I HEART SHARKS – Aachen, Musikbunker (15.11.2014)

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Manchmal gibt es sie doch noch. Diese etwas im Hintergrund agierenden Bands, welche man zufĂ€llig irgendwo zu hören bekommt und deren Sound einfach nicht mehr aus den Ohren zukriegen ist. I Heart Sharks war fĂŒr mich eine dieser Bands, welche ich diesen Sommer auf dem Southside 2014 am Sonntagvormittag zum ersten Mal sah. Es war zwar noch recht frĂŒh fĂŒr ein Festival und ich muss gestehen zu diesem Zeitpunkt nicht in meiner besten Verfassung gewesen zu sein, aber schon nach den ersten drei Liedern hatte mich die Band auf ihrer Seite. Seitdem haben Songs wie Summer, Neuzeit oder To Be Young des sympathischen Trios einen Sonderstatus in meinen Playlists. Ihr neuartiger satt produzierter Elektropop klingt nach Freude am Leben und ist dennoch mit einer kleinen Portion Melancholie gespickt. Beim lĂ€ngeren Nachdenken vielleicht ganz passend zur aktuellen Jugend in Berlin, der Stadt in welcher sich das Trio kennenlernte und ihre ersten Schritte als Band unternahm.

Die drei aus New York, Bayern und London stammenden jungen MĂ€nner sind momentan auf ihrer Karaoke Tour durch Europa und machen dabei auch Halt in kleineren Locations, was der Besuch am 16.11.2014 im Aachener Musikbunker bewies.

Doch bevor es mit den Sharks losging war ganz klassisch eine Vorband an der Reihe, um uns von ihrer Musik zu ĂŒberzeugen. Die Band, die diesen Job erledigen durfte, war das Leipziger Trio Heinrich und so viel sei vorweg genommen, den erledigten sie mit Bravur. Mit einer Mischung zwischen Female und Male Vocals, viel Synthie-KlĂ€ngen und einer angenehmen Portion Gitarrenriffs, verbreiteten sie schon nach ihrem ersten Track Funken im Getriebe eine gute Stimmung beim Aachener Publikum. Der Musikbunker war zwar nur zu einem Drittel gefĂŒllt, aber das ließ sich die Menge zu keinem Moment anmerken und feierte ausgelassen mit dem Trio auf der BĂŒhne. Zwischen den Songs kommunizierten sie viel mit dem Publikum und forderten die Aachener auf sich spĂ€ter noch mit ihnen am Merch zu treffen, um zu quatschen oder zusammen noch ein oder zwei SchnĂ€pse zu trinken. Aber natĂŒrlich kam die Musik dabei zu keinem Zeitpunkt zu kurz und so spielte Heinrich mit Liedern wie Fake oder Phantom tolle elektronische Tanzmusik, um einen Samstagabend gehörig feiern zu können. Nach ca. einer Dreiviertelstunde verließen sie die BĂŒhne und wĂŒnschten allen Anwesenden noch viel Spaß mit der Hauptband.

Nach weiteren 10 Minuten, die gerade reichten sich das nĂ€chste Bier zu besorgen, war es schon so weit; mit einem schnellen energiegeladen Beginn und dem Song Wait konnte das Spektakel mit den Herren von I Heart Sharks beginnen. Die Haie betraten die BĂŒhne und machten von Anfang an klar, dass ein ruhiges in der Ecke stehendes Konzerterlebnis von ihnen nicht toleriert werde und dass es an diesem Abend allen Grund zum Feiern gab. Das wurde natĂŒrlich allgemein dankbar vom Publikum angenommen und so war es ein tolles Erlebnis, Teil dieses feiernden Klumpens zu sein, der sich im fortschreitenden Konzert immer dichter Richtung BĂŒhne zusammenzog und zu Songs wie Suburbia den Chorus mitschrie. ErgĂ€nzt wurde dies durch den blendend gelaunten SĂ€nger Pierre Bee und dem Gitarristen Simon Wangemann, welcher des Öfteren zusammen mit seiner Gitarre ins Publikum sprang, um mit den Aachenern zu feiern.

Höhepunkte war sicherlich ein StĂŒck wie Neuzeit, bei dem es keinen im Bunker mehr auf seinem Platzt hielt und alle wild durcheinander sprangen und rumgröhlten „Das ist die Neuzeit“. Auch der Song, der besser nicht passen konnte als in die momentan beginnende Zeit des Winters und mit der Zeile „Let’s just pretend it’s summer“ alles ein wenig freundlicher erschienen ließ, war ein absolutes Highlight des Abends. Weswegen ich auch nur jeden auffordern kann den Song Summer der Sharks nochmal zu hören, bevor der diesjĂ€hrige Sommer vollkommen in Vergessenheit gerĂ€t.

Nach einer Dreiviertelstunde gab es den ersten unangekĂŒndigten Cut, den verwendeten die Jungs von den Haien dazu sich ein stĂ€rkendes Bier am Merch zu gönnen, um danach noch einmal in der Schlussphase des Konzerts richtig aufdrehen zu können. Drei weitere Lieder gab es fĂŒr das Aachener Publikum und im Letzten wurde es doch noch einmal etwas sentimentaler und die eingangs erwĂ€hnte Melancholie blitzte fĂŒr einen kurzen Moment bei der Zeile „The hardest part was to leave you with half a heart“ aus dem Song Half a Heart auf.

Dann war es auch schon vorbei, nach einer guten Stunde Stagetime der Sharks, welche mir zwar kurz erschien, aber vielleicht auch nur deswegen, weil sie so intensiv war. Somit bleibt mir auch nur eins: mich bei der Band zu bedanken, fĂŒr ein sehr energiegeladenes Konzert in einer tollen Location und mit einem besonders grandiosen Publikum. Vielen Dank!

Fotos: Markus HillgÀrtner (Southside 2014)

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