EVAN DANDO/JENNY BRIGHT – Köln, Underground (21.05.2017)

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Als einzig verbleibendes GrĂŒndungsmitglied der US-amerikanischen Band The Lemonheads schart er alle paar Jahre Musiker*innen um sich, mit denen er seine Songs im Bandkontext in ihrer vollen Pracht prĂ€sentiert. Ab und zu kommt es aber auch vor, dass Evan Dando dies alleine, einzig mit einer Akustikgitarre bewaffnet, im intimen Rahmen tut. Genau das passierte kĂŒrzlich im Kölner Stadtteil Ehrenfeld. Der charismatische und fĂŒr teils exzentrisch AusbrĂŒche bekannte Frontmann spielte an diesem Abend ein Set, das den Rahmen bisheriger Konzertabende definitiv sprengte und wohl kaum WĂŒnsche offen ließ.

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Den Einstieg zu jenem “Unplugged”-Abend bildete die junge KĂŒnstlerin mit dem englisch anmutendem Namen Jenny Bright. Ihre Songs klangen melodisch und versprĂŒhten einen dezenten Country-Vibe. Passend zum Genre handelte die von ihr besungene Thematik von Sehnsucht und Liebe. Die Stimme von Mrs. Bright war mal leise und seicht, mal wahnsinnig krĂ€ftig und voluminös zu hören. Auch wenn sich eine eher bescheidene Menge zum Zuhören im Underground einfand, kam diese bei der talentierten Frau voll auf ihre Kosten. Warum zum Teufel sind Castingshows nochmal so omniprĂ€sent?

Es war kurz nach 21 Uhr, als ein gut gelaunter Evan Dando mitsamt seiner Westerngitarre die BĂŒhne der LokalitĂ€t betrat. Kein Wunder also, dass sich letztere prompt schlagartig fĂŒllte. Ohne große Worte an eine BegrĂŒĂŸung zu verschwenden, begann er sogleich mit seinem ersten StĂŒck. Ein Mann der großen Worte schien Dando sowieso nicht zu sein: Das einzige, was man außerhalb der gesungenen und gespielten kĂŒnstlerischen ErgĂŒsse von ihm wahrnehmen konnte, war ein knappes “thanks” nach allen seinen Liedern. DafĂŒr war das, was er spielte, umso pompöser. Seine Setliste, in die weder die Veranstaltenden noch die Konzertbesucher*innen einen Einblick fanden, umfasste bereits so bereits schon weit ĂŒber 30 Songs.

Dandos Band The Lemonheads grĂŒndeten sich Ende der 1980er Jahre. Mit dem Cover von Simon & Garfunkels Hit Mrs. Robinson erlangten sie 1992 weltweiten Bekanntheitsgrad. Auch, wenn dies das wohl bekannteste StĂŒck der Band ist, verzichtete Dando an diesem Abend darauf, es zu spielen. Dies war die einzige Ausnahme, denn Dando spulte die Songs förmlich nur so herunter. Neben den bekannten Lemonheads-Liedern wie Confetti, Being Around, My Drug Buddy, It’s A Shame About Ray oder dem gleichermaßen bekannten Smudge-Cover The Outdoor Type fanden sich auch Songs auf seiner Setlist wieder, die auf Dandos 2003 erschienenen Soloalbums Baby I’m Bored beheimatet waren. Hierzu gehören Titel wie Hard Drive oder All My Life.

Nach einem großen, vielversprechenden Set verschwand Dando fĂŒr kurze Zeit von der BĂŒhne, um wenige Minuten spĂ€ter unter anhaltendem Applaus in Begleitung von Marciana Jones die Menschen erneut zu verzaubern. Jones begleitete Dando mit ihrer E-Gitarre und Stimme, was der Zugabe einen krönenden Abschluss verlieh. Dass der Mann nicht so gesprĂ€chig war, ließ das ganze doch etwas unpersönlicher wirken. Schade. Nichtsdestotrotz ein wirklich gelungener Abend, an dem Evan Dando seine musikalischen Höhen prĂ€sentierte. Gerne wieder, beim nĂ€chsten Mal auch mit Band (?).

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Bild: Archiv

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