COVENANT – The Blinding Dark

COVENANT - The Blinding Dark
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7 Gesamtnote 1

6 Gesamtnote 2

6.5

“Blendende Dunkelheit zwischen Licht und Schatten”

Interessante Idee, die Eskil Simonsson und Joakim Montelius, die beiden verbliebenen Gründungsmitglieder der Dunkel-Electro-Institution Covenant da in der Promo-Phase zu ihrem neunten Album The Blinding Dark umsetzten. Einige Interviews wurden tatsächlich in einem Berliner Restaurant bei vollständiger Dunkelheit absolviert. Ähnlich interessant, weil eher unerwartet kommt passenderweise auch der Sound der neuen LP. Wer die Helsingborger Formation vor allem aufgrund ihrer “Hands up in the air”-Rave-Tracks à la We Stand Alone, Dead Stars, One World, One Sky oder Ritual Noise kennt, dürfte vom neuen Longplayer überrascht, vielleicht auch enttäuscht sein. Denn Songs mit Hitpotential fehlen auf The Blinding Dark fast gänzlich. Die Ausnahmen von der Regel bilden das hymnische I Close My Eyes und die bereits bestens bekannte Single Sound Mirrors. Dezent treibende, hypnotische Rhythmen und eine fast durchgängig dunkle Atmosphäre dominieren das Klangbild, oftmals erinnern Covenant dabei an alte Sequencer-Zeiten. Vor allem das im Album-Vergleich sehr fetzig daherkommende Cold Reading dürfte die Liebhaber des 1996er-Albums begeistern.

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Doch leider fehlen über die Gesamtdauer des Albums nicht nur die großen Refrains. Denn die Platte besteht zu einem Drittel nur aus gähnend langweiligem Füllmaterial. Die Heizungskeller-Tonaufnahme Fulwell mag als Intro mit viel gutem Willen noch eine Daseinsberechtigung haben, das über fünf Zeigerumdrehungen uninspiriert vor sich hinplätschernde Summon Your Spirit verdient diese definitiv nicht. Mindestens 90 Sekunden zu lang, weil zu eintönig, gerät auch das Lee Hazlewood-Cover Rider On A White Horse mit Gastsängerin Erica Li. Und auch die zwei namenlosen Interludes hätten sich die schwedischen Klangtüftler sparen können. Übrigens: Über die Experimental-Frickeleien auf der zweiten CD der Limited Edition kann hier mangels Bemusterung nichts geschrieben werden.

Fazit: Covenant liefern hier sicher ein ambitioniertes, weil für sie untypisches Werk ab. Mit The Blinding Dark dürfte ein beträchtlicher Teil der Fangemeinde aber wohl nicht glücklich werden.

Tracklist COVENANT – The Blinding Dark

01. Fulwell
02. I Close My Eyes
03. Morning Star
04. Cold Reading
05. Rider On A White Horse
06. Interlude
07. Dies Irae
08. Sound Mirrors
09. Interlude
10. If I Give My Soul
11. Summon Your Spirit

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