MRS. GREENBIRD & LISA-MARIE FISCHER – Essen, Weststadthalle (29.04.2015)

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Jeder der im Essener-Weststadtviertel nach einem Parkplatz sucht ist wahrscheinlich auf dem Weg zu Mrs. Greenbird. 20 Minuten vor Beginn steht noch eine beachtliche Menschenmenge vor der Halle, dass im Inneren schon der Support die Leute unterh├Ąlt, ist bis nach drau├čen nicht zu h├Âren. In der Weststadthalle wird der Platz in den vorderen Reihen schon dicht besiedelt. Allein mit ihrer Gitarre steht Lisa-Marie Fischer im Gold gl├Ąnzenden Kleid, viel eher als die angek├╝ndigte Startzeit, schon im Rampenlicht. Die derweil anwesenden Besucher schauen aus der Dunkelheit auf die hell beleuchtete B├╝hne und lauschen den Country angehauchten Songs der blonden K├╝nstlerin gespannt und stillschweigend. Wer kein Hintergrundwissen ├╝ber die S├Ąngerin hat, wird staunen, dass die Musikerin nicht aus Amerika stammt. Allerdings hat die Marburgerin in den letzten Jahren schon einige Erfahrung auf den B├╝hnen der anderen Seite des gro├čen Teiches sammeln k├Ânnen. Da Lisa-Marie Fischer Dauergast im Countrymusik infizierten Nashville ist, bleibt dies h├Ârbar auf ihren Stimmb├Ąndern und den Saiten kleben. Die kr├Ąftige Gesangstimme klingt eher zaghaft, wenn sich die junge Frau beim Publikum f├╝r den regen Applaus bedankt. Den b├Âsen Blick auf ihrem Plattencover zum dritten Album Holding On legt Lisa-Marie bei ihrem Auftritt in Essen freundlicherweise ab. Schade, dass wir durch den fr├╝hzeitigen Beginn nur einen winzigen Einblick in die live Qualit├Ąt dieser begabten Singer / Songwriterin bekamen.

Der Umbau ist im Handumdrehen fertig. Das Instrument eines einzelnen K├╝nstlers ist schnell wegger├Ąumt und der B├╝hnenschmuck f├╝r den Hauptact schon l├Ąngst dekoriert. Plastikblumen, Gartenzwerge, Pl├╝schtiere, gr├╝ne Federboas und jede Menge andere Accessoires verwanden die Kulisse zu einem Bild aus einer Fabelwelt. In diesen farbenfrohen Rahmen treten wenig sp├Ąter die beiden Musiker, die sich zusammen Mrs. Greenbird nennen, ins bunte Scheinwerferlicht. Die weibliche H├Ąlfte tr├Ągt ein gebl├╝mtes, bodenlanges Kleid, der Herr ein gebl├╝mtes Hemd und Weste. Au├čer dem Blumenmuster hat das Duo noch eine modische Gemeinsamkeit und zwar einen Hut als Kopfbedeckung.

Nach einer kleinen Begr├╝├čung legen sie los. Drei weitere Musiker unterst├╝tzen den Liveklang von Mrs. Greenbird. Bei einer Show des K├Âlner Duos wird alles was schlechte Laune erzeugen k├Ânnte einfach weggelassen. Rings um uns herum tr├Ągt jeder ein Dauerl├Ącheln im Gesicht, genauso wie Frontfrau Sarah N├╝cken. Die Folk- Pop- Country Lieder vom ersten selbstbetitelten Album und dem Nachfolger Postcards sorgen sichtlich f├╝r diese Wohlf├╝hlatmosph├Ąre die mit Everyone┬┤s the Same die Besucher zum mitwippen stimuliert. Auch die weniger taktvollen Sachen wie One Little Heart etwa, die nur vom akustischen Klang leben, werden gen├╝sslich mitgetr├Ąllert.

Zu vielen Songs des heutigen Abends, wie Ricky dem Eichh├Ârnchen, erz├Ąhlen Sarah und Steffen kleine Anekdoten, die mit einem herzlichen Lachen des Publikums quittiert werden. Nat├╝rlich muss bei passender Gelegenheit auch erw├Ąhnt werden, dass das neue Album in den ber├╝hmten RCA Studios in Nashville eingespielt wurde. Aus den W├Ąnden der R├Ąume h├Ârt man dort immer noch leise die Stimme von Dolly Parton, also ist der n├Ąchste Song des Set mit Joline kein Zufall. Bei einer Coverversion bleibt es nat├╝rlich nicht und der Punk der Ramones muss den folkigen Kl├Ąngen von Mrs. Greenbird weichen. Nach knapp zwei Stunden verabschiedet sich die Band mit Take My Hand von einem gl├╝cklichen Publikum.

Mrs. Greenbird:

Lisa-Marie Fischer:

Fotos: Martina Peitz

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