BURGFOLK FESTIVAL 2013 – MĂŒlheim an der Ruhr, Schloss Broich (16.-17.08.2013)

HEIDEVOLK 2013
Geschätzte Lesezeit: 5 Minute(n)

Einmal mehr dient das malerische Schloss Broich, inmitten
von MĂŒlheim a.d.R.  im Ruhrgebiet gelegen,
als Location fĂŒr das kleine aber feine Burgfolk Festival. Am 16. und 17. August
treffen sich hier Liebhaber neuer und alter Folkmusik um gemeinsam zu singen,
tanzen und feiern.

Freitag, den 16.08.2013:

Am
Freitag öffnen sich gegen 17 Uhr die Tore um die bereits zahlreich wartenden
Besucher in den Schlosshof zu lassen. Dort angekommen besteht erst einmal
Gelegenheit sich mit GetrÀnkemarken und/oder Merchandise einzudecken bevor The Sandsacks das diesjÀhrige Burgfolk
eröffnen. Die 2002 gegrĂŒndete Band hat sich inzwischen vom reinen Mittelalter
& Folk gelöst und heizt dem Publikum mit fetten Gitarrenriffs und
mitreißenden Schlagzeugbeats im Zusammenspiel mit den altbekannten akustischen
Instrumenten wie Geige, Mandoline, Flöte und Dudelsack mÀchtig ein. Als
nĂ€chstes stehen die fĂŒnf Schotten von Saor
Patrol
auf dem Programm. Alle Bandmitglieder sind Angehörige des Clanranald
Trust for Scotland, einer in Schottland anerkannten gemeinnĂŒtzigen
Organisation, welche in erster Linie die schottische Kultur und das schottische
Erbe durch Unterhaltung und Bildung erhalten und verbreiten möchte. Mit ihrem
energiegeladenen Auftritt kann die Band, die sich selbst gerne als â€žMotörhead des Folk“ bezeichnet, bestimmt
einige Besucher fĂŒr sich und ihre Musik begeistern. Heidevolk nehmen bei ihrem zweiten Auftritt nach 2011 das Publikum
mit auf eine Reise durch die Geschichte, Mythologie, Folklore und Natur von
ihrer Heimat Gelderland. Die Folk/Pagan Metaller mĂŒssen allerdings an diesem
Abend auf ihren Bassisten Rowan Roodbaert verzichten, glĂŒcklicherweise kann
Gitarrist Kevin Vruchtbaard jedoch am Bass aushelfen. Nehalennia als Opener ĂŒberrascht zwar viele Fans, aber mit der
Erfahrung von drei Europatourneen festigen die NiederlÀnder ihren Ruf als
dynamische Liveband und verlassen nach gut 50 Minuten unter tosendem Applaus die
BĂŒhne. Mit einsetzender DĂ€mmerung wird es nun Zeit fĂŒr den Headliner des Abends.
Die MĂŒnchner Pagan-Folk Gruppe Faun
kann mittlerweile auf acht Veröffentlichungen zurĂŒckblicken. Am 2013er Album Von den Elben, welches erstmals beim Major
Label Universal erschienen ist, scheiden sich jedoch Meinungen von Fans und
Kritikern. Dass mit Diese kalte Nacht
nur ein StĂŒck vom aktuellen Album gespielt wird, kann als ZugestĂ€ndnis an die
treuen Fans  der Band angesehen werden, die
sich sichtlich ĂŒber die Auswahl Ă€lterer StĂŒcke freuen. Viel Nebel und
gedÀmpftes Licht unterstreichen die Wirkung der Musik und verwandeln den
Schlosshof in einen mystischen Ort an dem getanzt und getrĂ€umt wird. Viel zu schnell vergeht die Zeit und nach 1 Âœ
Stunden und zwei Zugaben beenden Faun den ersten Festivaltag.

Samstag, den 17.08.2013:

Am
Samstag geht es bereits um 13 Uhr mit Zwielicht
weiter. Die ausgefallene Mischung aus Klassik, Rock und Folk geht direkt ins
Ohr. Allerdings hat es die Mittelalter-Rockband aus Regensburg nicht gerade
leicht das Publikum zu solch frĂŒher Stunde vor die BĂŒhne zu locken. Dennoch
fĂŒllen sich die Reihen nach und nach immer mehr. Zu Ally The Fiddle, dem Solo-Projekt von Rock-Geigerin Ally Storch, haben
sich so schon einige Zuschauer versammelt und bekommen eine eigenwillige
Kombination aus Rock und Folk dargeboten. Technische Probleme sorgen
zwischendurch fĂŒr kurze Unterbrechungen, die von der Menge jedoch gelassen
hingenommen werden. Nach einigen rein instrumentalen StĂŒcken greift die
langhaarige Geigenspielerin dann auch zum Mikro und beweist, dass sie auch
singen kann. Als absoluter Exot auf dem Burgfolk betreten die Tempelritter von Heimataerde als nĂ€chste Band die BĂŒhne.
SĂ€nger Ashlar von Megalon und Shouter Ansgar v. Hucretha „warnen“ die
Anwesenden sicherheitshalber bevor der mittelalterlichen Elektro aus den Boxen
dröhnt. Das Publikum zeigt sich vom außergewöhnlichen Sound und der aufwendigen
Show begeistert. Mit Schwesterlein
liefern Heimataerde dann auch gleich noch eine Premiere ab und bieten damit
einen ersten Vorgeschmack auf das kommende Album. Wirklich ein gelungener
Auftritt der sympathischen Templer. Danach wird es wieder Zeit fĂŒr Gitarren und
ruhigere KlÀnge. Eric Fish & Friends
setzen auf handgemachte Musik und so stehen die Besucher schon fast andÀchtig
vor der BĂŒhne und lauschen der Mischung aus Folk- und Popsongs. Zu den Freunden
des Subway To Sally Frontmanns gehören an diesem Nachmittag Rainer Michalek
(Gitarre und Mundharmonika), Gerit Hecht (Piano), Uwe Nordwig (Gitarre) und Tobias
Underberg (Cello). Neben den dargebotenen StĂŒcken glĂ€nzt Eric Fish immer wieder
mit witzigen, aber auch nachdenklichen Ansagen. Das Police-Cover Message in a bottle bildet schließlich
das Ende des Gigs und die fĂŒnf Musiker werden vom Publikum mit angemessenem Beifall
verabschiedet. Um 17:30 ist es dann Zeit fĂŒr die Fejd, die bereits 2010 die Besucherinnen und Besucher des Burgfolks
mit ihrer nordischen Tonkunst verzauberten. Das Quintett um das BrĂŒderpaar
Rimmerfors widmet sich dabei den Mythen und Legenden ihres Heimatlandes und
kleidet diese in ein ansprechendes Folk Gewand. Dazu kommen mit Keyboard,
E-Bass und Schlagzeug weitere Elemente, die den eigenwilligen Folk-Metal der
Schweden ausmachen. Der versammelten Menge gefÀllt es und so ist es nicht
verwunderlich das Fejd nach zahlreichen Zugabe-Rufen mit Yggdrasil noch einmal zurĂŒckkehren um danach die BĂŒhne fĂŒr den
nÀchsten Act freizumachen. Tanzwut geben
sich als vorletzte Band des Abends die Ehre und prÀsentieren sich diesmal nicht
als Mittelalter-Industrial-Formation, sondern kehren mit einer reinen
Mittelaltershow zurĂŒck zu ihren musikalischen Wurzeln. Geboten wird neben imposanten
BĂŒhnenaufbauten und prĂ€chtigen Gewandungen vor allem klassisches Liedgut wie Skudinka oder dem PalĂ€stinalied. Angestachelt von Frontmann Teufel und seiner
mittlerweile legendĂ€ren Aufforderung zum „durchdrehen“ geht das tanzwĂŒtige
Publikum dementsprechend gut mit und die Zeit vergeht wie im Flug. Auch wenn
hier und da Stimmen zu hören sind, dass die Rock-Show wohl besser angekommen
wÀre. Headliner am Samstag sind die schottischen Pirate-Folk-Metaller von Alestorm. Eine ordentliche Portion
Spielfreude, eingÀngige Keyboardmelodien, harte Riffs und Mitgröl-Refrains
lassen den Schlosshof schon nach den ersten beiden Liedern The Quest und The Sunk’n
Norwegian
beben. Zwischen den StĂŒcken erklĂ€rt Fronter Christopher Bowes, dass
die Band ungefÀhr eine Million Songs spielen wird und so geht es dann Schlag
auf Schlag weiter. Es folgen Shipwrecked
und eine Drunken Sailor Keytar
Solo-Einlage, bei der das Publikum sofort mit einstimmt. Nach einer kurzen
Pinkelpause von Bassist Gareth Murdock folgt das recht lange Death Throes Of The Terrorsquid und mit Keelhauled dann das vorerst letzte StĂŒck
des Abends. Doch die Meute fordert lautstark Zugabe und so kommen Alestorm
nicht umhin, auf die BĂŒhne zurĂŒckzukehren. Aus den erneut angekĂŒndigten „one
million more songs“ werden schließlich drei weitere Lieder, bei denen sich Christopher
Bowes auch noch zum Crowdsurfing verleiten lÀsst. Ein krachender, wilder
Ausgang fĂŒr das Burgfolk 2013.

Wir haben fĂŒr euch eine Bildergalerie zusammengestellt, die ihr hier oder durch Anklicken der Bilder erreichen könnt:

Galerie Burgfolk Festival 2013 (16.-17.08.2013)

 



ZurĂŒck zum Artikel
Galerie Burgfolk Festival 2013 (16.-17.08.2013)

Weitere Fotos des Events gibt es hier

Geschrieben von
Mehr von Sparklingphotos.de

TORUL & EGOAMP – Oberhausen, Kulttempel (11.10.2015)

EGOamp wurde von Asmodi Caligari und Cesare Insomnia gegrĂŒndet. Das Projekt wird...
Weiterlesen