MARIE KEY & FALLULAH – DK- Kopenhagen, Tivoli (12.07.2013)

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Pop-K├Âniginnen im Tivoli

Fallulah und Marie Key geben ein Doppel-Konzert im Kopenhagener Vergn├╝gungspark Tivoli. Marie Key hat es leichter bei den Fans und schlie├člich ganz klar die Nase vorn.

Kurz vor 23 Uhr: der Fotograf ├╝berpr├╝ft noch einmal seine Ohrenst├Âpsel, dann gehen die Scheinwerfer aus und das B├╝hnenlicht an. Das Gekreische wird ohrenbet├Ąubend laut, Pfiffe und Applaus sind wahrscheinlich in der ganzen Innenstadt in Kopenhagen zu h├Âren. Ein Musiker nach dem anderen kommt auf die B├╝hne ÔÇô und dann erscheint sie mit einem breiten L├Ącheln: die aktuell erfolgreichste S├Ąngerin D├Ąnemarks, Marie Key.

Einen Tag zuvor spielte sie auf dem Kopenhagener Rathausplatz, heute steht sie auf der gro├čen B├╝hne im Tivoli. Und das nur eine Woche nachdem sie am Freitagnachmittag in Roskilde zeigte, dass die zweitgr├Â├čte B├╝hne (das Arena-Zelt) mittlerweile zu klein f├╝r sie ist. Und auch hier, im Kopenhagener Vergn├╝gungspark, ist vor der B├╝hne nicht die kleinste L├╝cke zu finden. Die Menschen stehen bis ganz hinten dicht an dicht. Allein dieser Anblick, die blinkenden Lichter und die vielen Menschen, die nur wegen ihr da sind, m├╝sste die S├Ąngerin gl├╝cklich machen. Aber dann kam mittags noch eine weitere, gute Nachricht: nach 36 Wochen hat sie es mit ihrem Album De her Dage endlich auf Platz eins der d├Ąnischen Charts geschafft.

Die Fans klatschen den Takt mit, beweisen sich als extrem Textsicher und zeigen schon beim ersten Song Landet, dass sie ganz eindeutig nicht zuf├Ąllig im Freizeitpark unterwegs waren, sondern extra f├╝r das Konzert der d├Ąnischen Popk├Ânigin gekommen sind. Viele von ihnen sind regelm├Ą├čig freitags zu den Konzerten im Park (www.fredagsrock.dk), zu denen sie mit einer Freizeitpark-Jahreskarte (rund 35 Euro) freien Eintritt haben.
Beim zweiten St├╝ck, der wundersch├Ânen und bitters├╝├čen Popnummer Uopn├ąelig wird klar, dass Marie Key alles richtig macht, wenn sie ihr Hauptaugenmerk f├╝r den Abend auf ihr aktuelles Album legt und nur wenige alte Songs spielt. Hun er i byen igen ÔÇô ein Liebeslied ÔÇô ist aus einem ├Ąlteren Album ÔÇô weniger elektronisch kommt es daher, mit mehr Augenmerk auf ihre Stimme. Doch es geht noch reduzierter: bei Skagen steht Marie allein auf der B├╝hne und begleitet sich selbst auf der Gitarre. Ein weiterer magischer Gitarrenmoment entsteht, als Keyboarder Andreas Maskinen Sommer sich bei P├ą farten eine Gitarre greift und ein langes Solo spielt. Gefeiert wird auch die Covernummer des Rappers L.O.C. Langt ude, die Marie charmant anmoderiert.

Doch all das macht noch nicht den besonderen Zauber eines Marie-Key-Konzertes aus. Es ist das Zusammenspiel zwischen ihr, ihrem Keyboarder Andreas und ihren beiden Schlagzeugern, es ist die enge Verbindung zum Publikum, die sie nie abrei├čen l├Ąsst und es ist ihre riesige Pers├Ânlichkeit, die das Konzert zu einem besonderen Erlebnis machen. Marie wirkt sch├╝chtern und selbstbewusst zugleich, extrem bodenst├Ąndig und ist ein bisschen so, wie das M├Ądchen von Nebenan. Eine Frau, mit der sich viele andere Frauen identifizieren k├Ânnen, eine Frau, die viele der m├Ąnnlichen Konzertbesucher gerne zur besten Freundin h├Ątten.

Anders bei Fallulah: die S├Ąngerin bewegt sich lasziv, aufreizend und wei├č ganz genau, wie sie eine Menschenmenge in ihren Bann ziehen kann. Aber auch bei ihr wirkt alles nat├╝rlich und nicht einstudiert. Sie l├Ąsst sich in ihre Musik fallen und geht aus sich heraus. Ihre langen Haare fliegen st├Ąndig ├╝ber ihre Schultern, das L├Ącheln ist weder aufgesetzt, noch wirkt es eingefroren. Doch leicht hat sie es nicht mit dem Publikum. Ab und an klatschen die Zuschauer bei ihren englischsprachigen Songs mit, wie beispielsweise bei Bridges. Dennoch schafft sie es nicht, diese Stimmung zum n├Ąchsten St├╝ck hin├╝ber zu retten. Was sehr schade ist, denn zum darstellerischen Talent kommt noch eine wunderbare Soulpop-Stimme und nicht zu glatte Popsongs, die immer wieder zu ├╝berraschen verm├Âgen. Dennoch: das Publikum reagiert viel verhaltener als sp├Ąter bei Marie Key.

Alles in allem ein wirklich sch├Âner Abend vor einer atemberaubenden Lichtkulisse, die allein schon den Besuch vom Fredagsrock rechtfertigen w├╝rde, w├Ąren da nicht noch gro├čartige K├╝nstler, die sich die Klinke in die Hand geben.

Marie Key:

Fallulah:

Autorin & Fotos: Esther Mai

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