THE PSYCHEDELIC FURS РKöln, Live Music Hall (06.06.2018)

The Psychedelic Furs, © Michael Gamon
Geschätzte Lesezeit: 3 Minute(n)

Ich denke, dass The Psychedelic Furs eine der prägendsten Bands der 80er Jahre sind. Die Musik ihrer sieben Studioalben ist auch heute noch spannend und frisch wie zu Beginn, ob nun mit psychedelischen Unterton, waviger Melancholie oder poppiger Note. So ist es eigentlich eine Pflichtnummer, dass man bei ihrer World Tour 2018 einmal vorbeischaut. Zu selten sind die Herren und die Dame nach ihrer Reunion im alten Europa. Der einzige Deutschland Gig stand am 06.06. in der Kölner Live Music Hall an.

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Als Support hatten sich die Wahl-Amerikaner die M√ľnsterl√§nder Band Shun zugelegt, welche auch zeitig ihr halbst√ľndiges Set starteten. Obwohl noch zahlreiche Fans das sch√∂ne Wetter drau√üen vor der Halle nutzten, war das Quartett sichtlich beeindruckt, noch recht unbekannt in einer solchen Location zu musizieren. So wirkten sie ein wenig steif, als sie ihre recht interessante Mischung aus Indie, Alternative-Rock und gar etwas Grunge vortrugen. Die Basis der Setlist bildeten Tracks wie Sommer In A Nutshell oder Ostensibly, die j√ľngst ver√∂ffentlichte EP¬†Nothing Quiet As Heavy. Wer eine solche Mischung an Rockmusik mag, sollte weiter ein Auge auf die junge Band Shun werfen.

Setlist SHUN @ Live Music Hall, Köln (06.06.2018):

01. Summer In A Nutshell
02. Two Moons
03. Ostensibly
04. Drake
05. Over Me
06. Vital Closeness

Rechtzeitig zu Beginn des Auftritts von The Psychedelic Furs waren dann auch alle Zuschauer in der Live Music Hall versammelt; leider nicht gerade so viele wie man bei solch einem Event erwartet h√§tte. Dicht gedr√§ngt w√§re die Bude wohl nur halbvoll gewesen. Ob es an dem guten Wetter, dem Termin mitten in der Woche oder vielleicht eine Kombination von beidem lag, l√§sst sich schlecht feststellen. Die anwesenden Fans der Band hatten so aber den Luxus von Bewegungsfreiheit. War nicht verkehrt, um sich tanzend des dargebotenen erfreuen; startete das Quintett doch direkt flott mit dem alten Song Dumb Waiters. Frontmann Richard Butler zeigte sich wie eh und je in Spiellaune, nahezu vor jedem Song hopste er erwartungsvoll vor dem Schlagzeug von Drummer Paul Garisto, drehte sich bei den ersten T√∂nen um und trug Lieder wie das ruhigere Highwire Days, das melodi√∂se The Ghost In You oder auch rauere Werke wie Mr. Jones in seiner unverkennbaren Gestik vor. Gemeinsam mit Saxophonist Mars Williams stellte er den lebhaften Part auf der B√ľhne dar und nutzte diese dementsprechend aus.

Viel Abklatschen und Handshakes gab es also f√ľr die Fans an der Front. Der eher zur√ľckhaltende Gitarrist Rich Good verschenkte sogar gelegentlich Plektren w√§hrend Richards Bruder und Bassist Tim einfach nur cool und gelassen blieb. Im Hintergrund trugen erw√§hnter Drummer wie Keyboarderin Amanda Kramer ihren nicht unwichtigen Part bei so wunderbaren Songs wie Sister Europe oder Love My Way bei. Was man erw√§hnen sollte: Der Sound erschien tats√§chlich √ľberraschend leise und die nicht wenigen Rufe nach mehr Dezibel waren irgendwie nachvollziehbar. Die simple, aber effektive Lichtshow f√ľllte den Gig des Quintetts daf√ľr gut aus und so kann ich im Nachhinein mit dem Song Only You And I meinen Favoriten des Abends vermelden; ein spannender und eindrucksvoller Vortrag des alten Werkes. Insgesamt lag der Fokus sowieso in den fr√ľhen Jahren der Band, was bestimmt nicht wenige Fans erfreute; gerade deren ungeschliffenen Songs haben so viele Menschen ber√ľhrt und in den Bann gezogen. Der Single Track Heaven beendete schlie√ülich das Set in der mittlerweile recht aufgeheizten Halle.

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Die Zugabe-Rufe brauchten nicht allzu lange ert√∂nen; das Quintett brachte mit India ihr √§ltestes Schlachtschiff an den Start und eigentlich war klar, dass ihr wohl bekanntester Song Pretty In Pink auch nicht fehlen durfte. Nach guten neunzig Minuten war dann allerdings Schluss. Leider, muss man wohl sagen, in der Discographie schlummern doch so viele weitere w√ľrdige Songs. Leider werden die Herren und Damen von Band und an Fans nicht j√ľnger und scheinbar sollten die alten Knochen nicht strapaziert werden. Leider ist es schade, dass dieser doch tolle Auftritt von The Psychedelic Furs nicht den gew√ľnschten Zuspruch gefunden hatte. So ist es leider fraglich, ob den deutschen Fans in naher Zukunft oder gar √ľberhaupt nochmal die M√∂glichkeit gegeben wird, im eigenen Lande die Furs live sehen zu d√ľrfen ‚Ķ die Hoffnung stirbt bekannterma√üen zuletzt!

Setlist THE PSYCHEDELIC FURS @ Köln (06.06.2018)

01. Dumb Waiters
02. Into You Like A Train
03. Highwire Days
04. President Gas
05. The Ghost In You
06. Mr. Jones
07. Heartbreak Beat
08. Sister Europe
09. No Easy Street
10. Love My Way
11. Only You And I
12. Don’t Be A Girl
13. Angels Don’t Cry
14. Imitation Of Christ
15. Heaven
16. India (Z)
17. Pretty In Pink (Z)

Weblinks THE PSYCHEDELIC FURS:

Homepage: http://www.thepsychedelicfurs.com/
Facebook: https://www.facebook.com/psychedelicfurs/

Weblinks SHUN:

Bandcamp: https://shunthisband.bandcamp.com/
Facebook: https://de-de.facebook.com/shunthisband/

Geschrieben von
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