BARONESS – Eindhoven, Effenaar (14.06.2017)

Baroness, © doctrine.design
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Nur drei Clubkonzerte spielen Baroness in diesem Jahr auf deutschem Boden – in Berlin, Dresden und SaarbrĂŒcken. Wie gut, dass Eindhoven, Ort eines exklusiven Niederlande-Gigs der US-Rockband um SĂ€nger und Gitarrist John Baizley, fĂŒr einen Ruhrpottler ja gar nicht so weit weg ist. Sofern man nicht gerade in Dortmund oder Unna wohnt, ist man eigentlich in etwas mehr als einer Autostunde vor Ort. Tja. Eigentlich. Ein deftiger Unfall am Nachmittag auf Höhe Moers sorgte zunĂ€chst fĂŒr eine Vollsperrung der A40 und bis in die Abendstunden fĂŒr lange Staus. Und damit auch dafĂŒr, dass meine Wenigkeit lediglich die letzten 60 Sekunden des Supports mitbekommen konnte. GlĂŒck im UnglĂŒck, dass es sich dabei um alte Bekannte handelte. Vitamin X aus Amsterdam eröffneten bereits im vergangenen Jahr zahlreiche Baroness-Shows. GeĂ€ndert hat sich seitdem nichts. Rastloser „Auf-die-Fresse“-Hardcore-Punk ohne Kompromisse, der bei einem derartigen Hauptact irgendwie ein wenig fehl am Platze wirkt. Was solls, die beiden Bands sind mittlerweile gut befreundet und Vitamin X holten sich nach knapp 30 Minuten Vollgas ihren verdienten GefĂ€lligkeitsapplaus ab.

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Zwei Überraschungen fĂŒr die Fans der ersten Stunde

Das sicher ĂŒberwiegend fĂŒr Baroness gekommene Publikum, etwa 250 Menschen an der Zahl, sollte spĂ€ter noch ziemlich laut werden. Dies zurecht, das Quartett aus Savannah, Georgia lieferte einmal mehr eine hochklassige Show ab, die mit gut 75 Minuten im Vergleich zu anderen Shows der aktuellen Tour leider etwas gekĂŒrzt war. So fiel vom aktuellen Album Purple seltsamerweise ausgerechnet der Top-Hit Try To Disappear weg, ein paar weitere Songs der Ă€lteren Platten hĂ€tten ebenfalls nicht geschadet. Doch genug gemeckert: Handwerklich, stimmlich und musikalisch gab es an diesem Konzert nichts auszusetzen. Schön, dass mit Tower Falls sowie Coeur von der uralten First-EP zwei Songs gespielt wurden, mit denen man vorab nicht rechnen konnte. Songs, die bereits veröffentlicht waren, als der kleine mit XXL-OhrenschĂŒtzern ausgestattete Junge, der in Begleitung seines Papas in der Mitte der ersten Reihe ordentlich mitging, noch nicht einmal geboren war. Musikalische FrĂŒherziehung at it’s best!

Wer sich genauer mit den Sludge-Rockern beschĂ€ftigt, hat sicher auch mitbekommen, dass es vor kurzem einen Personaltausch an der zweiten Gitarre gab. Pete Adams machte aus familiĂ€ren GrĂŒnden nach einem knappen Jahrzehnt Schluss, seine Nachfolgerin hört auf den Namen Gina Gleason. Die schlanke Dame mit dem wallenden langen Haar plus Sidecut hat sich die StĂŒcke in Windeseile angeeignet und machte neben Blickmagnet Baizley einen angenehm zurĂŒckhaltenden und sympathischen Eindruck, fehlerfreies Gitarrenspiel und passende Backing Vocals inklusive. So bleibt es Baroness zu wĂŒnschen, dass nach bewegenden wie schweren Jahren mit einem fatalen Busunfall und drei Besetzungswechseln nun endlich Ruhe und Konstanz im Line-Up einkehrt.

Setlist BARONESS @ Eindhoven, Effenaar (14.06.2017):

01. Kerosene
02. Morningstar
03. Shock Me
04. Green Theme
05. Sea Lungs
06. Little Things
07. Tower Falls
08. Coeur
09. The Sweetest Curse
10. If I Have To Wake Up
11. Desperation Burns
12. Fugue
13. Chlorine & Wine
14. March To The Sea
15. Isak (Z)
16. Take My Bones Away (Z)

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