DIE KAMMER & MEYSTERSINGER – Köln, Kulturkirche (25.04.2014)

Geschätzte Lesezeit: 3 Minute(n)

Am Freitag, den 25.04.2014 setzten wir uns am spĂ€ten Nachmittag ins Auto, um bei himmlischem Wetter nach Köln zu reisen. Dort fanden wir uns zu einem Kammer-Konzert in einer Kirche ein. Klingt komisch, war es aber nicht. Ganz im Gegenteil, es erwartete uns ein tolles Konzert. Die Kulturkirche in der Jecken-Stadt liegt mitten in einem Wohnviertel und es war ein erstes Abenteuer, einen Parkplatz zu finden. Den Wagen endlich gut untergebracht ging es nun in die Kirche. Wir sprechen hier eindeutig von keiner katholischen Kirche, denn dort wĂ€re so etwas wohl definitiv nicht möglich. Außerdem fehlten die Bretter zum Niederknien an den VorderbĂ€nken.
Ein wenig schade war, dass die doch recht kleine Kirche gerade mal zur HĂ€lfte gefĂŒllt war. Zu wenig Werbung? Mich jedenfalls hatte man im Vorfeld von der Band „Die Kammer“ zu begeistern versucht und dass ich mir unbedingt mal einen ihrer Auftritte anschauen sollte. So an diesem Tag geschehen. Die AtmosphĂ€re, ein Konzert in einer Kirche anzuschauen, kann ich nur wĂ€rmstens empfehlen.

19:45 Uhr, die TĂŒren der Kirche wurden geschlossen und zwei Personen in einem Priester-Outfit betraten die BĂŒhne. Kein Scherz, aber es begann nun nicht die Vorabmesse zum Konzert, sondern es war die Berliner Ost/West Band Meystersinger. Luci von Org, in den Neunzigern bekannt als Lucilectric und ihr mĂ€nnlicher Gegenpart Roman Shamov. Einzig mit einem Beamer, ein paar LED-Strahlern und ihren Stimmen bewaffnet, zelebrierten sie als Support die Einstimmung auf „Die Kammer“. Musik wie eine Predigt, wenn das mal nicht passte. Denn die Musik der beiden lebt eindeutig alleinig durch ihre Textgewaltigkeit. Also nichts fĂŒr Nichtzuhörer 😉
Auftritt anerkennend beendet, das gesamte Equipment in einer Kiste verstaut und sich freundlich verabschiedet – Das waren die Meystersinger.

Gegen halb neun betraten die 7 Musiker von „Die Kammer“ die BĂŒhne. Vermutlich mit einem etwas komischen GefĂŒhl im Bauch, vor einem doch sehr ĂŒberschaubaren Publikum zu spielen, die alle samt brav auf den BĂ€nken der Kirche saßen. Marcus Testory, Matthias AmbrĂ©, Tabea MĂŒller (Cello), Aline Deinert (Violine/Bratsche), Dirk Klinkhammer (Tuba), Matthias Raue (Violine/Bratsche) und Oliver Himmighoffen (Drums) nahmen ihre PlĂ€tze ein und die Geschichte begann. StĂŒck fĂŒr StĂŒck wurde man als Zuhörer von der musikalischen Darbietung gefesselt und immer tiefer in eine andere Welt mitgenommen. Marcus untermalte die einzelnen Lieder mit kurzen ErzĂ€hlungen, um dem Publikum eine Zusammengehörigkeit der Songs zu vermitteln.
Schnell war klar, dass auch ein kleines Publikum bei einer wirklich tollen Band mit handgemachter Musik eine wundervolle Stimmung aufkommen lassen kann.

Bei Praying Mantis und Sister Sinister tanzte ein Ă€lteres PĂ€rchen im Nebengang zur Musik. Andere hatten zeitweise die Augen geschlossen, um die Musik wirken zu lassen. Die Stimmung war zu Recht großartig, die Akustik und das Licht hervorragend. So dass man an dieser Stelle nur sagen kann, dass wenn es hier noch einmal eine Wiederholung geben wird, sollte man sich diese nicht entgehen lassen.

Mit Final Days ging es dann zu Ende. Wirklich zu Ende? Nein, die Kammer ließ es sich nicht nehmen Zugaben zu spielen. Und bei der zweiten und letzten Runde gab es dann auch noch Konfetti aus dem Publikum fĂŒr die Band. Mit The Painterman’s Spell war es dann endgĂŒltig vorbei. Ein gelungener Abend fĂŒr Band und Publikum. Und nun verstehe ich es auch, warum man mir „Die Kammer“ wĂ€rmstens empfohlen hat. Danke und auf ein Wiedersehen.

Setlist Die Kammer:
01. Slipping Around the Corner
02. Be Careful
03. Line of Last Resistance
04. Labyrinths
05. The Seeming & The Real Fate/Illusion
06. The Orphanage
07. Sophie’s Circus I
08. Sophie’s Circus II + III
09. Praying Mantis
10. Mirror
11. Sinister Sister
12. Hither & Thither
13. Final Days
14. Invitation (Z)
15. Endangered Memories (Z)
16. Revolver (ZZ)
17. The Painterman’s Spell (langes Ende mit Walzer) (ZZ)

Die Kammer:

Meystersinger:

Fotos: Marcus Nathofer

Geschrieben von
Mehr von Marcus Nathofer

Fotos: OOMPH

OOMPH – Köln, Live Music Hall (15.03.2019) Ähnliche BeitrĂ€ge
Weiterlesen