DROPKICK MURPHYS РKöln, Palladium (22.02.2015)

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Am 22. Februar 2015 √ľberrollte die ‚ÄěCeltic Punk Invasion‚Äú Tour der Bostoner Folk-Punk-Combo Dropkick Murphys das restlos ausverkaufte K√∂lner Palladium und hinterlie√ü eine von blauen Flecken √ľbers√§te und von Bier und Schwei√ü durchn√§sste Menschenmenge.

Um 19:30 Uhr, eine halbe Stunde vor dem eigentlichen Konzertbeginn, startete √ľberraschend der vorab nicht angek√ľndigte kalifornische Punk-Folk/Singer-Songwriter Bryan McPherson den Konzertabend.

Leider haben wir, und viele andere Fans auch, den Auftritt verpasst, da wir erst p√ľnktlich zum offiziellen Beginn in der Halle waren. Schade auch f√ľr den K√ľnstler, dem so die M√∂glichkeit genommen wurde seine Musik einer noch gr√∂√üeren Menge potentieller neuer Fans vorzustellen.

Die erste Band des Tages waren die Iren Blood Or Whiskey die um 20:00 Uhr die B√ľhne des Palladiums enterten. Kaum Zeit zum Verschnaufen, denn Bryan McPherson hatte sein Set gerade mal zehn Minuten vorab beendet. Die aus Dugs Mulhooly (Gesang und Gitarre), Chris O’Meara (Schlagzeug), Colly Morrison (Bass), Andy Motta (Akkordeon), Pete Townsend (Banjo) und Kevin Pluck (Gitarre) bestehende Band ist nun schon seit √ľber 20 Jahren im Gesch√§ft und wei√ü demnach ganz genau, wie man das Publikum anheizt. Nicht weiter verwunderlich war somit, dass sich im vorderen Drittel der Halle schnell das Verlangen nach Mitklatschen und dem Tanzen eines Pogo verbreitete. Angefeuert von der Band selbst gipfelte das Ganze in einem tollen Einstieg in den rauen irischen Punkrockabend der zu einem gro√üen Teil noch anstand.

Wieder vergingen gerade mal rund zehn Minuten, bis es im Programm weiter ging. Finny McConnell (Gesang, Gitarre), Katie "Kaboom" McConnell (Akkordeon, Gesang), Sean Winter (Mandoline, Banjo), Paul "Cuzo" Mancuso (Bass, Gesang) und Dom "The Bomb" Whelan (Schlagzeug, Gesang), die zusammen als The Mahones musizieren, standen auf dem Plan. Auch die kanadische Band ist nicht das was man als einen Newcomer bezeichnen w√ľrde, denn The Mahones haben schon rund ein Vierteljahrhundert auf dem Buckel. Obwohl die Band seitdem keine konstante Besetzung hatte, haben sich die aktuellen Bandmitglieder gut zu einer Einheit verbunden und sorgten gemeinsam f√ľr viel Action auf der B√ľhne. Insbesondere die Haare umherwirbelnde Katie "Kaboom" McConnell und ihr Akkordeon waren zumeist im Zentrum der Aufmerksamkeit. Die Stimmung schloss direkt an die ihrer Vorg√§nger an und so tanzte und raufte sich das Publikum durch das rund 35 Minuten dauernde Set welches mit Drunken Lazy Bastard endete.

Bisher dauerten die Umbauarbeiten nie lange doch bevor es f√ľr diesen Abend mit den Dropkick Murphys ein letztes Mal richtig laut werden w√ľrde musste ein wenig l√§nger gewartet werden. Das Publikum war mittlerweile vollz√§hlig und das ausverkaufte K√∂lner Palladium somit vollgepackt. Mit Fanch√∂ren w√§rmten sich die Anh√§nger der Band schon einmal auf, aber den Umbauprozess beschleunigte dies leider nicht. Nach dem Intro vom Band starteten die Jungs aus Boston mit Out Of Our Heads in ihr 28 Songs langes Set. Binnen weniger Momente waren alle H√§nde in der Luft und die dazugeh√∂rigen Bierbecher auf dem Weg Richtung B√ľhne. Es wurde begeistert gepogt und aus voller Kehle mitgegr√∂hlt. Nicht eingeweihte Menschen k√∂nnten das Ganze vermutlich f√ľr eine Kneipenschl√§gerei gigantischen Ausma√ües halten, aber nat√ľrlich ging das Publikum mit R√ľcksicht vor, wobei hunderte blaue Flecke wohl trotzdem als Konzerttroph√§en mit nach Hause gebracht wurden.

Die Band hielt sich mit Songansagen oder anderem Gequatsche sehr zur√ľck und reihte lieber einen Hit an den n√§chsten. Einzig die wenigen ruhigeren Songs wie Cruel lie√üen das feierw√ľtige K√∂lner Publikum kurz verschnaufen. Kein Wunder dass sich der ein oder andere zwischenzeitlich f√ľr eine Pause aus den unabl√§ssig tobenden Moshpits zur√ľckziehen musste um seine Knochen zu sortieren und eine ordentliche Portion Bier in den leer gewordenen Tank zu kippen.

Ken Casey lie√ü verlauten, dass es die 1000. Show ist und ein derart rundes Jubil√§um musste nat√ľrlich gefeiert werden. Ganz besonders wenn es zudem der deutsche Abschluss der ‚ÄěCeltic Punk Invasion‚Äú Tour darstellt. Zelebriert wurde es mit dem Song As One, welcher das letzte Mal vor rund f√ľnf Jahren einen Platz in einer Dropkick Murphys Setlist fand.

Mit dem Murphys Klassiker I’m Shipping Up to Boston und der Unterst√ľtzung der Supports endete der regul√§re Teil eines gro√üartigen Konzertes, aber nat√ľrlich war damit noch nicht Schluss, denn einige Fanchorges√§nge sp√§ter kamen die Amerikaner noch ein letztes Mal zur√ľck, um das letzte bisschen Energie aus den K√∂lnern zu holen.

Es war ein gro√üartiger Abend und die rund 30 Euro haben sich f√ľr die drei Bands (den ersten Support k√∂nnen wir ja wie eingangs erw√§hnt nicht beurteilen) gelohnt. Die Stimmung war ausgelassen und es wurde vorne und hinten in sch√∂nster Irish-Folk-Punk Manier gefeiert, gegr√∂lt, gesoffen und getanzt.

Setlist Dropkick Murphys:
01. Out of Our Heads
02. Citizen C.I.A.
03. The Gang’s All Here

04. Sunday Hardcore Matinee

05. Rose Tattoo
06. Rocky Road to Dublin (Volkslied Cover)
07. The State of Massachusetts
08. Sandlot
09. As One
10. Cruel
11. The Auld Triangle
12. Famous for Nothing
13. In the Streets of Boston
14. The Wild Rover (Volkslied Cover)
15. The Warrior’s Code
16. Caps and Bottles (mit Bryan McPherson)
17. Do or Die
18. Memories Remain
19. Barroom Hero
20. Going Out in Style
21. Fields of Athenry
22. The Walking Dead
23. Johnny, I Hardly Knew Ya
24. I’m Shipping Up to Boston (mit Supports)
25. The Boys Are Back (Z)
26. Kiss Me, I’m Shitfaced (Z)
27. Skinhead on the MBTA (Z)
28. If the Kids Are United (Sham 69 Cover) (Z)

Fotos: Markus Hillgärtner

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