COUNTERFEIT – Dortmund, FZW (19.06.2016)

Counterfeit ©, Marcus Nathofer
Geschätzte Lesezeit: 3 Minute(n)

Ritterstra√üe 20, Dortmund: Vor den T√ľren vom FZW tummeln sich 300 aufgeregte M√§dels um endlich in dem kleinen Saal das letzte Konzert der Europatour von Counterfeit zu sehen. Hier und da bekommt man den einen oder anderen Mann zu sehen, welche den Anschein machten sich nur auf Grund der Freundin dorthin verirrt zu haben. Auff√§llig am Publikum war, dass auf Grund des Durchschnittsalters sehr starke Alterskontrollen am Einlass durchgef√ľhrt wurden. Drinnen angekommen f√§llt auf, dass es zwar ausverkauft, aber definitiv nicht voll ist ‚Äď man kann sich -bis auf in den ersten f√ľnf¬†Reihen- ohne gro√üe Probleme durch den gesamten Raum bewegen.

In dem kleinen Laden werden p√ľnktlich die Monarks mit Jubel in Empfang genommen, welche ihr Bestes geben, die Menge mitzurei√üen. Mit Deutschlandfahne und Trikot ausger√ľstet starten Sam Kinsella, Matt Arnold, Matt Holloway und Paul Hawkins ihr Set. Die meisten Besucher scheinen sich ihre Kr√§fte aber f√ľr Jamie Campbell Bower und Co. aufzusparen. Als die Monarks zum Schluss ank√ľndigen, dass die neue Single You Were My Fire f√ľr ein kommendes Musikvideo mitgeschnitten wird, steigt die Stimmung.

Nach einer kurzen Umbaupause betreten Jamie Campbell Bower, Tristan Marmont, Roland Johnson, Jimmy Craig und Tim Hillierbrook (f√ľr den verhinderten Gitarissten Sam Bower) die B√ľhne.

„Alright guys, let‚Äôs fucking do this“

So er√∂ffnen Counterfeit ihre Show und die Halle bebt als die ersten T√∂ne von Carol angeschlagen werden. Die M√§dels sind √ľberraschenderweise nicht nur zum Konzert erschienen um den Filmstar Jamie Campbell Bower (Harry Potter, Sweeny Todd, Twilight) anzuhimmeln, sondern gr√∂hlen auch textsicher mit. Bei Family Suicide wird dann auch das erste mal ein Moshpit er√∂ffnet¬†und die Stimmung steigt ins Unermessliche und die Band fegt wie ein energiegeladener Tornado √ľber die B√ľhne. Kaum wird Hold Fire angestimmt legt Jamie seine Gitarre auf die Seite.¬†verschwindet pl√∂tzlich im Publikum¬†und klettert am anderen Ende des Raumes auf die Empore, wo er das Lied zu Ende singt. Das Mikro wird, bevor er wieder von dieser Empore runterspringt, mit einem charmanten ‚ÄěCan you hold this for a second please‚Äú einem Fan in die Hand gedr√ľckt und selbstbewusst k√§mpft er sich durch die kreischende Menge wieder auf die kleine B√ľhne. Gerade wenn sich das Publikum langsam wieder beruhigt, kommt ein Satz von der Band und der Jubel geht wieder los.

„You gotta do a lot better than this for us to play another song it‚Äôs our last day on tour in Europe“

Nach ein paar Liedern werden die G√§ste freundlich, aber mit einem typischen „fucking“ untermalt, gebeten, einen Kreis zu bilden in dem sich dann der Fronts√§nger mit seiner Gitarre platziert. Er erz√§hlt, dass sich vor einem Jahr einer seiner besten Freunde umgebracht hat und er das n√§chste¬†St√ľck f√ľr ihn geschrieben hat. Letters To The Lost wird angestimmt und nach¬†5 Sekunden kniet sich der Chor an G√§sten auf den Boden. Eines der M√§dels, das dabei in Tr√§nen ausbricht, wird von Jamie zu sich in die Mitte geholt und sie beenden gemeinsam mit vielen¬†Umarmungen das Lied. Diese traurige Stimmung ist aber sofort vergessen als die neue Single Addiction angespielt wird und erneut nicht nur auf der B√ľhne, sondern auch im Saal getobt wird.

„We traveled fucking 1.000 miles to play this show, that‚Äôs fucking bullocks, we played a lot of shows“

Hold Fire und Letters To The Lost blieben nicht die letzten Lieder in denen sich Jamie Campbell Bower in die Menge begiebt und gemeinsam mit den Fans feiert. Schade finde ich an der Situatuation nur, dass diese nicht einfach mit ihm feierten sondern den Sänger von allen Seiten anfassten, umarmten und so die Show ein wenig verhinderten, aber mit etwas anderem war auch nicht zu rechnen. Nach ein paar weiteren Songs fragt die Band ob die Leute weiter tanzen wollen und Lost Everything sowie Come Get Some, welches auch auf der gleichnamigen EP zu finden ist, ließen die Menge nicht durchatmen.

Nachdem die Jungs von der B√ľhne verschwinden, dauert es nicht lange bis ‚ÄěOne more Song‚Äú geschrien wird und eine geb√ľhrende Zugabe mit Enough gegeben wird, bei welcher sich Jamie nicht nur mit einem Mikrofon symbolisch erh√§ngt, sondern auch auf die Drums stellt.

Der Sound im FZW war super, das Licht leider sehr entt√§uschend, da eigentlich nur rot beleuchtet wurde und dieses keinerlei Abwechslung bietet und auch eher schlechte Umst√§nde f√ľr die Fotografen darstellt. Obwohl dies das erste Jahr auf Tour f√ľr Counterfeit ist, wirken sie mehr als sicher, wissen was sie sagen m√ľssen um Frauenherzen zum schmelzen zu bringen und eine gute Show zu bieten. Durch die N√§he und die Energie die verspr√ľht wurde ist es r√ľckblickend definitiv eines meiner Top 3 Konzerte und wenn man die M√∂glichkeit hat Counterfeit auf ihrem letzten Gig auf dem Deichbrand Festival 2016 an der Nordsee zu sehen, kann ich diese Band jedem der richtig abrocken m√∂chte nur w√§rmstens ans Herz legen.

Setlist COUNTERFEIT @ Dortmund, FZW (19.06.2016):

01. Carol (Riffs)
02. Family Suicide
03. For The Thrill
04. Hold Tire
05. Romeo
06. Close To Your Chest
07. Letters To The Lost
08. Addiction
09. Washed Out
10. Lost Everything
11. Come Get Some
12. Enough (Z)

Fotos: Marcus Nathofer

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