DEAD CAN DANCE – Gelsenkirchen, Amphitheater (21.06.2013)

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Ein Auftritt von Dead Can Dance in Nordrhein Westfalen und den Auftakt zu diesem einmaligen Erlebnis im Gelsenkirchener Amphitheater machte der Musiker David Kuckhermann. Er geh├Ârt u.a. auch zur aktuellen Livebesetzung von Dead Can Dance. Ein Musiker der auch bereits mit vielen namhaften Musikern in der ganzen Welt gearbeitet hat. Er ist Berater, Lehrer und Performer der North American Frame Drum Association and Tamburi Mundi e.V. und organisiert in dem Rahmen Drum Festivals auf der ganzen Welt.
David begl├╝ckte uns mit insgesamt f├╝nf Songs, gespielt auf einer Metal Turtel / Hang mit arabischer Klangfolge die aus 8 T├Ânen besteht. Optisch erinnert dieses Instrument an einen stellenweise eingedr├╝ckten Schildkr├Âtenpanzer aus Metall. Er entlockte diesem Instrument ein komplettes und stimmiges Lied. Das zweite Instrument das er uns vorstellte war ein Tamburin. Und ja, man kann mit diesem so viele verschiedene T├Âne erzeugen, dass ich es selbst nicht geglaubt h├Ątte, wenn ich es nicht geh├Ârt h├Ątte. Alles in allem ein Voract der die Perfektion von Dead Can Dance wieder einmal mehr unter Beweis gestellt hat und mehr als h├Ârenswert ist wenn man Weltmusik mag und nicht unbedingt Gesang ben├Âtigt.

Um 20.15 Uhr war es soweit:

2 Personen, ein Name, eine Institution nicht nur im schwarzen Bereich mit absolutem Kultstatus. Dead Can Dance ÔÇŽ.

Die Band wurde 1981 von Lisa Gerrard und Brendan Perry gegr├╝ndet. Existierten zun├Ąchst bis 1998 und entstiegen 2011/2012 nach 16 Jahren Pause wieder wie Ph├Ânix aus der Asche, zum Gl├╝ck f├╝r alle Fans und Liebhaber ihrer vielschichtig und einzigartigen Musik. Dead Can Dance verarbeiten die unterschiedlichsten Elemente aus Neoklassik, Mittelalterlicher Musik und Weltmusik mit besonderem Fokus auf osteurop├Ąische und arabische Elemente. Die Instrumentierung umfasst u.a. afrikanische Perkussionsinstrumente, australische Didgeridoos, asiatische Saiteninstrumente, europ├Ąische Gitarren sowie elektronische Keyboards. Beim Gesang kontrastiert Brendan Perrys weiche, tiefe Stimme mit dem meist englisch sprachigen Gesang und den zum Teil geheimnisvoll und poetisch wirkende Texten mit Lisa Gerrards hellem, poesie├Ąhnlichem Gesang, der meist in einer nicht real existierenden Sprache erklingt und die mit ihrer Stimme intuitive, die Musik untermalende Laute erzeugt.

Begleitet wurden Dead Can Dance an diesem Abend von f├╝nf weiteren Musikern. Die B├╝hne stand voller Instrumente, sowohl elektronisch als auch akustisch. Eine harmonische Beleuchtung erf├╝llte die B├╝hne, allerdings ohne k├╝nstliche Effekthascherei. Grandiose Musik die ├╝berwiegend vom 2012 Album ANASTASIS (Wiederauferstehung) stammt, erg├Ąnzt mit einigen Klassikern wie Cantara, Black Sun und Host of the Seraphim, die nicht fehlen durften.

Sanvean vom Album Toward The Within (1994): Ein ruhiger melancholischer Song-Klassiker mit absolutem G├Ąnsehautfaktor in dem Gerrard sich und ihrer Stimme einmal mehr ein Denkmal gesetzt hat.

Black Sun vom Album Aion (2008): Einer meiner Lieblingssongs, in der Live Version von Perry absolut kraftvoll und ├╝berzeugend mit einer bestechenden Stimme dagebracht, die sich keinesfalls hinter Gerrard verstecken muss.
Ein weiteres absolutes Highlight f├╝r mich war The Host Of Seraphim vom Album Ward (2003) und ebenfalls im Soundtrack zum Film BARAKA zu finden. In der Liveversion besa├č der Song ein vierstimmiges Intro und Outro, was den bis dato perfekten Klang noch steigerte.

Mit Ime prezakias (├ťbersetzt hei├čt das so viel wie ÔÇ×JunkieÔÇť) lie├č Perry h├Âren, dass er auch auf Griechisch singen kann, nachdem er kurz den Hintergrund zu dem Text erkl├Ąrte. Dieser Song stammt n├Ąmlich aus den 30er Jahren und schildert wie sich die Menschen w├Ąhrend der gro├čen Depression in den 40er Jahren in Griechenland gef├╝hlt haben. Auch wenn man den Text nicht verstehen konnte, hatte man schon fast das Gef├╝hl mit den damaligen Griechen mitzuleiden. Beim Nachlesen des Textes, dank ├ťbersetzungsprogramm, hat sich der Eindruck jedoch schnell nachtr├Ąglich wieder gelegt ­čśë

Nach fast jedem Song gab es Standing Ovation. Dead Can Dance haben wieder einmal mehr bewiesen, dass sie Perfektionisten auf ihrem Gebiet sind und den Kultstaus absolut verdient haben. Eine Show die ohne Schnickschnack auskam und die kurzen Spracheinlagen von Brandon Perry, der bewies, dass er auch gut ├╝ber sich selbst lachen kann, rundeten das Bild ab.

Nach knapp zwei Stunden und 4 Zugaben hielt das Publikum nichts mehr auf den St├╝hlen. Und nachdem die Band die B├╝hne endg├╝ltig verlie├č, hielt das Wetter auch nichts mehr. Aber wie bestellt blieb es zumindest das ganze Konzert ├╝ber trocken.

Fazit: Ein absolutes Konzert Highlight in einer daf├╝r atemberaubenden Kulisse. Eine mehr als gelungene Welttour mit einem repr├Ąsentativen Querschnitt des Schaffens von DCD. Das begeisterte Publikum und eine nahezu ausverkaufte Welttour sprechen f├╝r sich.

Setlist:
01. Children of the Sun
02. Agape
03. Rakim
04. Kiko
05. Amnesia
06. Sanvean
07. Black Sun
08. Nierika
09. Opium
10. The Host of Seraphim
11. Ime Prezakias
12. Cantara
13. All in the Good Time

14. The Ubiquitous Mr Lovegroove (Z)
15. Dreams Made Flesh (Z)
16. Song to the Siren (Z)
17. Return of the She-King (Z)

Dead Can Dance:

David Kuckhermann:

Autorin: Andrea Supp
Fotos: Marcus Nathofer

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