KNORKATOR – Dortmund, FZW (02.02.2014)

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Knorkator wollen mehr! Oder wie sonst sollte man den Titel ihres neuen Albums We Want Mohr deuten? Jedenfalls wohl kaum als eine rassistische Aussage wie es aktuell von einigen wenigen Querköpfen unterstellt wird. Provozieren? Ja! Aber Knorkator und rassistisch? – das will zum GlĂŒck so gar nicht zusammenpassen! Kommen wir also zurĂŒck zur Ausgangsfrage und wir können zudem heute feststellen, dass auch die Fans im Dortmunder FZW, wo Deutschlands meiste Band der Welt den dritten Gig einer langen Tour durch Deutschland absolviert, „mehr“ will. Und damit man sich gleich voll auf den bevorstehenden Trip einlassen kann, wird auf eine Vorband verzichtet und stattdessen checkt Frontmann Stumpen lieber kurz vorher bei einem Gang durch das wartende Publikum die Lage ab, wĂ€hrend die Zuschauer aus den Lautsprechern C-64 Retro-Sounds zu hören bekommen. Das FZW ist gut gefĂŒllt und so kann es um kurz nach 8 fast pĂŒnktlich mit der Hymne losgehen. Keine Band außer Knorkator wĂŒrde wohl ein Konzert mit einem Song eröffnen in dem es heißt „Das Konzert ist vorbei und nun raus, aber schnell – Nur wer weiblich und schön darf noch mit ins Hotel“ und die Zuschauer dann gleichzeitig mit einem Handwischen gen Ausgang dirigieren. NatĂŒrlich will hier aber noch keiner gehen und so mĂŒssen die Berliner doch noch richtig loslegen und begrĂŒĂŸen ihr Publikum mit einem wohlgemeinten Schwanzlich willkommen. Und damit auch die erschienenen Fotografen etwas zu tun haben, werden sie kurz darauf von Stumpen auf die BĂŒhne gebeten und die Fans sollen ihnen mit den HĂ€nden krĂ€ftig zuwedeln. Der Spuk ist dann aber leider schneller vorbei als man richtig wedeln kann. Musikalisch bieten Knorkator viel vom neuen Album, aber auch einige Klassiker, darunter natĂŒrlich auch Mich verfolgt meine eigene Scheiße, bei dem die Kopfstimme bei den heute angepassten Worten „Dortmund, Dortmund“ ordentlich gefordert ist. Nun sind starke MĂ€nner gefragt, denn Stumpen fordert die mĂ€nnlichen Zuschauer auf, im Handstand eine Wall Of Death zu vollfĂŒhren, denn sonst ginge es nicht weiter. NatĂŒrlich macht es Stumpen kurz vor und einige Zuschauer ziehen nach – Hut ab!

Die erste Strophe von Klaus Lages Hit 1000 und 1 Nacht leitet Alter Mann ein und vor Du nich heißt es Frauen das Fliegen lehren, denn wieder fĂ€llt Stumpen ein neues „Spiel“ ein und so wird eine junge Dame von starken MĂ€nnerarmen erst nach oben gehoben und dann hochgeworfen. Ähnlich ergeht es nach diesem tollen Song einer Rollstuhlfahrerin, die nach Stumpens Vorschlag und mit erneuter Hilfe von starken MĂ€nnern samt Rollstuhl Crowdsurfen betreiben kann. Jetzt setzt sich Alf Ator mitsamt seines kompletten Keyboardsetups in Bewegung und rollt ĂŒber die BĂŒhne, wĂ€hrend Stumpen bei L, dem vielleicht stĂ€rksten Song des neuen Albums, wieder Akzente setzt und mit einem Funken sprĂŒhenden Kabel Seil springt. Und auch in der Folgezeit bleibt es alles andere als langweilig, denn es gibt Showelemente am Fließband und auch ein Ganzkörperkondom spielt hier durchaus eine Rolle.

Ein absolutes Highlight ist natĂŒrlich Weg ins Dunkel, bei dem sich die Fans erst hinsetzen und dann im Verlauf des Songs aufstehen und mitsingen! Nach dem vielsagenden Wir werden alle sterben ist das Mainset passenderweise auch zu Ende, doch natĂŒrlich noch nicht das komplette Konzert, denn nun wird wieder (wie so oft am heutigen Tag) die JubelfĂ€higkeit der Zuschauer getestet. Die Fans applaudieren mit 115db und haben sich so 5 Zugaben verdient, aus denen natĂŒrlich der Hit Böse, bei dem Stumpen wieder im großen Ball ĂŒber das Publikum schwebt, und das abschließende Boney M. Cover Ma Baker herausstechen.

Eine großartige Show, die den Zuschauern sicher noch lĂ€nger in Erinnerung bleiben wird. Man sollte sich diese Tour wirklich nicht entgehen lassen!

Setlist Knorkator:
01. Hymne
02. Schwanzlich willkommen
03. Ding inne Schnauze
04. SchĂŒchtern
05. Du bist schuld
06. Mich verfolgt meine eigene Scheiße
07. Zoo
08. Fortschritt
09. Geld
10. Wenn mir einer was will
11. Alter Mann
12. RefrÀng
13. Du nich
14. Ich hasse Musik
15. L
16. Konrad
17. Breaking the law
18. Schmutzfink
19. Werwurm
20. Eigentum
21. Ultimativer Mann
22. Weg nach unten
23. Wir werden alle sterben
24. Absolution (Z)
25. Böse (Z)
26. Robert (Z)
27. Fans (Z)
28. Ma Baker (Boney M. Cover) (Z)

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