LIGHTS & K.FLAY – Köln, Blue Shell (04.02.2015)

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Valerie Anne Poxleitner, oder auch einfach nur Lights genannt, besuchte am 4. Februar das Blue Shell in Köln. Neben ihrer aktuellen Platte Little Machines brachte sie auch K.Flay mit, die fĂŒr den Supportslot zustĂ€ndig war. K.Flay besteht an sich nur aus Kristine Flaherty, bei Liveauftritten ist aber ein Schlagzeuger dabei… Gott sei Dank! Denn man kennt ja das ĂŒbliche Problem: elektronisch produzierte und aufgenommene Beats klingen oft flach, dumpf und werden schnell langweilig, wenn der LautstĂ€rkeregler nicht viel hermacht. Werden diese Beats nun mit einem Livedrummer ersetzt und mit den restlichen Synthesizer-Elementen kombiniert, entsteht bereits ein Genuss fĂŒr die Ohren. Dies tat auch Kristines Kollege mehr als deutlich. WĂ€hrend sie die Songs aufbaute und mit ihrer Stimme leicht Reggae-inspirierte Rap-Parts beisteuerte, haute er in perfekter SynchronitĂ€t und bestem RhythmusgefĂŒhl eine teils abstrakte Wand aus Beats in sein Schlagzeug. Und zwar so, dass selbst der letzte der sich an diesem Abend Hiphop anhören wollte, Gefallen an diesem Sound bekam. Zumal K.Flays Stimme auch sehr angenehm ist und die Chorus-parts in den vielen unterschiedlichen Songs gar kein Gerappe mehr enthalten.

Verwunderlich, dass alles eher aus Zufall entstand. Die Kalifornierin geriet nĂ€mlich wĂ€hrend ihrer Zeit auf der Stanford University in eine Diskussion ĂŒber die damalige Rapmusik und wollte beweisen, dass selbst sie sowas drauf hat. Als Resultat fand sie schnell ihr Interesse fĂŒr das Schreiben von Songs und das anschließende Aufnehmen von Musik auf ihrem Laptop. Im Blue Shell war keine Spur mehr von der einstigen Parodie, hier zog sie ihr ernstzunehmendes Ding durch und prĂ€sentierte Songs ihrer ersten Platte Life As A Dog, die solche erstklassigen Tracks wie Make Me Fade, Fever und Turn It Around enthĂ€lt. Diese wurden auch live performt, und bekamen schon zu Beginn des jeweiligen Songs verbalen Beifall von GĂ€sten, die diese bereits kannten.

Es waren also doch wieder einige Konzertbesucher dabei, die mehrere, wenn nicht die komplette Tour mitreisen. Hier und da wurde englisch gesprochen und in der ersten Reihe begrĂŒĂŸte Lights gleich mal ihren grĂ¶ĂŸten oder besser "derzeit" grĂ¶ĂŸten Fan. Ob so Dauerreisende auf lange Sicht Fan sein können, bezweifle ich stark. Diesmal bekam er aber sein High-Five und ein LĂ€cheln der netten langhaarigen Schönheit dort vor ihm auf der BĂŒhne. Ja, man kann es nicht bestreiten, und bereits bei der Tour fĂŒr ihr erstes Album, verstand ich den Hype um sie nicht wirklich. Wie war das noch gleich? – Man sieht eine/n attraktive/n Musiker/in und fortan versucht man mit Gewalt, Gefallen an der Musik zu haben. Doch so leicht ist das gar nicht, und das klappte auch damals nicht mit Lights erster Platte. Also verweigerte ich mein Interesse am Besuch eines Konzertes, es war vielleicht fĂŒr einige immer noch top, aber im Vergleich zu dem was folgte klang es flach, simpel und es fehlte an Allem.

Mit Siberia, ihrem zweiten Album, kam Besserung und die Songs wurden ausgefeilter und schöner produziert. Schon kamen Songs wie Banner, Siberia oder der in ihrer Heimatstadt gefilmte Hit Toes zustande. Auch hier konnte man sagen, live klang alles nochmal ne Ecke wuchtiger. Eben auch weil sie eine komplette Band besaß, mit Schlagzeuger, einem Keyboarder der sich seine Instrumente so um sich herum gestellt hatte, dass er aussah als wĂ€re er Pilot.

Außerdem war noch eine weitere Person fĂŒr Gitarre und Keys/Synths dabei.
Es hat sich viel getan, doch eines blieb gleich: Pop! FĂŒr Fans dieses Genre war das Konzert mit Sicherheit spitze und natĂŒrlich nicht das letzte, doch wer meint Pop sei nicht sein Lieblingsgenre, wird es vermutlich bei einem Konzert belassen. Man wippte 45 Minuten mit dem Beat, applaudierte nach jedem Song, aber eigentlich mag man doch lieber Bluesrock. So in etwa wirkte es an dem Abend, man schaut sich einfach gerne Lights an und hört sich so tolle Songs an wie Muscle Memory oder Speeding. Letzterer entstand, als sie mal bei ĂŒberhöhter Geschwindigkeit geblitzt wurde und daraufhin meinte, darĂŒber mĂŒsse sie einen Song schreiben.

Außerdem erzĂ€hlte sie weitere kleine Geschichten wie die, dass sie mit ungefĂ€hr 15 ihren ersten richtigen Auftritt auf einem Zwiebelfest in Deutschland hatte, da sie Verwandte in Weimar hat. Zum Schluss entschuldigte sie sich dafĂŒr, dass sie sich zwischen den beiden Köln Konzerten drei Jahre Zeit gelassen hat. In Zukunft brauchen wir nicht mehr so lange warten!

Setlist LIGHTS:
01. Muscle Memory
02. Toes
03. How We Do It
04. My Boots
05. Siberia
06. Running With the Boys
07. The Last Thing On Your Mind
08. Portal
09. Cactus in the Valley
10. Speeding
11. Where The Fence Is Low
12. Banner
13. Flux and Flow
14. Timing Is Everything

15 Same Sea
16. Up We Go (Z)
17. Oil and Water (Z)

Lights:

K.Flay:

Fotos: André Techert

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