MASSIVE ATTACK РKöln, Palladium (28.06.2018)

Massive Attack, © Andre Techert
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Schon vor zweieinhalb Jahren war das Palladium restlos ausverkauft, als Massive Attack in K√∂ln-M√ľlheim einen Tourstopp einlegten. Schade, dass auch f√ľr die nur zwei Deutschlandkonzerte umfassende Folgetour im Fr√ľhsommer 2018 wieder der ungeliebte und v√∂llig √ľberf√ľllte Bau auf der Schanzenstra√üe ausgew√§hlt wurde. So war die Show noch schneller ausverkauft als 2016. Wer mit dem Ticketkauf fr√ľh genug dran war, erlebte einen exquisiten Konzertabend, der ungew√∂hnlich fr√ľh um 19 Uhr mit dem nigerianischen Liedermacher Azekel er√∂ffnet wurde. Der lieferte als Einstimmung auf die deutlich hektischeren T√∂ne im Anschluss sehr entspannten Soul-Pop mit angenehmer Stimme. Man h√∂rte heraus, warum Massive Attack den Wahl-Londoner als Gasts√§nger f√ľr ihren Song Ritual Spirit gewinnen wollten ‚Äď Stimme und Sound passen gut zusammen.

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Doch die F√ľlle und das ‚ÄěAusverkauft‚Äú-Schild am Office sollten nicht die einzigen Parallelen zur 2016er-Show bleiben. Auch der Support kam uns bestens bekannt vor. Apropos bekannt: Die Diskussionen um die mehr als umstrittene BDS-Kampagne brachten Young Fathers k√ľrzlich sogar in den Feuilleton-Bereich gro√üer deutscher Tageszeitungen. Die Gruppe aus Edinburgh, Schottland, wurden von der Bochumer Ruhrtriennale erst ein-, dann aufgrund der Unterst√ľtzung der BDS-Bewegung wieder aus- und zuletzt doch wieder eingeladen. Weit weniger skandal√∂s ging der rund 30-min√ľtige Supportauftritt im Palladium vorbei. Die typisch eklektisch-hektische Mischung aus HipHop, Pop und Electronica ging mit pumpenden Percussions wie immer gut nach vorne. Eine durchaus mitrei√üende Performance von Alloysious Massaquoi, Kayus Bankole, ‚ÄöG‚Äė Hastings und ihrem Percussionisten, die im sp√§teren Verlauf des Abends die B√ľhne noch zweimal f√ľr den gemeinsam mit Massive Attack aufgenommenen Tracks Voodoo In My Blood und Way Up Here entern sollten.

Die Umbaupause danach fand kurz nach 21 Uhr ihr Ende. Zun√§chst entz√ľckte die siebenk√∂pfige Live-Band um die Massive Attack-Masterminds Robert ‚Äě3D‚Äú Del Naja und Grant ‚ÄěDaddy G‚Äú Marshall die Fans der ersten Stunde. Denn das mit Hymn Of The Big Wheel mal ein Song vom 1991er-Deb√ľtalbum Blue Lines den Weg ins Set findet, der nicht Unfinished Sympathy oder Safe From Harm hei√üt, passierte in den vergangenen Jahren doch sehr selten. So konnte Roots-Reggae-Legende Horace Andy das Publikum direkt zu Beginn mit seiner unverwechselbaren Stimme bet√∂ren, wie er es sp√§ter noch drei weitere Male bei Girl I Love You, dem abschlie√üenden Splitting The Atom und dem unfassbar m√§chtig dr√ľckenden Angel tun sollte. Den Gaststars damit nicht genug. F√ľr die bereits erw√§hnten Blue Lines-Klassiker, im Original von Shara Nelson eingesungen, wurde erneut Deborah Miller mit auf Tour genommen, die ihren Job ausgezeichnet erledigte.

Achtung, Ablenkung!

Die Visuals waren Massive Attack-typisch farben- und wortgewaltig wie immer. F√ľr jeden Tag neu in Landessprache und aktuell einprogrammiert, flirrten in der Rheinmetropole unter anderem ‚ÄěBlamage gegen Suedkorea‚Äú und ‚ÄěUnion droht an Fluechtlingsfrage zu zerbrechen‚Äú nebst allgemeineren, eindeutigen Appellen an die Menschlichkeit √ľber die beeindruckend opulente LED-Wand. Wie immer gilt: Man droht, davon abgelenkt zu werden und nicht mehr auf die Musik zu achten ‚Äď was der Trupp aus Bristol aber m√∂glicherweise genau so beabsichtigt.

Der einzige Wermutstropfen an diesem Abend, an dem das Palladium zumindest in der vorderen Hallenhälfte mit glasklarem Sound bestach, war die Länge. Im Vergleich zur 2016er-Show gestaltete sich der Gig mit nur knapp 90 Minuten recht kurz, insbesondere die ewige Gänsehautballade Teardrop fehlte zum Leidwesen vieler Besucher.

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Setlist MASSIVE ATTACK @ Köln, Palladium (28.06.2018)

01. Hymn Of The Big Wheel
02. Risingson
03. United Snakes
04. Ritual Spirit
05. Girl I Love You
06. Eurochild
07. Future Proof
08. Voodoo In My Blood
09. Way Up Here
10. Angel
11. Inertia Creeps
12. Safe From Harm
13. Take It There
14. Unfinished Sympathy
15. Splitting The Atom

Geschrieben von
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