AIDA NIGHT OF THE PROMS 2013 РKöln, Lanxess Arena (30.11.2013)

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Am Abend vor dem ersten Advent wurde 12.500 Menschen, gro√ü und klein, aus der Umgebung oder von weit her angereist, in K√∂ln ein vorgezogenes Weihnachtsgeschenk gemacht. Mit der AIDA Night of the Proms befinden wir uns in Deutschland mittlerweile auf einem Jubil√§umsstatus, der sich sehen lassen kann. Zum 20. Mal tourt die Konzertreihe, die Klassik und Pop so gekonnt zu kombinieren wei√ü, wie kaum ein anderes Format, durch die gro√üen bespielbaren Hallen der Republik. Nachdem bereits im vergangenen Jahr mit Namen wie Mick Hucknall (Simply Red) oder Anastasia wirklich gro√üe Gesch√ľtze aufgefahren wurden, lassen es die Veranstalter auch in diesem Jahr zum besonderen Jubil√§um ordentlich krachen und holen unter anderem Morten Harket (a-ha), Amy Macdonald und das Ausnahmetalent Hiromi ins Boot oder passenderweise in diesem Fall aufs Schiff.

Mit einem pochenden Herzklopfen, das sich tief in den K√∂rper bohrt, wird das Spektakel in der Lanxess Arena er√∂ffnet. Langsam wacht Spot um Spot auf, zaubert wunderbare Lichteffekte in den Raum und erzeugt eine be- und verzaubernde Atmosph√§re, w√§hrend das Orchester Il Novecento, das unter der Leitung von Dirigent Robert Groslot immer wieder Gro√ües vollbringt, gemeinsam mit dem Chor Fine Fleur die ersten T√∂ne der Ouverture Love me again anstimmt. Nach der fast schon obligatorischen Strauss‚Äôschen Tritsch Tratsch Polka, bei der sogar in der Menge ordentlich symbolisch mitdirigiert und geklatscht wird, tritt ein absolutes Ausnahmetalent vor das Auditorium. ‚ÄěEine Mischung aus artistisch und asiatisch…‚Äú, so beschreibt Moderator Uwe Bahn die Herzblut-Pianistin. Dass die Japanerin Hiromi mehr als nur ihr Instrument beherrscht, wird schnell klar. Gekonnt fliegen ihre zarten Finger so flink √ľber die Tasten, als h√§tte sie mehr als nur zwei H√§nde, und die Fusion aus Jazz und beinahe schon rockigen Elementen verzaubert die Menge. Hiromi erz√§hlt Geschichten, spielt mit uns und dem Orchester genauso wie mit ihrem Instrument, mal laut, mal leise, schreckhaft, verz√ľckt, liebend. Und so werden die Tom Jerry Show, die Rhapsody In Blue genauso wie Braintraining und I‚Äôve Got Rhythm zum echten Erlebnis.

‚ÄěHabt ihr Lust auf Rock‚Äôn‚ÄôRoll?‚Äú Nachdem sich der eine oder andere im Publikum noch einmal stilecht das Haar gegelt hat, sind nun alle bereit f√ľr The Baseballs, die den Geist und das Lebensgef√ľhl der 50er und 60er Jahre aufleben lassen. Gepaart wird dieser grundechte Rock‚Äôn‚ÄôRoll mit Songs aus dem relativen Heute. Mit gerockten Versionen von Rihannas Umbrella, Robbie Williams‚Äô Angels und Lady Gagas Born This Way heizt das Trio aus Berlin die Menge immer weiter an, bis schlussendlich nahezu jeder in der ausverkaufen, vollbesetzten Lanxess-Arena tanzt, springt und jubelt. Wahnsinn, wie drei Menschen eine solche Masse von jetzt auf gleich mobilisieren k√∂nnen!

Klassik und Pop… das sind nicht nur ein Orchester und ein paar rockende Jungs aus der Hauptstadt, es ist viel mehr die Fusion von beidem und so befinden wir uns wenig sp√§ter im legend√§ren Chor Battle, bei dem klassische St√ľcke genau wie poppige Hits nicht zu kurz kommen. Verlierer gibt es in diesem Battle zugegebenerma√üen nicht, immerhin verschmelzt hier eines mit dem anderen, so dass es schlussendlich einen gro√üen Gewinner gibt: die Musik. Auf die wortw√∂rtliche Huldigung derer m√ľssen wir uns zwar noch etwas gedulden, trotzdem √ľberrascht John Miles aber seine Fans schon einmal mit dem bombastischen Feeling Good, das durch Mark und Bein geht.

Dieses befl√ľgelnde Intermezzo wird schnell von einem weiteren Highlight ereilt. Amy Macdonald geh√∂rt zu dieser Art Popstars, die heutzutage absolut rar ges√§t sind. Ohne viel Schnickschnack erz√§hlt die singende Schottin, sich selbst auf der Gitarre begleitend, von Geschichten, die das Leben bereith√§lt. Ihre Beliebtheit hierzulande wird an dem sich fast schon √ľberschlagenden Applaus ersichtlich und bei Songs wie Mr. Rock‚Äôn‚ÄôRoll oder dem √úberhit This Is The Life kann niemand lange still halten. Hier tanzt nicht nur die junge Pop-Gemeinde, sondern der Mitsechziger genauso wie der 17-j√§hrige Teenager. Amy √ľberzeugt nicht nur musikalisch, sondern auch mit einer unsagbar warmen, ehrlichen und geerdeten Ausstrahlung, die den Abend wirklich bereichert.

Nicht weniger namhaft geht es nach einer kurzen Verschnaufpause dann mit Mark King (Level 42) weiter, nachdem Allroundtalent Patrick de Smet mit etwas Quatsch das Orchester und das Publikum wieder auf die notwendige Betriebstemperatur gebracht hat. Das Medley aus Lessons In Love und Running In The Family, das Mark King vorlegt, trifft sofort auf unseren Tanz- und Gesangsnerv, so dass wir uns erneut erheben und uns von diesen beschwingenden T√∂nen mitrei√üen lassen. Aber auch die gef√ľhlvolle Seite beherrscht King perfekt und verzaubert uns unter anderem mit Bitter Moon, das er selbst erst in der Version mit dem gro√üartigen Orchester Il Novecento als perfekt empfindet. Ein sehr gelungener Auftritt!

Es ist schon faszinierend, welche Wirkung Musik auf Menschen hat. Sie begleitet uns und f√ľr viele ist ein Leben ohne Musik nicht vorstellbar. Musik macht Freude und Freunde, spendet Trost, verzeiht, bewegt… hier und jetzt, gestern und heute und hoffentlich so lange, wie wir alle existent sind. Dass die Liebe zur Musik bei allen hier Anwesenden ungebrochen ist, sp√ľrt man an der Reaktion auf das pl√∂tzliche Erscheinen von John Miles, der mit seinem wei√üen Fl√ľgel auf die B√ľhne erhoben wird. ‚ÄěMusic was my first love and it will be my last‚Äú… mehr Worte bedarf es an dieser Stelle nicht, denn dem einen oder anderen schie√üen sofort die Tr√§nen der R√ľhrung und √úberw√§ltigung in die Augen. Miles ist ein gro√üartiger, talentierter K√ľnstler, der √ľber das singt, was er und andere f√ľhlen. So etwas kann man nicht lernen, so etwas steckt tief im Blut und im Geist. Sprachlose, √ľberw√§ltigte Gesichter, wohin man auch blickt!

So befl√ľgelt st√ľrzen wir uns mit Morten Harket direkt in das n√§chste unvergessliche Erlebnis. Die Stimme von a-ha ist ein wahrer Publikumsliebling und wird von den Fans gefeiert, als g√§be es kein Morgen mehr. Ekstatisches Jubeln und ungehaltene Tanzorgien unterstreichen die Sch√∂nheit des Krachers Foot Of The Mountain und nat√ľrlich bekommt der sympathische K√ľnstler nach jedem seiner Songs Standing Ovations, sofern man vorher denn √ľberhaupt noch sa√ü. Die beiden neuen Songs seines kommenden Soloalbums werden von seinen Anh√§ngern aufgesaugt, als w√ľrde sie einem entrinnen, wenn man sich nicht schlagartig daran festklammert. Ruhiger, gef√ľhlvoll und dennoch poppig getrieben sowie mit der unverkennbaren Stimme des Genius sorgen die neuen St√ľcke f√ľr staunende Gesichter. Man darf gespannt sein, was Morten Harket in der kommenden Zeit noch von sich h√∂ren l√§sst. Eines wissen wir aber jetzt schon…es trifft genau ins Herz.

Die Kr√∂nung des bisher sowieso schon phantastischen Abends erwartet uns wie jedes Jahr in den letzten Atemz√ľgen der Show. Mit dem gemeinsamen Hey Jude, zu dem jeder K√ľnstler seinen stimmlichen oder instrumentalen Beitrag leistet, findet ein unbeschreiblicher Abend sein Ende. Ein ph√§nomenales Finale dieses ehrw√ľrdigen Jubil√§ums!

√úbrigens expandiert die AIDA Night of the Proms im kommenden Jahr, denn ab 2014 d√ľrfen sich auch die US-amerikanischen und die polnischen Musik-Liebhaber auf dieses Spektakel der Extraklasse freuen.

Setlist:
01. Love Me Again Overture – Il Novecento & Fine Fleur
02. Tritsch Tratsch Polka – Il Novecento
03. Tom Jerry Show – Hiromi
04. Militärmarsch Nr. 1/Schubert РIl Novecento
05. Umbrella – The Baseballs
06. Angels – The Baseballs
07. Born This Way – The Baseballs
08. Chor-Battle – Il Novecento & Fine Fleur
09. Feeling Good – John Miles
10. Rhapsody in Blue – Hiromi
11. Mr. Rock ’n‘ Roll – Amy Macdonald
12. This Is The Life – Amy Macdonald
13. Dancing In The Dark – Amy Macdonald
14. What Happiness Means To Me – Amy Macdonald
15. La Gaza Ladra – Il Novecento
16. Lessons In Love/Running In The Family – Mark King
17. Bitter Moon – Mark King
18. Love Games – Mark King
19. Braintraining – Hiromi
20. I’ve Got Rhythm – Hiromi
21. Music – John Miles
22. Gefangenenchor – Il Novecento & Fine Fleur
23. Foot Of The Mountain – Morten Harket
24. Stay On These Roads – Morten Harket
25. Did I Leave You Behind – Morten Harket
26. There Is A Place – Morten Harket
27. The Sun Always Shines ON TV – Morten Harket
28. Alle ‚Äď Hey Jude

Wir haben f√ľr euch eine Bildergalerie zum Festival zusammengestellt, die ihr hier oder durch Anklicken der Bilder erreichen k√∂nnt:

Bildergalerie: AIDA NIGHT OF THE PROMS 2013 in Köln(30.11.2013)

Autorin: Tanja Pannwitz
Fotos: Michael Gamon

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AIDA NIGHT OF THE PROMS 2013 in Köln(30.11.2013)

Weitere Fotos des Events gibt es hier

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