ESBEN AND THE WITCH – Köln, Artheater (22.04.2017)

Fotos: ESBEN AND THE WITCH
Esben And The Witch, © Michael Gamon
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Kaum einer Band gelingt es dieser Tage so spielend leicht, Bilder vor das innere Auge des Hörers zu projizieren wie den Briten von Esben And The Witch. Ob daheim im dunklen Kämmerlein oder bevorzugt natürlich live in einem möglichst intimen Club, die Atmosphäre der zum Teil ausufernd langen Songs fesselt den Zuhörer sofort und zieht ihn immer tiefer in das Klanguniversum der drei Musiker hinein. So auch bei ihrem Auftritt im coolen Artheater in Köln, wo schon die beiden eröffnenden Songs Sylvan und Marking The Heart Of A Serpent vom aktuellen Album Older Terrors die Zuschauer im angenehm gefüllten Club zu begeistern wissen. Die fast mystisch-düstere Stimmung der vornehmlich von Drummer Daniel Copeman und Gitarrist Thomas Fisher erzeugten Musik, verbunden mit dem glasklaren Gesang von Sängerin Rachel Davies, nimmt uns förmlich gefangen und führt uns auf eine Reise durch entrückte Welten, fernab der Kölner Nacht. Dass beide Lieder zusammen bereits über 20 Minuten dauern spürt man kaum, zu einnehmend ist die Stimmung und die Zeit vergeht wie im Fluge. Langeweile kommt bei Esben And The Witch Songs niemals auf, ganz gleich wie lang sie sind. Es folgen mit dem beschwörenden Dig Your Fingers In und dem ersten absoluten Höhepunkt No Dog zwei Tracks des Vorgänger-Albums A New Nature und längst habe ich gedanklich hinter den Worten „Top 5 Konzert des Jahres“ einen Harken gemacht. Und um diesen Status endgültig in Stein zu meißeln folgt wenig später mit The Fall Of Glorieta Mountain eines der schönsten Lieder aller Zeiten und wer hier bei Rachels Gesang nicht dahinschmelzt, der hat kein Herz. Gänsehaut!

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Auch The Wolf’s Sun und The Jungle halten den Qualitätspegel im Anschluss weiter hoch und wir werden förmlich in die Realität zurückgerissen als die Band die Bühne nach 8 Songs aber immerhin fast 75 Minuten Spielzeit verlässt. Natürlich haben wir noch nicht genug und so sehnen wir uns die Band aus Brighton zurück auf die Bühne. Das gelingt , wenn auch nicht ganz vollzählig, denn die Zugabe Marching Song wird nur von Sängerin Rachel und ihrem Gitarristen Thomas in intimer Form dargeboten, weiß aber ebenso zu überzeugen und uns noch ein letzten Mal in die Welt von Esben And The Witch zu entführen, bevor das Konzert nach gut 80 Minuten zu Ende geht und die sympathischen Musiker kurz darauf am Merchstand bereitwillig Autogramme geben und ihren Fans für ein kleines Gespräch zur Verfügung stehen. Was für ein toller Abend!

Setlist ESBEN AND THE WITCH @ Köln, Artheater (22.04.2017):

01. Sylvan
02. Marking The Heart Of A Serpent
03. Dig Your Fingers In
04. No Dog
05. Dull Gret
06. The Fall Of Glorieta Mountain
07. The Wolf’s Sun
08. The Jungle
09. Marching Song (Z)

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