den cyber-magischen Momenten diese Ambivalenz ihrer Protagonisten, die die StĂ€rke von Nochnoy Dozor ausmacht. Und es war das Erste, das mir in den Sinn kam, als ich von der selbstbetitelten EP zum ersten Mal gehört hatte.

Die vorab veröffentliche Single Black Hand hielt zunĂ€chst nicht viel von dem, was Name und Label angekĂŒndigt hatten. Das faszinierende Wechselspiel der beiden vollen bluesigen, sehr amerikanischen Stimmen der beiden SĂ€ngerinnen Lina und Revekka entfaltet sich hier noch nicht. Auch die ĂŒberraschenden, wohl dosierten Antagonismen zwischen poppigen Sequenzen, getragenen AmbientflĂ€chen, harschen MetalausbrĂŒchen bis hin zu abyssigen Doomkratern und emotionalen Bluesanleihen kommen ebenfalls erst spĂ€ter auf dem DebĂŒt zum Tragen. Schade, dass hier ein vergleichsweise schwĂ€cherer Song als Opener gewĂ€hlt wurde. Denn gerade in dieser Zusammenschau verschiedener musikalischer Emotionen, gespiegelt durch die gekonnte GegenĂŒberstellung der beliehenen Genres, scheint das OriginĂ€re von Nochnoy Dozor zu liegen, das zum Alleinstellungsmerkmal der Band reifen könnte.

Das urbane Postrock-StĂŒck Stain etwa gestaltet sich trotz sparsamer Instrumentierung ĂŒberaus eindringlich und wird vornehmlich ĂŒber den Gesang der beiden Frauen bestimmt, mal sehnsuchtsvoll drĂ€ngend, mal ruhig verletzlich. Ähnlich funktioniert Home Sick Home, nur treten hier effektvolle, schwebende AmbientflĂ€chen in den Vordergrund, die den Gesang umspielen und so relativ einfach, aber wirkungsvoll fĂŒr eine melancholische nach innen gerichtete Stimmung sorgen. Auf dem stĂ€rksten Song des DebĂŒts, Ben-Hur, werden gravitĂ€tisch schleppende Doom-Riffs zu breiten, schartigen Schneisen aufgefurcht. Im weiteren Verlauf des Songs entspinnt sich ein sich unentwegt steigerndes, beinahe kathartisches Inferno aus Gesang und Instrumenten. Es scheint, als ob dieses StĂŒck alles enthĂ€lt, worauf Nochnoy Dozor im Grunde hinaus wollen. Leider gelingt es ihnen nicht das in letzter Konsequenz auf der gesamten EP umzusetzen.

Nochnoy Dozor erscheint am 26. Oktober bei Prophecy Productions.

Anspieltipps: Ben-Hur, Home Sick Home

Tracklist NOCHNOY DOZOR – Nochnoy Dozor:

01. Black Hand
02. Stains
03. Closer
04. Home Sick Home
05. All Mine
06. Ben Hur

Nochnoy Dozor – Black Hand [taken from "Nochnoy Dozor", out October 26, 2018]

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Weblinks NOCHNOY DOZOR:

Facebook: https://www.facebook.com/nochnoydozorband/
Bandcamp: https://nochnoydozor.bandcamp.com/

Geschrieben von
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