DORSTIVAL 2013 Tag 1 – Dorsten, HĂŒrfeldhalde (12.07.2013)

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Bereits zum 4. Mal findet 2013, nach einer kreativen Pause im letzten Jahr, auf der HĂŒrfeldhalde im Osten von Dorsten das Dorstival statt. Neben dem Programm auf der FestivalbĂŒhne haben die Besucher in diesem Jahr auch erstmals die Chance, auf der Halde in Sichtweite zur BĂŒhne zu campen, wovon auch einige Gebrauch machen und somit entspannt in den Tag leben können. Musikalisch wird so einiges geboten, die Zugpferde in diesem Jahr heißen immerhin Leningrad Cowboys, Knorkator, Grave Digger, The Meteors, Mr. Irish Bastard und Massendefekt. Und das Ganze gibt es zu einem SchnĂ€ppchenwochenendpreis von 22 Euro bzw. 26 Euro inkl. Camping. Trotzdem ist der Zuschauerzuspruch augenscheinlich nicht so hoch wie gehofft, aber das hĂ€lt die Anwesenden an den beiden Festivaltagen nicht vom Feiern ab.

Schon der Freitag zeigt sich wettertechnisch mit mittleren Temperaturen und ohne Niederschlag gut aufgelegt, so dass das Dorstival seine VorzĂŒge als familiĂ€res, gemĂŒtliches Festival ausspielen kann, zumal das Ganze soundmĂ€ĂŸig sogar wirklich gut abgemischt ist, der Klang ist gut und nicht zu laut.

Los geht es fĂŒr uns mit 3D, die ihr Publikum mit einer Mischung aus Rock, Funk und Soul unterhalten und auch immer wieder Platz fĂŒr Soli lassen. Die Lokalmatadoren kommen recht gut an und ĂŒberzeugen u.a. mit Coversongs wie The Message von Grandmaster Flash oder It’s A Man’s Man’s Man’s World von James Brown.

Mehr Action auf der BĂŒhne versprechen Mr. Irish Bastard, die schon beim Soundcheck mit einer sehr „eigenwilligen“ Accapella-Version von New York, New York aufwarten. Doch dann heißt es Spaß pur mit rockigen Songs irischer PrĂ€gung. Da wird dann auch schon mal eine „Circle Pit-Wall Of Death“ beim You Spin Me Around Cover (das geschickt mit Schnippseln von I was made for loving you angereichert wird) angeordnet, denn nur Circle Pit oder nur Wall Of Death kann heutzutage schließlich jeder. Die mittlerweile immer grĂ¶ĂŸer werdende Menge gibt derweil ihr Bestes und ĂŒberhaupt ist die Stimmung jetzt sehr gut, es wird viel getanzt und geklatscht. „Wir mussten etwas spĂ€ter anfangen, denn wir schlafen gerne lĂ€nger! Nein, eigentlich standen wir im Stau auf der A3“, ein Schicksal das angesichts der Vollsperrung wohl viele heute teilten. Von MĂŒdigkeit ist aber hier und jetzt nichts zu merken und so prĂ€sentieren die Bastards neben bekannten StĂŒcken auch schon einige Songs vom neuen Album, die ebenfalls sehr gut angenommen werden.

Weniger folkloristisch, dafĂŒr etwas hĂ€rter geht es mit Massendefekt weiter, die ihren schnellen Punkrock mit deutschen Texten verzieren. Es geht gleich zĂŒgig los, ein Warmmachen ist nicht nötig um auf Betriebstemperatur zu sein. PrĂ€sentiert werden vor allem eher neuere StĂŒcke, doch auch fĂŒr WĂŒnsche ist Platz und weil Schlagzeuger Dr. Ummer heute Geburtstag hat, darf er sich sein Lieblingslied wĂŒnschen. Dieser zeigt sich als Romantiker mit langen Haaren und so folgt Es tut noch immer weh. Kurz darauf ist es Zeit fĂŒr ein Medley von Bands die von Massendefekt nach eigener Aussage „geschĂ€tzt" werden und so stimmt man gemeinsam mit den Fans Fight For Your Right, Boom Boom Boom Boom! I Want You In My Room, You’re My Mate, Last Ressort, und dann nach besonders peinlich Living On A Prayer und Wind Of Change an
 Da freut man sich doch gleich wieder auf die nĂ€chste Eigenkomposition! Zum Abschluss kredenzen die Meerbuscher uns noch Ein Gruß gen Himmel mit dem einprĂ€gsamen Text „Wir trinken immer noch auf dich“, welches auch die Zuschauer wieder laut mitsingen. Das Ganze geht dann fließend in eine Punkrockversion des Neunziger Jahre Hits Mr. Vain ĂŒber, der das stimmungsvolle Konzert beschließt.

Zeit den HĂ€rtegrad zumindest ein klein wenig zurĂŒckzufahren und dafĂŒr wieder etwas mehr das Tanzbein zu schwingen. The Meteors sind da und mit ihnen die vielleicht bekannteste Psychobilly Band ĂŒberhaupt bzw. nach eigenen Aussagen sogar die einzig wahre. Überraschenderweise zeigt sich das Publikum zu Beginn noch verhalten, steigert sich nach den ersten Songs aber und vorne wird auch endlich wie lĂ€ngst erwartet gepogt. Die Stimmung ist aber sicher nicht mit einem reinen Meteors Konzert zu vergleichen, bei dem die World Wide Wrecking Crew ganz unter sich ist. Trotzdem macht es durchaus Spaß und so wird vor allem Drummer Wolfgang "The Machine" Hoerdeman den Auftritt in recht guter Erinnerung behalten, denn er kommt aus Dorsten! Zu den gespielten Tracks am heutigen Tag gehört natĂŒrlich auch das Rawhide-Cover und gegen Ende die beiden Rausschmeißer Get Off My Cloud und natĂŒrlich Wrecking Crew!

Nun wird es voll auf der BĂŒhne und auch davor, denn alle Anwesenden wollen natĂŒrlich die Headliner des heutigen Tages sehen, denn diese sind wirklich ansehnlich: Die Leningrad Cowboys aus Finnland sind zu Besuch und das bedeutet 9 MĂ€nner und 2 Damen rocken jetzt gemeinsam die BĂŒhne. Das verspricht Spaß pur und damit das auch eingehalten werden kann, darf auch ruhig der ein oder andere SpaßverstĂ€rker besungen oder angeordnet werden. Sei es dank der Coverversion von Tequila oder mit der unmissverstĂ€ndlichen Ansage „Are you tired? You need Vodka!”. Und selbst der King Of Rock’n’Roll bzw. eine zurĂŒck ins Leben gesendete Ausgabe ist mit von der Partie und nachdem "Elvis Aaron Presley" das Publikum eingestimmt hat, gibt‘s den Blitzkrieg Bop. Neben solchen Gassenhauern, zu denen natĂŒrlich auch weitere Coverversionen gehören, kommen vor allem die russisch angehauchten Songs wie Space Tractor gut an und es wird mitgeklatscht, wĂ€hrend bei Swing-Nummern wie Sweet Home Chicago eher getanzt wird. Und so feiern die NordlĂ€nder gemeinsam mit ihren Fans bis spĂ€t in die Nacht und lassen ein begeistertes Publikum zurĂŒck.

Wir haben fĂŒr euch schon einmal eine Galerie mit Bildern des ersten Tages zusammengestellt, die ihr hier oder durch Anklicken der Bilder erreichen könnt:

Galerie Dorstival Tag 1 (Freitag, den 12.07.2013)

Der Bericht und Fotos von Tag zwei folgen in KĂŒrze!

Autor & Fotos: Michael Gamon

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Galerie Dorstival Tag 1 (Freitag, den 12.07.2013)

Weitere Fotos des Events gibt es hier

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